Kategorie: Universität/Informatik/Technisches

Heimat für alles aus meinem Berufsleben oder sonstigen technischen Bereichen, die einen Mann interessieren.

  • Weltmeisterschaft der Isotope.

    Ich hatte ja bereits gebloggt, dass ich mir vor ein paar Wochen eine Karlsruher Nuklidkarte angeschafft habe und dass es sich dabei um ein herrliches Spielzeug für „dumm daher Schmatzer“ wie mich handelt, wie man ja auch bereits auf dem letzten Nagus‘ all in! feststellen konnte.

    In den letzten Wochen bin ich beim Studium meiner Karlsruher Nuklidkarte über zahlreiche Extreme und Besonderheiten aus Physik und Chemie gestoßen, die ich gern mal in Form eines Blogeintrags zusammenfassen will. Die Rekorde der Isotope sozusagen.

    • Element mit der größten Ordnungszahl:
      • künstlich: Dabei handelt es sich auch um das Element mit der größten Ordnungszahl überhaupt und mit den meisten Nukleonen. Es ist das Element Ununoctium, welches aus 118 Protonen besteht. Das einzige bisher erzeugte Isotop 294Uuo enthält 176 Neutronen.
      • natürlich: Das natürlich vorkommende Element mit der größten Ordnungszahl ist Plutonium. Es besitzt 93 Protonen. Jedoch entstand es nicht als Produkt von Prozessen in Sonnen sondern aufgrund des β–-Zerfalls von Uran, das lange Zeit als schwerstes natürlich vorkommendes Element galt.
      • stabil: Das schwerste stabile, also nicht radioaktive, Element ist Blei mit der Ordnungszahl 82. Es kommt natürlich vor.
    • Erstes, ausschließlich radioaktiv vorkommendes Element:
      Technetium hat die Ordnungszahl 43 und hat als erstes Element ausschließlich radioaktive Isotope (insgesamt 43 Stück). Es wurde 1937 zunächst künstlich hergestellt. Erst 1962 konnte auch sein natürliches Vorkommen nachgewiesen werden. Aus diesem Grund erklärt sich auch der Name Technetium.
    • Element mit den meisten stabilen Isotopen:
      Das Element Zinn mit der Ordnungszahl 50 besitzt mit 112Sn, 114Sn, 115Sn, 116Sn, 117Sn, 118Sn, 119Sn, 120Sn, 122Sn und 124Sn insgesamt zehn stabile Isotope. Kein anderes Element besitzt mehr davon.
    • Element mit den meisten bekannten Isotopen:
      Vom Element mit der Ordnungszahl 55, Caesium, konnten bisher 40 Isotope erzeugt werden. Zusammen mit dem einen natürlich vorkommenden Isotop 133Cs, welches stabil ist, sind somit 41 Isotope von Caesium bekannt.
    • Radioaktives Isotop mit der kürzesten/längsten Halbwertzeit:
      • lang: Das Tellur Isotop 128Te besitzt eine Halbwertzeit von 7,2×1024 Jahren und ist somit das langlebigste, nicht stabile Isotop.
      • kurz: Das künstlich erzeugte Wasserstoff Isotop 7H besitzt eine Halbwertzeit von gerade einmal 23×10-24 Sekunden.
    • Erstes Auftreten charakteristischer radioaktiver Strahlung:
      • α: Der α-Strahler mit der kleinsten Nukleonenzahl ist das Beryllium Isotop 8Be.
      • β+: Das Element Beryllium besitzt mit dem Isotop 7Be auch den β+-Strahler mit der niedrigsten Kernteilchenzahl.
      • β–: Das erste Isotop, das β– strahlt ist das Wasserstoff Isotop Tritium.
      • Neutronenstrahlung: Mit gerade vier Nukleonen ist 4H der Neutronenstrahler mit den wenigsten Kernteilchen.
      • Protonenstrahlung: Ebenfalls gerade einmal vier Nukleonen machen das Lithium Isotop 4Li zum leichtesten Protonenstrahler.
      • Spontaner Zerfall: Das Thorium Isotop 232Th zerfällt neben α auch spontan, jedoch nur zu 10-9%. Das erste Isotop, das ausschließlich spontan zerfällt ist das Californium Isotop 237Cf.
    • Element mit dem häufigsten Vorkommen:
      Das Element Sauerstoff kommt zu 23 Massenprozent in der Atmosphäre und zu 85 Massenprozent in der Hydrosphäre vor und ist somit das auf der Erdoberfläche am häufigsten vorkommende Element.
      Eisen hingegen ist das Element, das auf und vor allem in der Erde vermutlich am häufigsten vertreten ist und Wasserstoff das Element, das man am häufigsten im Weltall antrifft.
    • Element mit dem seltensten Vorkommen:
      Das Element Astat mit der Ordnungszahl 85 ist das schwerste bekannte Halogen und darüber hinaus das auf der Erde am selten vorkommenste Element. Es wird vermutet, dass sich gerade einmal 25 Gramm dieses Stoffs in der Kruste unseres blauen Planten finden lassen.

