Mein persönlicher Jahresrückblick 2010: Christoph in der großen Stadt.

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Wirft man einen Blick auf meine Blogeinträge des heute zu Ende gehenden Jahres, vor allem auf die der letzten Wochen und Monate, so kann man den Eindruck gewinnen, dass 2010 ein recht ereignisloses und langweiliges Jahr bei mir war, zumindest wenn man das Ganze quantitativ betrachtet. So waren Oktober und November 2010 die ersten beiden Monate überhaupt, in denen ich keinen einzigen Artikel geschrieben habe. Dass jedoch die vergangenen 364 Tage gerade diejenigen mit den größten Änderungen in meinem Leben überhaupt waren, das will ich in meinem Jahresrückblick nochmal unterstreichen.

Das Jahr begann gleich mit einer Großbaustelle: Der Fertigstellung meiner Diplomarbeit. Sie war der letzte Akt meines Studiums. Da Großbaustellen nun mal Zeit brauchen, bis sie fertig gestellt sind, beschäftigte mich meine Diplomarbeit bis Anfang April, genauer gesagt bis zum 7. April. Zwei Tage früher als die Deadline konnte ich meine Abschlussarbeit abgeben. Somit war mein Informatikstudium abgeschlossen und ich konnte mich meiner nächsten beruflichen Herausforderung widmen.

Die lautet: Promotion an der Technischen Universität München. Seit Juni arbeite ich dort am Chair of Scientific Computing I5 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Einerseits ist das der Grund für die stark zusammengeschrumpfte Blogfrequenz, andererseits ergeben sich durch die Arbeit zahlreiche bloggenswerte Ereignisse: Organisation gleicher zweier Absolventenfeiern (die große der Fakultät für Informatik und die für den Masterstudiengang Computational Science and Engineering) und einer Weihnachtsfeier, das Leben als Programmkoodinator eines internationalen Masterstudiengangs, das Arbeiten an der TUM im Allgemeinen und vieles, vieles mehr.

Auch meine beiden Umzüge (zuerst von Tittling nach Neuperlach, dann von Neuperlach nach Schwabing) wären ein paar Blogeinträge wert gewesen. Aber leider: keine Zeit. Ebenso wie für die privaten Erlebnisse, die ich im letzten halben Jahr in München hatte.

Auf jeden Fall gefällt es mit sehr sehr gut in München. Der Sprung von der Provinz in die Metropole ist geglückt. Ich habe eine Top-Wohnung, Spitzen-Kollegen und meine neue Arbeit macht mir trotz des ganzen Stresses und der unzähligen Überstunden sehr sehr viel Spaß.

Glücklicherweise besteht das Leben nicht nur aus Arbeit. Freizeitevent des Jahres war ganz eindeutig die Fußball Weltmeiersterschaft 2010 in Südafrika. Zwar kam die Stimmung und die Begeisterung nicht ganz an die von vor vier Jahren heran (vor allem während der Vorrunde), jedoch waren die Turnierwochen im Juni und Juli wieder grandios. Nicht zufällig stammt auch mein Foto des Jahres 2010 aus dieser Zeit. Dank der zahlreichen Jahresrückblicke, die einem traditionell im Dezember um die Ohren gehauen werden, wurde mir erst wieder bewusst, wie genial, spannend, aufwühlend und freudig die beiden Partien gegen England und Argentinien waren. Spanien wurde verdient Weltmeister, jedoch wäre ein Finale mit deutscher Beteiligung bestimmt ansehnlicher gewesen *gg*.

Mein persönliches Highlight neben der Fußball Weltmeiersterschaft war mein diesjähriger Sommerurlaub. Mit meiner Meerjungfrau ging’s zum dritten mal auf Deutschland’s 17. Bundesland, ähhh…, die größe Baleareninsel Mallorca.

Nicht nur die Anzahl meiner Blogeinträge hat unter meinen neuen Lebensumständen (hmm, Umstände klingt immer so negativ, dabei sind meine „Umstände“ ja was äußerst positives) gelitten, sondern auch meine Sportlichkeit. So sprang in den letzten zwölf Monaten nur ein einziges privates Großevent heraus, die Wanderung auf den Berchtesgadener Hochthron. Radfahr- und joggingtechnisch war dagegen so wenig los wie schon seit Jahren nicht mehr.

