Schlagwort: Nip/Tuck

  • Aus dem Tagebuch eines Serienjunkies Teil III.

    Status gelb/rot.

    Es ist mal wieder an der Zeit, den aktuellen Fortschritt diverser Serien zu beurteilen (Teil I und Teil II können hier nachgelesen werden). So wie’s aussieht wird dies mein letzter Blogeintrag zu diesem Thema in der Seriensaison 2008/09 sein. Ein Teil IV ist eher unwahrscheinlich.

    Battlestar Galactica.Oh mein Gott ist Battlestar Galactica im Moment langweilig, gähnend langweilig. Bereits die dritte Staffel der Serie konnte bei Weitem nicht an das Niveau der ersten beiden Staffeln anknüpfen. Mit dem ersten Teil der vierten Staffel ging’s noch weiter bergab und die jetzt laufenden letzten Folgen der Serie markieren auch deren Tiefpunkt. Es passiert wirklich nichts, absolut nichts. Und wenn sich doch mal was tut, dann ist es so sinnlos wie ein Kropf oder vorhersehbar wie der Aufgang der Sonne am nächsten Morgen. Mag ja sein, dass die Serie versucht, eine depressive Grundstimmung aufzubauen, aber dies schadet der Geschichte rund um die letzten Überlebenden der Menschheit massiv. Darüber hinaus haben sämtliche Charaktere der Serie ihren Charme, ihren Charakter, ihre Besonderheiten, ihre Coolness oder was sie auch sonst immer hatten, verloren. Ob Laura Roslin, Saul Tigh oder Gaius Baltar: Diese Liste ließe sich noch ewig weiterführen. Alle Personen, die mich mal besonders interessierten, tun dies mittlerweile nicht mehr. So ist es wohl das Beste, dass die Serie in wenigen Wochen ihr Ende findet. Vielleicht kann sie mich ja nochmal ein bisschen überraschen. So richtig kann ich daran jedoch nicht glauben.

    Nip/Tuck.Auch die aufgrund des letztjährigen Drehbuchautorenstreiks in zwei Teile zerfallene (übrigens genau so wie bei Battlestar Galactica) fünfte Staffel meiner ehemaligen Lieblingsserie Nip/Tuck bestätigte den Abwärtstrend von Staffel drei und vier. Da wird immer mehr auch noch so Abstruses in eine Folge gepackt, sodass die krassen Einzelschicksale und Geschichten nur noch unglaubwürdig, ja sogar schon lächerlich wirken. Absolut repräsentatives Beispiel dieser traurigen Feststellung war die dritt- oder viertletze Folge der gerade ausgelaufenen Staffel, als in einer Folge Christian erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat und daraufhin um Liz’s Hand anhält, während Sean sich gleich zwei mal von der Femme fatale Teddy trennt, nur um kurz drauf wieder mit ihr zusammen zu kommen. Zwischendrin gibt’s natürlich noch einen Patienten, der aber aufgrund der ganzen anderen Ereignisse eine komplett untergeordnete Rolle spielt. Nip/Tuck hat halt einfach vollkommen an Glaubwürdigkeit (soweit man bei der Serie von „Glaubwürdigkeit“ reden kann) verloren. Der einzige Lichtblick des zweiten Teils der fünften Staffel, die neu eingeführte Person Raj wurde praktisch beiläufig ins Drehbuchnirvana verfrachtet. Bleibt wieder mal zu sagen: Die ersten beiden Staffeln von Nip/Tuck waren und sind überragend und ein hell leuchtender Stern am Serienhimmel. Alles was bei der Serie danach kam, kann man getrost links liegen lassen.