    Ich glaub‘, ich werd diese Liste immer mal wieder überarbeiten weil mir bestimmt weitere Kriterien und Disziplinen einfallen werden, die einen Rekordhalter brauchen. Sollten meine Leser diesbezüglich einen Vorschlag haben, dann nur her damit.

  • Ulbi et Olbi.

    Vom 05. bis zum 16. November findet an der Universität Passau in Zusammenarbeit mit dem Scharfrichterhaus Passau die Vortragsreihe „Götter, Spötter & Gelehrte“ statt. Zum Programm gehören kabarettistische Auftritte von Künstlern wie Bruno Jonas oder Hape Kerkeling genau so wie diverse Podiumsdiskussionen. Das obige Motto passt dabei ganz gut zum Stil des Scharfrichterhauses.

    Unter dem Motto „Dran glauben müssen wir alle – gesagt ist gesagt“ steuerte heute Abend Urban Priol seinen komödiantischen Teil bei. Leider hatte ich nur für diese eine Kabarettveranstaltung Karten ergattern können, was die Vorfreude jedoch noch vergrößerte. Knapp eineinhalb Stunden ging’s um (die hauptsächlich katholische) Kirche und vor allem deren Vertreter auf Erden (allen voran der aktuelle Papst Benedikt XVI.) sowie um Politikgrößen wie Franz Strauß, Edmund Stoiber, Helmut Kohl, Guido Westerwelle und George W. Bush. Insgesamt sehr kurzweilig aber leider konnte ich der ein oder anderen Pointe nicht folgen, was den Abend vielleicht noch witziger gemacht hätte.

    Was mich ein wenig gewundert hat war die Tatsache, dass das Publikum doch hauptsächlich aus Vertretern der „älter als Studenten“-Generation bestand. Zwar waren auch zahlreiche aktive Hochschüler anwesend, jedoch hätte ich da mit deutlich mehr Vertretern gerechnet, wenn das ganze schon auf dem Gelände der Uni statt findet. So waren doch eher die Scharfrichterhausgänger in der Mehrheit.

  • Mission Semester 9 (almost) began.

    Eigentlich war ja der gestrige Montag tatsächlich der erste Tag der Vorlesungszeit im Wintersemester 2007/08. Da mein Stundenplan in diesem Semester jedoch nicht all zu dich besetzt ist, fiel mein erster Arbeitstag gleich mal aus.

    Stattdessen hab ich nochmal richtig ausgeschlafen, zockte am Nachmittag noch ’n bisschen Titan Quest, Tiberium Wars und Half Life 2: Episode 1 (bevor’s dann bald weiter geht mir Episode 2) und bin auf d’Nacht zum Fußball spielen gegangen. Und da’s am Dienstag erst um 10 Uhr los geht, konnte ich auch noch mal etwas länger aufbleiben.

