Kategorie: Universität/Informatik/Technisches

Heimat für alles aus meinem Berufsleben oder sonstigen technischen Bereichen, die einen Mann interessieren.

  • Try & Error.

    Am letzten Sonntag hab ich’s endlich hinter mich gebracht: Mein Programmierpraktikum. Aus diesem Anlass möchte ich gleich zwei Blogeinträge online stellen. Den Ersten gibt’s heute. Teil zwei erscheint dann aller Voraussicht nach die nächsten Tage und wird die Ausarbeitung zu meinem Programmierpraktikum enthalten.

    Heute gibt’s aber erstmal ein bisschen zum „Schmunzeln“. Neben zahlreichen Bugs in meiner Software gab’s auch welche, die sich schön mit Bilder dokumentieren lassen. Schließlich handelt es sich um ein Tool, das die Beleuchtung von Zylindern simuliert und folglich auch Bilder produziert. Da kann so ein Programmierfehler oder eine falsch gesetzte Variable zu Bildern führen, die so nicht ganz dem realitätsnahen Anspruch meiner Software mithalten können. Also los geht’s…


    Das kommt davon, wenn man die Werte seiner Bildpunkte nicht im Blick hat. Dieses Bild ist aufgrund zahlreicher double-Überläufe entstanden. Noch dazu liegt die Lichtquelle der Szene genau hinter dem Zylinder, was eigentlich zu gar keiner Beleuchtung in dem Bereich führen dürfte, der von der Kamera eingesehen werden kann.


    Nanu, was ist denn hier passiert: Die unteren 2/3 sehen ja noch ganz OK aus, aber ab dem Fluchtpunkt sollte da doch nichts mehr sein. Stimmt, das kommt davon, wenn man die Sichtstrahlen des Raytracings zu stiefmütterlich behandelt. Die schneiden den Zylinder natürlich nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera, dort, wo sie eigentlich nichts sehen dürften. Schließlich hat eine Kamera keine Augen auf dem Rücken.


    Arrays hin und her zu kopieren ist eigentlich die Todsünde eines jeden Programmierers. Ab und zu lässt sich das aber nicht ganz vermeiden und wenn man nicht aufpasst, kommen solche tollen Streifen dabei raus.


    Und das passiert wenn man meint, dass sein Simulationsbild einen Pixel breiter und höher ist, als es tatsächlich zutrifft. Dann verschiebt sich beim Zeichnen der mühsam berechneten Pixel jede Zeile und jede Spalte ein wenig und über das ganze Bild betrachtet, sieht das dann so aus.

  • Auf den Hund gekommen.

    Dass das studieren des Boulevardfernsehprogramms doch ab und zu das ein oder andere Schmankerl zu Tage fördert, hatte ich ja schon mal geschrieben. Und wieder bin ich im Fernsehen über was Technisches gestolpert, bei dem’s meiner Meinung nach wert ist, dass ich drüber blogge.

    Am vergangenen Dienstag kam bei taffNet in der Nachmittagssendung taff auf ProSieben ein kleiner Bericht über einen von Boston Dynamics entwickelten Roboterhund, der mich ganz schön beeindruckt hat.

    Wie man auf der entsprechenden Seite im Internet von Boston Dynamics nachlesen kann, ist der „BigDog“ in der Lage, etwa 150kg Nutzlast durch unwegiges Gebiet wie Wälder, Bauschutt, Schotterpisten oder Schnee zu transportieren, ohne dass er dabei stecken bleibt oder umfällt. Auch ein Hindernisparcours ist kein Problem, ebenso wenig wie der aktive Versuch, den Roboterhund umzuschmeißen.

    Was für Ottonormalbürger jetzt nicht sonderlich spektakulär aussieht ist für Leute vom Fach fast schon eine mittelgroße Revolution, waren Roboter auf zwei oder vier Beinen in der Vergangenheit zu nicht viel mehr fähig als aufrechtem gehen oder vielleicht noch Treppen steigen. Sprinten oder im Kreis laufen gehörte da schon zum höchsten der Gefühle.