    Heroes.Auch die Entwicklung der aktuellen Staffel von Heroes veranlasst mich, die Serie schlecht zu reden, wo’s nur geht. Während in meinem letzten Blogeintrag, in der ich die Serie erwähnte, noch ein schmaler Silberstreifen am Horizont zu erkennen war, stellte sich nun heraus, dass es sich um den Unter- und nicht um dem Aufgang der (vom Mond verdeckten) Sonne handelte. Der „große Sylar“ mutiert zum Emo, das bereits erwähnte ständige Seitenwechseln der (mittlerweile doch stark überschaubaren) Protagonisten geht fleißig weiter und wirklich packende Überraschungen sind absolute Mangelware (genau so wie bei Battlestar Galactica und Nip/Tuck). Konnte die erste Staffel noch davon zehren, ein bereits bekanntes Szenario (das der Menschen mit besonderen Fähigkeiten) mit viel Geld spektakulär in Szene zu setzen, leidet die Serie seit der zweiten Staffel ganz eindeutig an einem mangelhaften Drehbuch, das sich nur auf Stereotype verlässt (die trotzdem ständig die Seiten wechseln, man kann’s gar nicht oft genug erwähnen) und kaum mehr zu unterhalten weiß. So wirkt Heroes nur noch wie ein billiger Abklatsch von 4400, bei der sich das Szenario ständig änderte und man von Staffel zu Staffel einen Fortschritt erkennen konnte, der einen einfach unterhalten hat. Fazit: Heroes ist einfach nur noch fad.

    Lost.Aus den ganzen Serienenttäuschen sticht die aktuell fünfte Staffel von Lost wie ein Leuchtfeuer im Sturm heraus. Nun zahlt es sich endlich aus, vier Staffeln lang zahlreiche Handlungsstränge aufgebaut zu haben, mit einem festen Ziel vor Augen. Dass so ein Konzept dauerhaft fesselt, fasziniert und unterhält hat bereits Babylon 5 gezeigt. Die Serie von Schöpfer J. J. Abrams macht richtig Druck. Viel zu schnell vergehen die gut 40 Minuten, die jede Woche an Material nachgereicht werden. Ich kann gut verstehen, dass es zahlreiche Zuschauer gibt, denen das jetzt nicht mehr wirklich realistische Szenario mit Zeitreisen nicht mehr gefällt. Auf mich trifft das jedoch nicht zu. Stattdessen freue ich mich über die Enthüllung zahlreicher in den letzten Jahren aufgebauten Geheimnisse, die schlüssig aufgeklärt werden, ohne dass man befürchten muss, dass für die restlichen 1½ Staffeln nicht mehr genügend Material übrig ist. Bleibt nur zu sagen: Ganz eindeutig Daumen nach oben. Momentan das Beste, was die Glotze zu bieten hat.

    The IT Crowd.Ein wenig außer Konkurrenz lief Ende letzten Jahres die dritte Staffel von The IT Crowd. Dass die Serie äußerst sehenswert ist, habe mittlerweile nicht nur ich gemerkt. Und auch die dritte Staffel der britischen Komödie war gespickt mit Gags, Gags und noch mehr Gags. Die werden getragen von den drei wirklich hervorragend gespielten Protagonisten Roy, Moss und Jen. Allein die Rolle von Richmond fehlt in der letzten Staffel ein wenig, was aber keineswegs dazu geführt hat, dass ich pro Folge nicht wieder mehrmals richtig laut lachen musste. Wieder eine klare Empfehlung an all diejenigen, die die dritte Staffel noch nicht gesehen haben oder die Serie vielleicht noch gar nicht kennen. Da ist’s natürlich sehr schade, dass The IT Crowd der Inbegriff von kurz ist: Jede Staffel hat nur sechs Folgen, von denen jede leider nur 23 Minuten dauert. Abschließend bleibt nur noch das Zitat schlechthin dieser Staffel zu erwähnen: „Ich bin ein verdammter Nerd!“.

    Das war’s dann wohl in diesem Jahr mit Serienkritiken. Demnächst werde ich wahrscheinlich noch eine nachreichen, die sich jedoch um eine Serie dreht, die bereits abgeschlossen ist, von der also keine neuen Folgen mehr erscheinen.

    Ansonsten hoffe ich, dass Battlestar Galactica vielleicht doch noch ein gutes Serienende bekommt. Ebenso hoffe ich, dass Heroes vielleicht endlich mehr aus seinem massig vorhandenen Potential macht als das ständige sich im Kreis drehen. Naja, und falls aus Beidem nix wird, dann muss Lost mich eben entschädigen. Und das tut’s im Moment mehr als reichlich.