    Überhaupt fällt dieses Semester rein vorlesungstechnisch äußerst mau aus: Gerade mal zwei zu besuchende Vorlesungen bescheren mir gleich zwei zusätzliche freie Tage (Donnerstag und Freitag). Ich ernte sozusagen die Lorbeeren für die Mehrarbeit vergangener Semester. Komme ja jetzt schließlich auch schon ins neunte Semester.

    Da bleibt dann mehr Zeit um mich auf mein Programmierpraktikum zu stürzen, das ich dieses Semester absolviere. Es trägt den Titel „Subpixelgenaue Geometrierekonstruktion auf der Basis lokaler Raummodelle“. Das wird den meisten jetzt wohl ned all zu viel sagen aber ich schätz mal, dass ich den ein oder anderen Blogeintrag diesem Praktikum widmen werde. Da wird’s dann auch mehr Infos dazu geben.

  • *sektkorken knall*

    Am vergangenen Freitag hatte ich meine zweite und letzte Diplomprüfung im Nebenfach „Medizinische Informatik“. Damit ist dieses Nebenfach für mich abgeschlossen. Insgesamt liefen die beiden Prüfungen durchaus erfolgreich.

    Am 17. September stand die erste Prüfung an. Von Herrn Dr. Emmert wurde ich in „Neurologie“, von Herrn Dr. Vielsmeier in „Chirurgie“ geprüft. Von jedem der beiden wurde ich ¼ Stunde lang mündlich befragt, was summa summarum 30 Minuten macht. Der Prüfung lief echt perfekt und ich hatte auf alle Fragen ’ne Antwort. Ergebnis: 1,0.

    Letzten Freitag dann, also am 05. Oktober, stand der zweite Check an. Von Herrn Dr. Kett wurde ich in „Biophysik der Strahlenwirkung“ und von Herrn Dr. Jung in „Materialwirtschaftmanagement“ und „Medizinische Bildverarbeitung in der Radiologie“ geprüft. Auch wieder jeweils ’ne ¼ Stunde. In der Prüfung lief’s ned ganz so gut, weil ich jeweils eine Frage der beiden Prüfer ned beantworten konnte beziehungsweise sie mir die richtige Lösung erst aus der Nase ziehen mussten. Deshalb lautete das Ergebnis: 1,3.

    Ein kleines bisschen geärgert hab ich mich schon, denn die Antwort auf eine der nicht beantworteten Fragen hätte ich gewusst. Allerdings überriss ich nicht, dass mein Prüfer auf genau diese Antwort hinaus wollte und deshalb befand ich mich erstmal sauber auf dem Holzweg und hab lauter Sachen erzählt, die er gar nicht hören wollte. Als ich dann verstand, worauf er von mir erwartet hatte, war’s leider schon zu spät. Wer weiß: Vielleicht hätt’s dann für ’ne 1,0 gereicht und der erste Teil meines Diploms wär mir perfekt gelungen.

    Hätte, wäre, sollen, dadad’n. Was soll’s. Die Note ist auch so super und ich hab ein richtig gutes Fundament für meine Diplomprüfungen im Hauptfach gelegt, die dann am Ende des Sommersemester 2008 bei mir anstehen. So sieht zumindest der Plan aus. Außerdem hab ich jetzt keine Medizinvorlesungen mehr, das heißt also: Nie mehr nach 18 Uhr in die Uni *score*.

  • Willkommen in der hochauflösenden Fernsehzukunft.

    Da’s bei mir in meiner ersten Diplomprüfung durchaus zufriedenstellend lief und man beim vorangegangenen Lernen nicht all zu viel Geld unter’s Volk bringt hab ich mir gedacht, mich selbst zu belohnen und mir ’nen schicken HDTV-Satellitenreceiver zu gönnen. Einen HDready Fernseher hab ich ja schon seit eineinhalb Jahren (übrigens auch eine „Belohnung“ für eine durchaus positiv verlaufene Prüfungsphase), nur an hochauflösenden Inputsignalen hat’s bisher gemangelt.