    Wer sich selbst ein Bild davon machen will, kann dies auf der entsprechenden Produktseite machen. Das Promovideo ist dabei meiner Meinung nach absolut sehenswert.

  • Einbinden von Vektorgrafiken in PDF-Dokumente mit LaTeX.

    LaTeX.Nachdem ich die letzten beiden Tage damit beschäftigt war, den Quelltext meines Programmierpraktikums zu kommentieren, habe ich heute mit dem Tippen der Ausarbeitung begonnen. Wie es sich für einen anständig wissenschaftlich arbeitenden Informatiker gehört, verwende ich dafür LaTeX.

    Dabei bin ich auf ein kleines Problem gestoßen bei dem es mich wundert, dass ich es nicht schon viel früher gelöst habe. Schließlich handelt es sich bei der schriftlichen Ausarbeitung meines Programmierpraktikums bei weitem nicht um mein erstes größeres LaTeX-Projekt. Es geht darum, Vektorgrafiken in Form von EPS-Dateien (Encapsulated PostScript) mit dem Befehl \includegraphics{} in ein PDF-Dokument einzubinden.

    Der Vorteil von Vektorgrafiken liegt auf der Hand: Sie lassen sich ohne Qualitätsverlust oder Entstehen von Artefakten skalieren, also vergrößern oder verkleinern. Natürlich eignen sich Vektorgrafiken nicht für jede Art von Bild (klassisches Gegenbeispiel ist das Foto). Aber jede Form von Diagrammen oder Schemata, wie sie ausschließlich in meiner Programmierpraktikumsausarbeitung vorkommen, speichert man am besten als Vektorgrafik.

    So lange man sein LaTeX-Dokument nach DVI oder PS exportiert, ist die Verwendung von EPS-Dateien, die Bilder als Vektorgrafiken speichern, kein Problem. Exportiert man sein LaTeX-Dokument jedoch nach PDF, ist man mit folgendem Problem konfrontiert: Der Export erfolgt in der Regel mittels des Befehls pdflatex und dieser akzeptiert nur PNG, BMP oder TIFF-Dateien als Bilddateien. Da keine dieser Bilddateien ein Vektorgrafikformat ist, muss man sich was einfallen lassen.

    Abhilfe schafft hierbei das Package \usepackage{epstopdf}: Es wandelt beim Übersetzungsvorgang alle im LaTeX-Dokument eingebundenen EPS-Dateien implizit in PDF-Dateien um, die dann als Bilder inkludiert werden können. Diese PDF-Dateien sind dann auch Vektorgrafiken, die in den PDF-Export übernommen werden. Man muss lediglich \usepackage{epstopdf} am Anfang seines LaTeX-Dokuments angeben. Die EPS-Dateien lassen sich dann wie gewohnt an gewünschter Stelle mit \includegraphics{dateiname.eps} einbinden.

    Eine Kleinigkeit muss man jedoch beachten: Bei epstopdf handelt es sich um ein externes Programm. Dies muss pdflatex beim Übersetzungsvorgang mitgeteilt werden, ansonsten erhält man eine Fehlermeldung der Form Shell escape feature is not enabled. MiKTeX verwendet hierfür den Parameter --enable-write18, teTeX und TeX Live den Parameter --shell-escape.

    Wer TeXnicCenter als LaTeX-Editor verwendet, dem sei an dieser Stelle schnell erklärt, wie er das Argument --enable-write18 automatisch übernimmt. Über „Ausgabe“ → „Ausgabeprofil definieren“ kann man unter „Argumente, die an den Compiler übergeben werden sollen“ das Argument --enable-write18 (für MiKTeX) angeben. In der Regel steht dort bereits -interaction=nonstopmode "%pm". Dem stellt man das neue Argument getrennt durch ein Leerzeichen einfach voran.

