Schlagwort: Kabarett

  • Ulbi et Olbi.

    Vom 05. bis zum 16. November findet an der Universität Passau in Zusammenarbeit mit dem Scharfrichterhaus Passau die Vortragsreihe „Götter, Spötter & Gelehrte“ statt. Zum Programm gehören kabarettistische Auftritte von Künstlern wie Bruno Jonas oder Hape Kerkeling genau so wie diverse Podiumsdiskussionen. Das obige Motto passt dabei ganz gut zum Stil des Scharfrichterhauses.

    Unter dem Motto „Dran glauben müssen wir alle – gesagt ist gesagt“ steuerte heute Abend Urban Priol seinen komödiantischen Teil bei. Leider hatte ich nur für diese eine Kabarettveranstaltung Karten ergattern können, was die Vorfreude jedoch noch vergrößerte. Knapp eineinhalb Stunden ging’s um (die hauptsächlich katholische) Kirche und vor allem deren Vertreter auf Erden (allen voran der aktuelle Papst Benedikt XVI.) sowie um Politikgrößen wie Franz Strauß, Edmund Stoiber, Helmut Kohl, Guido Westerwelle und George W. Bush. Insgesamt sehr kurzweilig aber leider konnte ich der ein oder anderen Pointe nicht folgen, was den Abend vielleicht noch witziger gemacht hätte.

    Was mich ein wenig gewundert hat war die Tatsache, dass das Publikum doch hauptsächlich aus Vertretern der „älter als Studenten“-Generation bestand. Zwar waren auch zahlreiche aktive Hochschüler anwesend, jedoch hätte ich da mit deutlich mehr Vertretern gerechnet, wenn das ganze schon auf dem Gelände der Uni statt findet. So waren doch eher die Scharfrichterhausgänger in der Mehrheit.

  • Mathematik feat. Musik.

    Vorgestern, am Donnerstag, war ich im Passauer Scharfrichterhaus im Kabarett. Auf dem Programm stand Dietrich „Piano“ Paul.

    Aufmerksam wurde ich in einer meiner Vorlesungen gemacht als es hieß, dass es sich hierbei mal nicht um das typische politische sondern um musikalisches und mathematisches Kabarett handelt und nachdem sich einige von meinen Unispezeln gefunden hatten die mitkamen, ließ ich mich auch nicht lumpen. Unter’m Strich lief das Ganze darauf hinaus, dass bestimmt 70% der anwesenden Hörerschaft von der Uni kamen, genauer gesagt aus’m Informatik- und Mathematikbereich kamen, unter anderem auch zahlreiche Professoren.

    Aber nun zum Kabarett selbst: Thematisch ging’s rund um den geistigen Verfall der deutschen Gesellschaft, eben mit viel Fokus auf Mathemetik und Musik. Wer nun denkt, dass es sich hierbei um zwei unvereinbare Themen handelt, der sollte sich wirklich eines besseren belehren lassen. Angefangen von diversen Rechenfehlern in großen deutschen Zeitungen, über die amüsantesten Neuinterpretationen bekannter klassischer Stücke, bishin zu eigenen Erfahrungen mit der geistigen Leistungsfähigkeit angehender deutscher Akademiker war einiges geboten.
    Ich muss sagen, dass wirklich keine zwei Minuten bei dem Proramm dabei waren (welches locker über zwei Stunden dauerte), die nicht langweilig, ach was sag ich, die nicht höchst unterhaltsam waren und bei denen das Publikum nicht in schallendes Gelächter ausbrach.
    Auch meine Befürchtung, dass mir persönlich der Mathematik-, der Musikteil jedoch nicht gefallen würde, bestätigte sich überhaupt nicht. Man musste sich weder im musischen, noch im mathematischen Bereich zu Hause fühlen, um das Programm richtig gut zu finden.

    Zwar verriet ein Blick ins Publikum, dass sich einige (vor allem ältere Semester) ein kulturell anspruchsvolleres Programm erwartet hätten, diese waren jedoch weit in der Minderzahl.

    Außerdem hätte ein Blick in das Buch Pisa, Bach, Pythagoras bereits im Vorfeld einiges über das Programm verraten. Dabei handelt es sich im Grunde um das Programm in literarischer Form, allerdings eben schön zum konzentrierten Nachlesen, damit auch keiner die wirklich zahlreichen Gags verpasst wird.

    Alles in Allem muss ich sagen, dass es ein mehr als gelungener Abend war und es sich vielleicht sogar um die beste Kabarettvorstellung handelte, die ich bisher besucht hab. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich mit meinem Informatikstudium nahe an der mathematischen Bildungsproblematik Deutschlands liege, aber ich denke wie bereits erwähnt, dass es auch jedem anderen richtig Spaß gemacht hätte.

    Auf jeden Fall fand ich die Vorstellung besser als die vom Josef Hader (Hader muss weg), welche zwar wirklich ihre einzelnen Höhepunkte hatte, gegen das gleichmäßig sehr hohe Niveau von Dietrich „Piano“ Paul aber doch nicht ankommt.

    Nachtrag:
    Wiedermal findet sich auch im Blog vom Dom was zu Pisa, Bach, Pythagoras von Dietrich „Piano“ Paul.

  • Hader muss(te) weg. (Zum Glück nach Passau.)

    Endlich war’s gestern Abend soweit: Zusammen mit da Karin und’m Tom hab ich mir das aktuelle Programm „Hader muss weg“ von Josef Hader angesehen. Als Fan seiner Filme (u.a. „Komm süßer Tod“ und „Silentium“) und Schätzer des österreichischen Humors eigentlich ein Muss.

    Anfangs wurden meine Erwartungen auch vollstens erfüllt. Das richtig gute Intro ließ des Publikum keine ruhige Sekunde mehr. Typisch Hader bekam jeder sein Fett weg: Ausländer (vor allem die Kroaten, welche wohl das österreichische Äquivalent zu unseren Türken sind), soziale Gruppen (wobei er auch vor seinem eigenen Berufszweig der Kabaretisten und sich selbst nicht halt hielt) und selbst die österreichische NS-Zeit musste dran glauben. Wer jetzt denkt, dass es sich hierbei einfach nur um plumpes Eindreschen auf allerlei Leute handelte, der irrt. Denn eigentlich hat er lauter Sachen gesagt, die jeder von uns schonmal gedacht hat und die Späßchen blieben (für österreichische Verhältnisse) über der Gürtellinie.

    Allerdings flaute das Programm dann ein bisschen ab: Wer Hader kennt, kennt auch seinen Humor, deswegen sank im Laufe der Zeit die Zahl der neuen Ideen und Brüller. Nichts desto trotz immer noch ein äußerst kurzweiliges Programm.

    Zum Schluss hinaus gab’s dann doch nochmal ein Feuerwerk (Stichwort: Die fette Katze) und vor allem die Zugabe war der Hammer.

    Summa Summarum war’s ein richtig unterhaltsamer Abend. ‚N klitzekleines bisschen war ich zwar enttäuscht, was aber wohl an meinen überzogenen Erwartungen lag. Schließlich waren die Kritiken von SZ und co. ja gigantisch. Dennoch gab es schönen schwarzen österreichischen Humor vom Feinsten, der wohl auch nur bei den Bayern als Vertreter Deutschlands richtig gut ankommt.
    Und zu guter letzt kann man sagen, dass ich nun auch endlich mal die Redoute von Innen gesehen habe, was für ’nen passauer Studenten wie mich doch eher ungewöhnlich ist.