    Meine Wahl viel auf den DSR-9005/02 von Philips, da mir der nach der Recherche von diversen Testberichten am besten zugesagt hat. Amazon hat auch brav innerhalb von zwei Werktagen geliefert und ich muss sagen, dass ich ziemlich begeistert von meiner neuesten technischen Errungenschaft bin.

    Dabei sind gar nicht mal die hochauflösenden Bildsignale das große Highlight sondern die Tatsache, dass nun 4:3-Programm brav im Pillarbox, 16:9-Programm jedoch schön in Vollbild auf meinem Toshiba 27WL56P dargestellt wird. Das erspart ständiges manuelles Umschalten der Seitenverhältnisse.
    Aber natürlich ist auch das Argument des hochauflösenden Fernsehens nicht zu missachten. Zwar ist das Programm an hochauflösenden Sendungen noch etwas rar gesät (neben Anixe HD stehen im FreeTV-Bereich lediglich ein Demosender von Astra digital und gelegentliche Sendungen von ProSieben und Sat.1 zur Verfügung), aber das, was es bisher zu sehen gibt, macht schon richtig viel her.

    Jedoch ist es dabei wieder mal so, dass es gar nicht so sehr auffällt, wenn man jetzt auf einmal ein tolles HD-Bild vor sich hat. Der große Aha-Effekt kommt erst, wenn man dann wieder auf Standardauflösung zurück schaltet. Da wirkt das normale Fernsehbild gleich viel weichgezeichneter, grobkörniger und verrauschter, als das eben noch beim Fernsehen der Zukunft der Fall war.

    Auf jeden Fall eine gute Investition, wie ich denke. Selbst meine geniale Logitech Harmony 525 arbeitet perfekt mit dem neuen Empfänger zusammen. Jetzt fehlt mir nur noch ein BluRay oder HD-DVD Player, dann ist mein Homecinema vollständig. Dank HDMI-Anschluss und koaxialen digitalen Audioausgang des Receivers, konnte der gut in meine bestehende Anlage integriert werden.

  • Flacher, langsamer, kürzer.

    Der Computerindustrie haftet ja nicht zu Unrecht der Ruf an, dass sie sich ständig selbst überholt: Bestelle ich heute meinen neuen Computer bei Dell, so ist er morgen bei seiner Auslieferung bereits wieder veraltet. So verhält es nicht nur mit Computern, sondern beispielsweise auch mit Digitalkameras. Fünf, sieben, elf oder noch mehr Megapixel sind halt gute und billige Werbe- und Verkaufsargumente, mit denen der Kunde die einzelnen Digitalkameras vergleichen können soll.

    Menschen, die sich etwas mehr mit dieser Materie auseinander setzen wissen jedoch, dass das Megapixel-Argument bei weitem nicht das einzige Verkaufsargument für eine Digitalkamera sein kann. Da kommen dann noch Sachen wie geeignete Akkus, analoger Sucher, Bildstabilisator, ein guter optischer Zoom und vor allem eine gute Optik in Form eines hochwertigen Objektivs dazu.