    Noch ein kleiner Hinweis am Rande: Wer will, dass seine Grafik automatisch auf die Breite des Textes skaliert wird, kann dies mit der Option width=\textwidth machen. Das Einfügen eines Bildes würde dann beispielsweise so aussehen: \includegraphics[width=\textwidth]{dateiname.eps}. Auch Skalierungen wie \includegraphics[width=0.4\textwidth]{dateiname.eps} oder \includegraphics[width=.7\textwidth-2cm]{dateiname.eps} sind möglich.

  • Von Piraten und Denkzettelverpassern.

    Die diesjährige CeBit liegt nun doch schon ein paar Wochen zurück, aber ich möchte hier an dieser Stelle doch noch auf eine Podiumsdiskussion verweisen, die auf der Computermesse vom Heise Zeitschriftenverlag veranstaltet wurde. Der Heise Zeitschriftenverlag dürfte den meisten durch ihre bekanntesten Magazine c’t und iX sowie den Heise Newsticker ein Begriff sein.

    In der Podiumsdiskussion ging es ganz allgemein um das Thema Filesharing, was natürlich zu einem Schwerpunkt Urheberrechtsschutz von multimedialen Inhalten und Kriminalisierung von Tauschbörsennutzern geführt hat. Zu diesem Zweck wurden unterschiedliche Vertreter der Medienindustrie, (Staats-) Anwälte und ein Vertreter der Piratenpartei eingeladen.

    Eine Videoaufzeichnung der gut zwei Stunden langen Diskussion, bei der natürlich auch Fragerunden des Publikums ein Teil waren (bei denen, wie sollte es auch anders sein, die Vertreter der Medienindustrie ganz schön unter Beschuss geraten sind), kann auf der Seite von Heise als Videostream angesehen werden. Wem die zwei Stunden zu viel sind, der sollte trotzdem mal einen Blick drauf werfen, denn bereits zu Anfang werden einige interessante Themen und Aspekte angesprochen.

    Ich persönlich fand die Diskussion äußerst aufschlussreich, weil die jeweiligen Vertreter alle wichtigen Argumente ihrer Seite nannten und gut klar gemacht haben, worum es ihnen geht. Und das fern ab von dunklen Hackern im dunklen Keller und einer geldgeilen Medienindustrie. So kann sich jeder selbst ein persönliches Bild und eine eigene Meinung bilden, denn das universelle Hammerargument konnte keine der beiden Seiten liefern. Es ist vielmehr so wie immer im Leben: In Zukunft wird es wohl die unterschiedlichsten Modelle geben, legal oder illegal an multimediale Inhalte ran zu kommen und jeder muss für sich selbst entscheiden, welches er nutzt. Auf jeden Fall hat die Medienindustrie den Ernst der Lage erkannt und bietet nach und nach immer mehr legale Angebote im Internet an, auch wenn diese nicht immer so aussehen, wie die Nutzer sich das wünschen. Die Zeiten, in denen jeder sich aber ungestört urheberrechtlich geschütztes Material illegal und kostenlos über Filesharingprogramme besorgen konnte, sind wohl endgültig vorbei.

  • Generationswechsel.

    Vor ein paar Wochen hock‘ ich beim Dom und seh‘ mir auf meinem Notebook die neueste Folge House in HD an. Auf einmal friert der Bildschirm ein und es bilden sich weiße, horizontale, äquidistante Streifen auf dem Display, während das Bild zwischen den Streifen immer heller wird.

    Nachdem ich festgestellt habe, dass dieses Problem immer dann auftritt, wenn mein Notebook längere Zeit unter Last läuft und diese „längere Zeit“ immer kürzer wurde stand für mich fest, dass es sich wohl um einen Hardwaredefekt handeln müsse, denn auch das Reinigen der Lüftung brachte keine Besserung. Dummerweise hatte mein Notebook nach 3½ Jahren keine Garantie mehr und da es sich wohl um einen Defekt des Grafikchips auf’m Mainboard oder des Mainboards selbst handelte, kam für mich eine Reparatur eher nicht in Frage. All zu böse war ich darüber jetzt nicht, denn in der Zeit hab ich mein Notebook wirklich exzessiv genutzt und hatte es auch oft dabei, wenn ich mal nicht zu hause war.