Im nun zu Ende gehenden Jahr, gingen auch zahlreiche Serien zu Ende: Nip/Tuck, Lost und Heroes, um nur einige zu nennen. Einen richtigen Ersatz für diese Serien habe ich diese Season allerdings noch nicht gefunden. Dafür habe ich mir die original Star Trek Serie und vor ein paar Tagen, wie es sich für einen Neumünchner gehört, alle Folgen Monaco Franze reingezogen.

Hmm, blicke ich so auf meinen bisherigen Jahresrückblick muss ich tatsächlich feststellen, dass dieses Jahr tatsächlich nicht soo viel los war, also rein von der Anzahl der Ereignisse her. Dafür handelt es sich fast ausschließlich um Großevents. Und was war sonst so in der Welt los? Einiges, wie jedes Jahr:

  • Seit Bestehen meines Blogs könnte ich mich nicht daran erinnern, dass es in einem Jahr so viele so große Naturkatastrophen gegeben hätte. Ob nun die Erbeben in Chile, China und vor allem Haiti, der Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island, die Waldbrände in Russland oder das Hochwasser in Pakistan: Dieses Jahr kam’s knüppeldick.
  • Nachdem 2009 das Krisenjahr war, waren dieses Jahr die Nachwirkungen zu spüren: Sowohl Griechenland und Irland musste von der Europäischen Union massiv unter die Arme gegriffen werden. Die nächsten Kandidaten stehen schon in der Schlange: Portugal, Spanien und Italien.
  • Hatte ich schon erwähnt, dass 2010 Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika war? Aber natürlich gab’s noch andere sportliche Großereignisse. So fanden Anfang des Jahres die Olympischen Winterspiele in Vancouver statt und Sebastian Vettel tritt als Formel 1-Weltmeister endgültig in die Fußstapfen Michael Schumachers. Besonders die Winterspiele lockerten meinen Diplomarbeitsalltag doch deutlich auf.
  • Nach 28 Jahren gewinnt mit Lena Meyer-Landrut wieder eine Deutsche den Eurovision Song Contest.
  • Der Untergang der Ölbohrplattform Deepwater Horizon führt zu einer gigantischen Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die erst nach Monaten gestoppt werden kann. Von den Dauerölkatastrophen im Nigerdelta berichtet komischerweise kaum jemand.
  • 2010 ist das Jahr der innenpolitischen Rücktritte: Horst Köhler, Roland Koch und Ole von Beust sind nur die prominentesten Beispiele.
  • Das Sommerloch wurde dieses Jahr (etwas verspätet) durch eine Integrationsdebatte gefüllt, angestoßen durch das Buch „Deutschland schafft sich ab“ des ehemaligen Bundesbankers Thilo Sarrazin. Wenn man so wie ich jeden Tag mit Studenten aus aller Welt zu tun hat, dann wirkte im Nachhinein diese Diskussion, naja, wie soll ich’s ausdrücken: grotesk.
  • Das Wort des Jahres 2010 ist „Wutbürger“. Anlass sind die Proteste gegen Stuttgart 21 und den Ausstieg aus dem Atomausstieg.
  • Der FC Bayern München ist wieder einmal Deutscher Fußballmeister geworden. Und DFB-Pokal Sieger. Und beinahe auch Champions League Sieger. Das gelang dafür den Damen von Turbine Potsdam.

So, das war das Jahr 2010 und auch mein letzter Blogeintrag überhaupt. Wie gestern angekündigt, plane ich, meinen Weblog aufzugeben. Allen meinen Lesern wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2011 und bedanke mich abschließend für die 4½, in denen ihr mein Onlinetagebuch besucht habt.

Mein Hauptziel für 2011 ist das Finden einen lohnenswerten Dissertationsthemas. Klingt nach nicht all zu viel, nach dem Jahr 2010 kann man’s jedoch auch mal ein bisschen ruhiger angehen lassen.

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