    Dass mehr Megapixel sogar schlechtere Qualität bedeuten kann, will nun die Seite 6Mpixel.org zeigen. Gestoßen bin ich auf diese Seite über heise online, die eine Problematik aufgreift, die mir schon seit längerem bekannt war:
    Will man ein Digitalfoto erstellen, drückt man auf den Auslöser seiner Digitalkamera (so weit so gut). Licht fällt während der Belichtung durch das Linsensystem der Kamera auf einen CCD– oder neuerdings immer mehr CMOS-Chip, auf dem das Licht in elektrische Signale umgewandelt wird, die die Information des aufgenommen Bildes enthalten.
    Diese CCD- bzw. CMOS-Chips bestehen prinzipiell aus Silizium und werden in einem komplexen Verfahren aus Siliziumscheiben, den sogenannten Wafern hergestellt. Diese Siliziumscheiben sind recht teuer. Deswegen versuchen die Hersteller solcher Kamerachips, möglichst viele Chips aus einem Wafer heraus zu bekommen.
    Das heißt also, wenn ein neuer Kamerachip mit mehr Pixeln als der alte hergestellt werden soll, dann versucht man, gleich viele neue Chips aus einem Siliziumwafer heraus zu bekommen, wie das bei alten Chip der Fall war. Somit tummeln sich mehr „Pixel“ (im Fachjargon bezeichnet man die auf dem Chip als Aperturen) auf gleicher Fläche, was die Aperturflächen des neuen Chips kleiner macht als die des alten.
    Somit bekommt so eine Apertur des neuen Chips bei einer Aufnahme auch weniger Lichtenergie ab, als das bei der alten Apertur der Fall war. Klar: Auf weniger Fläche trifft in der gleich Zeit weniger Licht. Also muss das Signal im Vergleich zum alten Chip verstärkt werden. Dabei wird jedoch nicht nur das umgewandelte Lichtsignal verstärkt, sondern leider auch das Rauschen.
    Man kann also sagen, dass in der Regel moderne Digitalkameras mit mehr Megapixeln mehr rauschen, als das bei alten der Fall war und somit die Fotos eine geringere Qualität aufweisen.

    Auf der oben erwähnten Seite 6Mpixel.org finden sich jedoch noch ein paar andere Argumente gegen den Pixelwahn wie zum Beispiel die Tatsache, dass die in den Consumerkameras verbauten Objektive viel zu starke Verzeichnungen erzeugen, als dass sich die hohen Auflösungen rechtfertigen lassen würden.

    Noch eine Notiz am Rande: Digitalkameras, die in der Industrie beispielsweise zur Qualitätsprüfung oder ganz einfach zur Objekterkennung oder Bildverarbeitung eingesetzt werden, haben in der Regel gerade einmal eine Auflösung von 1280×1024 Pixeln.

    Nachtrag 1:
    Am 12.11.2007 hat das ZDF in der Sendung WISO einen Beitrag über das Thema gebracht, den ich hier gerne online stellen möchte.


    Nachtrag 2 (am 15.01.2008):
    Selbst die „Bild“-Zeitung hat sich dem Thema angenommen.

  • Darf ich jetzt kein Microsoft® Word mehr verwenden?

    Da sich unsere Politik etwas schwer mit den Risiken und Chancen moderner Technologie wie Computer und Internet tut und der Mensch ja mal eher generell alles meidet und fürchtet, was er nicht kennt bzw. was er nicht auf Anhieb versteht, hat wohl eben diese Politik den sogenannten Hackerparagrafen auf den Weg gebracht. Dieser Hackerparagraf stellt, etwas lapidar formuliert, die Entwicklung, die Verwendung oder den Besitz von Software, die zum hacken verwendet werden kann, unter Strafe.

    Prinzipiell ist ein Vorgehen gegen Kriminalität in Form von „Gesetze machen, wo es noch keine gibt“ ein löbliches Ziel, denn so wie sich unsere Umwelt entwickelt, so muss sich auch unsere Gesetzgebung anpassen. Allerdings gewinnt man bei oben erwähntem Hackerparagrafen doch eher den Eindruck, dass es sich hierbei mehr um Aktionismus handelt, als um ein gut durchdachtes, professionell erstelltes Stück Recht.

    Wie wäre es anders zu verstehen, dass das Gesetz ohne jegliche Diskussion sowohl Bundestag als auch Bundesrat passiert hat? Auch die schwammige Formulierung des Textes weißt meiner Meinung darauf hin, dass die werten Gesetzgeber anscheinend gar nicht so genau wissen, worüber sie da reden. Haben die etwa keine sachkundigen Berater? Handeln die etwa nach dem Prinzip, alles was böse Computerkriminelle anfassen ist auch böse und kriminell?