    Also musste das geschehen, was ich eigentlich erst nach’m Studium vorhatte (dann bezahlt von meinem ersten eigenen verdienten Geld): Ein neuer PC musste her. Und wenn schon, dann einer, mit dem ich auch die neusten Spiele spielen kann. Schließlich steht das große Lernen für meine Diplomprüfungen an. Da braucht man am Abend was zum abschalten, wenn sein soziales Umfeld mal keine Zeit für einen hat.

    Mittlerweile sind die Einzelteile bei mir eingetrudelt und auch schon zusammengebaut. Nachdem auf Anhieb hardwareseitig alles lief, war ich erstmal geschlagene zwei Tage mit Software installieren und vor allem konfigurieren beschäftigt. Mittlerweile hab ich das aber hinter mich gebracht un muss sagen, dass ich mir da ein grandioses Teil angeschafft habe: ‚Ne GeForce 8800 GTS von Nvidia, ’n Core 2 Quad Q6600 von Intel und 4GB DDR-2 Arbeisspeicher bieten ja auch genug Performance, um so ziemlich alles Aktuelle in höchster Monitorauflösung mit höchsten Details zu spielen (ja, auch Crysis fällt da bei mir nicht unter 18 FPS).

    Dabei stellt man fest, dass Schatten in Spielen zwar herrlich sinnlos sind, aber genauso herrlich aussehen. Zwar spiele ich die meiste Zeit meine beiden aktuellen Lieblingsspiele Command & Conquer: Tiberium Wars und Titan Quest: Immortal Throne, aber mit der neuen Kiste hab ich jetzt endlich die Möglichkeit, auch die grafische Crème de la Crème zu zocken. Dabei muss ich nur aufpassen, dass ich meine momentan zahlreich vorhandenen Verpflichtungen für d’Uni ned vernachlässige.

    Hab hier noch schnell zwei Bilder von meiner neuen Kiste:


    So sieht’s jetzt bei mir auf’m Schreibtisch aus: Monitor, Tastatur, Maus und Headset.


    Mein Tower von schräg vorne. Naja, wie so ein Tower eben aussieht. Auf die inneren Werte kommt’s an.

  • Der arme Pablo ohne Arme, Beine und innere Organe braucht Ihre Hilfe.

    Ich denke mal, in jeden Blog muss sich der Autor mal aufregen über einen besonders dummen Kettenbrief, den er auf irgendeine Art und Weise erhalten hat. Da ich in der Regel, wenn überhaupt, nur Kettenbriefe in der Form des Titels dieses Blogeintrags oder „schicke diese Nachricht an zehn deiner ICQ-Freunde und deine Blume wird zum Stern“ (was ganz bestimmt nicht funktioniert da ich Pidgin verwende) bekomme, ergab sich bisher noch nicht die Möglichkeit, einen derartigen Blogeintrag zu verfassen.

    Am Sonntag Abend wurden aber meine Gebete erhört und ich wurde Empfänger der nun folgenden Zeilen:

    bitte lesen
    wichtig
    Gesucht:
    AB-Rhesus negativ!!!

    wenn ihr nicht helfen könnt, Bitte weitersenden!!

    Wer hat diese Blutgruppe?

    Wegen Leukämieerkrankung dringend gesucht.
    Selber wäre man auch froh wenn’s weitergeleitet werden würde….

    DRINGEND!!!!!!!

    Knochenmarkspender Blutgruppe AB Rhfkt. negativ gesucht!

    Heiko S█████
    Eichendorffstr. █
    63███ ████████
    Tel. 0170/███████

    Ich wende mich an Euch, weil ich ziemlich verzweifelt bin. Ich hoffe, Ihr könnt mir und meiner Freundin helfen, und lest diesen Brief! Das Problem ist, dass meine Freundin an Leukämie erkrankt ist… Es hat sich herausgestellt, dass Sie nur noch wenige Wochen zu leben hat.