    Das größte Problem bei der ganzen Geschichte ist wohl, dass viele der jetzt gebrandmarkten Programme sowohl für gute, als auch für böse Zwecke eingesetzt werden können. Will jemand die Sicherheit eines Netzwerkes oder eines Computers testen, dann muss er wohl oder übel versuchen, bekannte Schwachstellen der Systeme zu finden oder mit entsprechenden Programmen dies automatisch erledigen lassen. Natürlich brauchen auch die Softwareentwickler selbst solche Tools, denn wer will schon mit nicht ausreichend auf Sicherheit getesteter Software arbeiten.
    Und dann gibt es da noch die Sorte von Programmen, die eigentlich nie die Intension hatten, für böse Zwecke missbraucht zu werden. Schließlich lassen sich mit dem in Microsoft® Office enthaltenen VBA beispielsweise Makroviren programmieren, die zwar heute keine große Verbreitung mehr haben, die aber jeder als schadhafte Software bezeichnen würde. Aber mit Microsoft® Office erstellen die meisten Leute doch wohl eher ihre Textdokumente, Präsentationen und Tabellenkalkulationen.
    Wenn man noch einen Schritt weiter gehen würde, so müsste man wohl auch den Besitz diverser Programmiersprachen strafbar machen. Irgendwann stand jeder Virus oder Wurm mal in Form von Programmcode vor einem sich in einem dunklen Hinterzimmer befindlichen Hacker.

    Die Jungs von TecChannel drehen den Spieß jetzt sogar um und haben Strafanzeige gegen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gestellt. Auf deren Homepage wird das Programm John the Ripper zur Verfügung gestellt, übrigens auch mit dem Hintergrund, die eigene Sicherheit zu erhöhen und nicht, um anderen Personen Schaden zuzufügen.

  • Hauptseminar Multimedia-Datenbanken: Content Delivery Networks

    Wie bereits vor ein paar Wochen angekündigt stell ich heute die Unterlagen zu meinem zweiten Hauptseminar aus dem vergangenen Sommersemester 2007 online. Betreut wurde das Seminar vom Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Kosch.

    Ausarbeitung: content_delivery_networks.pdf (314 KB)
    Präsentation: content_delivery_networks.pps (364 KB)

    Das Hauptseminar lief unter dem Titel Multimedia-Datenbanken und in Zuge dessen beschäftigte ich mich mit Content Delivery Networks.

  • BigBrother is watching you, and maybe, andere auch.

    Vor kurzem bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der kurz und knapp die geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen des deutschen Innenministeriums zum Schutz vor Terrorismus zusammenfasst.

    Ich will mich an dieser Stelle gar nicht darüber auslassen, ob das alles sinnvoll ist oder nicht oder ob das alles jetzt zum gläsernen Bürger ohne Geheimnisse und ohne Privatsphäre führt oder nicht oder ob das jetzt alles mit unseren Grundgesetzen vereinbar ist oder nicht. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, auch wenn uns dummerweise diese Entscheidung all zu oft von Vater Staat abgenommen wird. Nein, eigentlich hab ich mir mal gedacht, dass diese ganze tolle Flut an Daten doch wohl ein lohnendes Ziel für Kriminelle dritter Seite sein dürfte.