    Aus diesem Grund seid Ihr meine letzte Chance ihr zu helfen. Wir benötigen dringend eine/n Spender/in mit der Blutgruppe „AB Rhesus negativ“, der/die bereit wären, ggf. Knochenmark zu spenden. Dies ist für Euch nur ein kleiner Eingriff, kann aber meiner Freundin zu Leben verhelfen.

    Wenn jemand diese Blutgruppe hat, möchte er/sie sich doch bitte mit mir in Verbindung setzen.

    Alles weitere besprechen wir.

    Sendet bitte diesen Brief an alle, die Ihr kennt!!!

    Fragt in eurem Bekanntenkreis nach!!!!!

    Ich danke Euch für Eure Hilfe!!!

    Liebe Empfängerin, lieber Empfänger,

    auch wenn Sie wie ich nicht helfen können, seien Sie bitte so nett und verteilen diese Mail weiter, vielen Dank im Voraus!

    Angela G█████
    DV-Organisation Klinikum der ███████████ ██████████
    Tel.: 0941/███-████
    Fax: 0941/███-████

    Klinikum der ███████████ ██████████ Stefan M█████

    Tel.:0941/███-████
    Fax.: 0941/███-████
    █████-█████-█████-█████ ██
    93███ ██████████

    Ich habe ein wenig die Formatierung verändert und an den geschwärzten Stellen standen im Original tatsächlich reale Postanschriften, Handy- und Telefonnummern. Da ich mal davon ausgehe, dass der Kettenbrief in erster Linie dazu diente, die in ihm genannten Personen zu zu spammen, habe ich diese Daten unleserlich gemacht.

    Zuspammen deswegen, da es dem Autor ganz bestimmt nicht um einen Knochenmarkspender für wen auch immer geht. Denn neben der absolut kathastrophalen Aufmachung, völlig fehlenden Gliederung des Textes und Wechsel zwischen Du und Sie als Anrede des Lesers ist es jedem Laien möglich, innerhalb von nicht mal zwei Minuten mit Hilfe von Wikipedia zu klären, dass es sich beim Inhalt des Kettenbriefes schlicht und einfach um Humbug handelt: Im Artikel zur Stammzelltransplantation, zu der der Autor aufruft, steht klipp und klar, dass diese nicht von der Blutgruppe des Spenders sondern vielmehr von den Human Leukocyte Antigen Typen abhängt.

  • Subpixelgenaue Geometrierekonstruktion auf der Basis lokaler Raummodelle.

    Jetzt nehme ich mir doch mal die Zeit und schreibe ein paar Sätze zu meinem Programmierpraktikum. Das ist nämlich in diesem Semester meine universitäre Hauptbeschäftigung da es sich um den letzten Schein handelt, den ich für die Zulassung zu meinen Diplomprüfungen im Hauptfach, die ich im Spätsommer ablegen will, benötige. In so einem Programmierpraktikum geht es darum in Einzelarbeit im Zeitraum von drei bis sechs Monaten ein größeres Softwareprojekt auf die Beine zu stellen. Ich hatte ja bereits einen Andeutungsblogeintrag verfasst, der Außenstehenden wohl mehr Fragen als Antworten beschert hat. Deshalb hier ein paar ausführlichere Absätze. Werkeln tue ich an diesem Programmierpraktikum, dessen Titel auch gleichzeitig der Titel dieses Blogeintrags ist, schon seit Anfang/Mitte Oktober und ich schau‘, dass ich bis Mitte/Ende Februar alles über die Bühne gebracht habe. Also worum geht’s?

    Bei Qualitätssicherungsprozessen in der Industrie geht es oftmals um die schnelle Vermessung von technischen Bauteilen, also beispielsweise wie groß diese sind, wie sie im Raum liegen oder ob eventuell eine Verschmutzung oder Beschädigung vorliegt. Diese Bauteile sind meistens aus geometrischen Primitiven wie Kugeln, Kegeln, Zylinder, Quader oder dergleichen aufgebaut. Will man also Qualitätssicherung oder Bestimmung der geometrischen Eigenschaften eines technischen Bauteils durchführen, so muss man erstmal diese geometrischen Primitiven in den Griff bekommen.

    Die geometrische Primitive, mit der ich mich in meinem Programmierpraktikum beschäftige ist der Zylinder. Meine Aufgabe dabei lautet anhand eines Bildes, das von einem realen Zylinder (also zum Beispiel einem Draht oder einem Rohr oder der abgerundete Eckteil einer Tischkante) geschossen wurde, die Raum- und Lageparameter (wie Radius und Ausrichtung) des Zylinders zu ermitteln.

    Um diese Aufgabe zu meistern gehe ich wie folgt vor: Ich habe ein reales Foto des Zylinders, den ich vermessen soll sowie Informationen über die Oberflächeneigenschaften des Zylinders wie Rauheit oder Reflektanzeigenschaften. Darüber hinaus stehen mir Informationen über die Anordnung der Kamera, die das reale Foto geschossen hat und die Lichtquelle, die den Zylinder beleuchtet, zur Verfügung. Aus diesen Informationen erstelle ich nun virtuell im Computer ein gerechnetes Bild eines Zylinders, der die selben Oberflächeneigenschaften hat, wie der in der Realität fotografierte und der auf die selbe Weise beleuchtet wird. Da mir jedoch keine Lageinformationen des realen Zylinders zur Verfügung stehen (diese will ich ja bestimmen), entspricht das virtuelle Bild nicht dem geschossenen Foto.

    Der Clou bei der Sache ist nun, dass ich an den Lageparametern des Zylinders (genau handelt es sich dabei um fünf zu ermittelnde Parameter: Radius des Zylinders (ein Parameter), Neigung des Zylinders (zwei Parameter) und Verschiebung des Zylinders in der xy-Ebene (nochmals zwei Parameter)) so lange rumprobiere und herumexperimentiere, bis der Zylinder auf dem virtuell erstellten Bild genau so aussieht wie der Zylinder auf dem geschossenen Foto. Zu diesem Zweck gibt es eine „intelligente“ Art des Ausprobierens, die sich Nichtlineare Optimierung nennt.

    Um das virtuelle Bild zu erstellen brauche ich zum einen ein Modell der Beleuchtung des Zylinders und zum anderen eine Modellierung der Eigenschaften der Kamera, die das reale Bild geschossen hat. Bei ersterem handelt es sich um mehr oder weniger realistische Modelle zur Berechnung der Reflektanzeigenschaften des Zylinders beziehungsweise dessen Verhalten bei unterschiedlicher Beleuchtung. Bei letzterem wird beachtet, dass eine Kamera in der Realität nicht so arbeitet wie ein Raytracer. Näheres will ich an dieser Stelle jedoch nicht erwähnen, denn das würde schon sehr tief ins Detail gehen.

    Ich schau, dass ich, sobald mein Programmierpraktikum abgeschlossen ist, den Quelltext meines Programms und vor allem meine Ausarbeitung, in der die Vorgensweise dann sehr genau beschrieben ist, hier in meinem Blog online stellen kann. Nachdem’s vor ein paar Tagen schon das erste virtuell erstellte Bild in meinem Blog zu bestaunen gab möchte ich an dieser Stelle ein Bild posten, das den aktuellen Stand meiner Arbeit wiederspiegelt. Dabei handelt es sich zwar noch um ein Bild das via Raytracing erstellt wurde, die Kameracharakteristik also noch keine Rolle spielt, das aber schon wesentlich realistischer als mein allererstes Bild aussieht.

  • And the winner is: Blu-ray Disc.

    Nachdem das Filmstudio Warner Bros. vorletzte Woche auf der in Las Vegas stattfindenden Unterhaltungsmesse CES bekannt gegeben hat, dass es seine Filmtitel in Zukunft nur noch auf Blu-ray Disc an den Mann bringen möchte, scheint der Formatkrieg zur DVD-Nachfolge entschieden zu sein.