    Schließlich werden die meisten dieser fleißig gesammelten Bits und Bytes zentral gespeichert und jedes Speichersystem weist Lücken auf, über die sich unbefugte Dritte Zugriff verschaffen können.
    Zum Beispiel gibt von Staaten finanzierte Unternehmungen Hacker auszubilden, die sich dann Zugriff zu kritischen Systemen einer anderen Nation verschaffen sollen, um diese dann in irgend einer weise zu kompromittieren. Dich machen einerseits die vielleicht „harmlosen“ USA, aber ebenso die „schurkenstaatigen“ Nationen China und Nordkorea. Stickwort Wirtschaftsspionage im 21. Jahrhundert.
    Jedoch ist der Weg über ein Netzwerk durchaus nicht der Einzige, um an die gespeicherten Daten der deutschen Bundesbürger (und der paar wenigen Terroristen) zu gelangen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass von Seiten des Bundes einiges unternommen wird, seine Sammelwut gegenüber Eindringversuchen über ein Netzwerk zu schützen. Nein, es gibt noch sehr viel mehr Möglichkeiten, sich unberechtigten Zugriff zu verschaffen.
    Ein Experiment von „zufällig verlorenen“ USB-Sticks auf einem Firmengelände hat gezeigt, dass die Finder der USB-Sticks gleich mal aus Neugier die Fundstücke in ihre Firmenrechner gestöpselt haben. Schwupp die wupp hatten sie sich einen (in diesem Test harmlosen) Trojaner eingefangen, der es einem Angreifer oder Spion nun erlaubt hätte, den infizierten Rechner nach Belieben zu kontrollieren. Sowas nennt man dann Social Engineering.
    Darüber hinaus arbeiten bei Behörden nun mal Menschen und jeder Mensch „hat seinen Preis“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein finanzkräftiges Argument von Dritten für den ein oder anderen ein zu verlockendes Angebot sein kann, um den ein oder anderen Datensatz „vom Laster fallen zu lassen“.
    Und wer sagt denn, dass der im Moment in aller Munde befindliche Bundestrojaner, ähh die Remote Forensic Software, ein so sicheres Stück Software ist, dass nur der Bund mit ihm private Rechner ausspionieren kann. Wie schnell sowas nach Hinten losgehen kann zeigt die Rootkit-Technologie von Sony, die ziemlich schnell zweckentfremdet wurde.

    Man sieht also: Selbst wenn man unserem Rechtsstaat genügend Vertrauen entgegen bringt (was die meisten ohnehin nicht tun), dass dieser kein Schindluder mit den von ihm gesammelten (persönlichen) Daten treibt heißt das noch lange nicht, dass alles in Ordnung ist. Denn Dritte können sich durchaus Zugriff auf diese Daten verschaffen und diese dann nach Belieben missbrauchen.

  • Übertriebene Hygiene führt zu Allergien, oder so ähnlich.

    Eigentlich ist es reichlich sinnlos, einen Pingback auf BILDblog.de zu setzen, denn schließlich handelt es sich hierbei und den bekanntesten und meistgelesenen Blog Deutschlands. Trotzdem bin ich dort neulich auf einen Eintrag gestoßen, der mich etwas schmunzeln hat lassen.

    Dabei geht es um einen Tipp der „Bild“-Zeitung in ihrem Onlineportal, wie man sich vor Phishing schützen kann. „Bild“ empfiehlt hierzu das Deaktivieren der JavaScript-Unterstützung des Webbrowsers, was jedoch nicht unbedingt sinnvoll ist, denn auf diese Weise werden viele Onlineauftritte nicht mehr benutzbar, genauso wie das Onlineportal der größten deutschen Tageszeitung.

    Das ist ein eben so guter Rat wie derjenige, dass man seinen Computer am besten vor Viren und Angriffen schützt, indem man ihn vom Netz nimmt. Nur dummerweise ist er eben dann nicht mehr am Netzwerk, was in der heutigen Zeit wohl nicht mehr Sinn und Zweck eines Computers ist. Darüber hinaus lassen sich Computer infizieren, die sich in keinem Netzwerk befinden.
    Ebenso kann man sich ja auch komplett vom Straßenverkehr fern halten. Auf diese Weise ist man nicht mehr dessen Gefahren ausgesetzt. Doof nur, dass das einen ziemlich immobil macht.
    Bester Ratschlag des Tages ist wohl derjenige, auf’s Atmen zu verzichten. Schließlich ist der Sauerstoff in der Luft der Hauptgrund für das Altern von Zellen im Körper und damit für das Altern des Menschen im Allgemeinen. Tja, leider liegt die Zehnminutenüberlebensrate bei Aussetzen der Lungenatmung beim Menschen bei ziemlich genau Null.

    Tja, und die Moral von der Geschicht‘: Irgendwie müssen wir uns wohl oder übel damit abfinden, dass das Leben aus Risiken besteht, die sich leider nur zu einem gewissen Maße sinnvoll reduzieren lassen. Klingt doof, ist aber so.