    Grundsätzlich konkurrierten zwei Medien um die Nachfolge der Digital Versatile Disc um dem interessierten Filmliebhaber hochauflösendes Fernsehvergnügen nach Hause zu bringen: Die HD DVD, hinter der ein Konsortium aus NEC, Microsoft, Toshiba, Intel, IBM und Hewlett Packard steht und die Blu-ray Disc, die Unternehmen wie Panasonic, Pioneer, Philips, Sony, Sharp und Samsung hinter sich weiß. Technisch gesehen bietet keines der beiden Medien einen so großen Vorteil, dass es sich gegen das andere durchgesetzt hätte und da hinter beiden Medien eine breite Lobby steht, stand ein langer Formatkrieg zwischen den beiden Formaten ins Haus, der drohte, auf dem Rücken der Kunden ausgetragen zu werden.

    Mit dem Entschluss Warner Bros. ihre Titel (Blockbuster wie die „Herr der Ringe“- und „Matrix“-Trilogie sowie die „Harry Potter“-Filme) in Zukunft nur noch auf Blu-ray Disc zu veröffentlichen, ist die Entscheidung im Formatkrieg wohl definitiv gefallen. Denn schließlich steht oder fällt ein Medium mit den Titeln, die auf ihm veröffentlicht werden und mit Warner Bros. auf ihrer Seite ist die Blu-ray Disc nun klar im Vorteil. Dieses Ereignis hat auch schon diverse Konsequenzen nach sich gezogen: So hat mit Universal ein weiteres großes Hollywoodstudio bekannt gegeben, ihre Filme auf Blu-ray Disc zu veröffentlichen, ebenso wie Constantin Film.

    So wie’s aussieht bleibt der HD DVD nur noch der Markt als Nachfolgeformat für die DVD im Nicht-Entertainmentbereich, also dem Speichern von Daten zum Beispiel von PCs. Diesen Bereich hat die DVD jedoch noch fest in der Hand, da Rohlinge und Brenner der Nachfolgeformate äußerst kostspielig sind. Außerdem ist die Vorherrschaft der Blu-ray Disc im Homecinema-Bereich kein gutes Omen für die HD DVD im Computerbereich.

    Mich persönlich freut diese Entscheidung: Ich hatte kein favorisiertes Format, da auch ich keinen Vorteil des einen Mediums gegenüber dem anderen sah. Allerdings finde ich es gut, wenn HD nun endlich mal in der breiten Masse ankommt. Die Verunsicherung, die zwei sich auf dem Markt befindliche, konkurrierenden Formate verursacht haben, dürfte nun ein Ende haben. Ich hoffe nun auf eine größere Auswahl von Blu-ray Disc Playern auf dem Markt und auf ein Ende der Zurückhaltung beim Umstieg auf die hochauflösende Fernsehzukunft. Da in meinen Augen eines der größten Kontra-Argumente dafür weggefallen ist, steht dem nun nichts mehr im Wege. Und ein erhöhtes Kundeninteresse führt zu sinkenden Preisen, was noch mehr Kunden die Entscheidung für einen Next Generation Player erleichtern dürfte. Ähnliches hat man ja auch schon bei der DVD gesehen.

    Zwar hinkt der Vergleich mit der DVD etwas, da es sich bei der DVD im Vergleich zur VHS-Kassette mit ihrer Digitalisierung um eine richtige Revolution handelte, allerdings steht hinter HDTV ja nicht nur der Homecinema-Bereich mit Kinofilmen sondern auch der klassische Fernsehbereich, der nach und nach sein Programm auf hochauflösende Inhalte umstellen wird und vor allem die Fernseherhersteller die versuchen, ihre schicken flachen Geräte an den Mann zu bringen. Vielleicht beschleunigt die Entscheidung für Blu-ray ja auch den Umstieg des Fernsehens von SD (bei uns in Europa das PAL-Format) auf HD. Ich würd’s mir auf alle Fälle wünschen.

    Ach ja, vielleicht war das ja eine Entscheidung für eine bereits überholte Technolgie. Am Nachfolger von HDTV wird nämlich schon gearbeitet.

    Nachtrag (am 16.01.2008):
    Habe zu diesem Thema noch einen recht interessanten Artikel gefunden, der die aktuelle Lage der Branche recht gut beschreibt und darüber hinaus noch auf weitere Aspekte eingeht, die ich an dieser Stelle auch bereits angesprochen habe (wie zum Beispiel die Zukunft der HD DVD im PC-Markt).

  • Durchbruch.

    Nur ganz kurz ein Bild der Früchte meines Erfolgs. Die meisten werden jetzt keine Ahnung haben, was es mit diesem Bild auf sich hat, allen anderen sei gesagt: Bei diesem Bild handelt es sich um das allererste, bei dem’s geklappt hat. Dementsprechend mau sieht’s noch aus.

    Wenn ich in den nächsten Tagen mal ein wenig Zeit hab, wonach’s leider nicht aussieht, werd‘ ich mal ein bisschen mehr über die Hintergründe des Bildes schreiben.

  • High Dynamic Range, Teil III: Beispiele.

    Was lange währt, wird endlich gut. Nach geraumer Zeit stelle ich den heiß ersehnten dritten und damit letzten Teil meiner HDR-Artikelreihe online.

    Im ersten Teil ging’s erstmal um die Grundlagen, was High Dynamic Range überhaupt ist und was es so besonders macht. Wer also noch nicht weiß, worum’s hier überhaupt geht, findet mit diesem Eintrag einen guten Einstieg in die Materie. Anschließend präsentierte ich im zweiten Teil ein kleines Tutorial, mit dessen Hilfe sich HDR-Bilder erstellen lassen. Dazu verwende ich die Software Photoshop und das Tone-Mapping PlugIn von Photomatix. Zum Abschluss möchte ich noch ein paar von mir selbst erstellte Bilder online stellen, die die Möglichkeiten von HDR illustrieren sollen, ganz unter dem Motto: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“.

    Die drei Bilder in klein stellen immer das Ausgangsmaterial dar: Aufnahmen des selben Szenarios, jedoch mit unterschiedlicher Belichtung. Darunter ist dann in groß immer das aus dem Rohmaterial erstellte HDR-Bild. Darüber hinaus geb’s ich noch ein paar Informationen wie zum Beispiel die Belichtungszeiten der ursprünglichen Bilder. Ein Klick auf die Bilder führt zu den Aufnahmen in 7,1 Megapixel Originalauflösung.

    Die Rohaufnahme links wurde mit der von meiner Digitalkamera vorgeschlagenen Belichtungszeit von vier Sekunden geschossen. Dabei war der Blitz natürlich deaktiviert. Das unterbelichtete Bild hat eine Belichtung von 1/8 Sekunde, das überbelichtete von acht Sekunden.
    Die Szenerie war eigentlich schon sehr dunkel, nur die Beleuchtung des gelben Hauses und der schmale Lichtstreifen am Horizont sorgten für Licht.

    Belichtungszeit Normalaufnahme: 1/125 Sekunde. Belichtungszeit unterbelichtetes Bild: 1/500 Sekunde. Belichtungszeit überbelichtetes Bild: 1/60 Sekunde.
    Da draußen die Sonne schien und vom Licht einiges ins Zimmer fiel, fallen die Belichtungszeiten allesamt recht kurz aus.

    Belichtungszeit Normalaufnahme: 1/30 Sekunde. Belichtungszeit unterbelichtetes Bild: 1/250 Sekunde. Belichtungszeit überbelichtetes Bild: 1/6 Sekunde.
    Wie unschwer zu erkennen ein Sonnenuntergang, deshalb die Belichtungszeiten allesamt ein wenig länger. Leider ging ein wenig der Wind, weshalb die Blätter der Eiche ein wenig unscharf geworden sind.