    Status gelb/rot.

  • Kaum sind die neuen Serienstaffeln da, sind sie auch schon wieder weg.

    Eigentlich sollte das hier ja mein Blogeintrag zum Start der diesjährigen Seriensaison werden. „Dank“ des Drehbuchautorenstreiks in Hollywood jedoch kann ich auch gleich mal mein Resumé zu den meisten Serien, die diesen Winter laufen/liefen, abgeben.

    Ganz allgemein kann man sagen, dass dieser Serienwinter qualitativ ein richtig guter ist: Alle Serien können das hohe Niveau der letzten Staffel halten (zum Beispiel Heroes), es sogar übertreffen (wie Dexter) oder einen temporären Durchhänger gut überwinden (bestes Beispiel ist da Nip/Tuck).

    Allerdings sind gleich zwei meiner Lieblingsserien Opfer des schon eingangs erwähnten Drehbuchautorenstreiks geworden, nämlich Desperate Housewives und Dexter. Bei beiden Serien merkt man voll, dass in den erschienenen Folgen zahlreiche Handlungsstränge aufgebaut wurden, die jedoch mit dem unfreiwilligen Ende der Staffel abrupt zunichte gemacht wurden (beziehungsweise werden mussten). Zwar hat man es geschafft, das vorzeitige Staffelende halbwegs vernünftig mit den ohnehin geplanten Folgen zusammen fallen zu lassen, ein gewisses „Abhacken“ ist aber trotzdem voll zu spüren. Sehr schade, denn die aufgebauten Handlungsstränge in beiden Serien hatten sehr sehr viel Potential. Aber nun zu den Serien im Einzelnen:

    Dexter.Die beste Serienstaffel dieses Winters ist meiner Meinung nach die zweite Staffel von Dexter. Das soll nicht heißen, dass die zahlreichen anderen Serien, die ich mir anschau‘ diesen Winter nicht gut sind, aber Dexter sticht nochmal positiv heraus.
    Obwohl die Episoden mit über 50 Minuten Spielzeit immer etwas Überlänge haben war diese Staffel so dermaßen kurzweilig, dass ich es wie bei keiner anderen Serie nicht mehr erwarten konnte, bis die nächste Episode ausgestrahlt wird. Soo oft stand man kurz vor dem Punkt an dem man sagte, dass das dunkle Geheimnis von Dexter jetzt einfach auffliegen muss. Eine richtig richtig spannende Krimiserie.
    Da kam es mir ganz recht, dass ich an die zwölfte und letzte Episode der Staffel frühzeitig ran gekommen bin, in der sich sehr viel in Wohlgefallen auflöst aber ohne, dass dies künstlich wirkt. Nur dass Sgt. Doakes stirbt, find‘ ich etwas schade. Den mochte ich recht gern, weil er irgendwie, vor allem in dieser Staffel, der Antiheld im Vergleich zu Dexter war, der für sich selbst ja eigentlich schon irgendwie ein Antiheld ist. Aber zum Glück starb Doakes nicht durch die Klinge Dexter’s.

    Desperate Housewives.Eine Serie, die ich erst seit letztem Sommer schaue ist Desperate Housewives. Naja, eigentlich ist das ja mehr die Serie von meiner Meerjungfrau, aber da es sich bei Desperate Housewives um leichte, schön beschwingte und seichte Handlung handelt, eigenet sie sich sehr schön zum Abschalten.
    Auch in der vierten Staffel wurden viele verstrickte Fäden von Verschwörung und Geheimnistuerei gesponnen, die jedoch abrupt durchschnitten wurden, denn nach gerade einmal neun Episoden fiel Desperate Housewives dem Drehbuchautorenstreik zum Opfer. Das tat der Serie gar nicht gut, denn viel war in den ersten neun Episoden eigentlich nicht passiert. Dafür gibt’s am Ende nochmal ’ne richtig spektakuläre Folge und ’nen richtig tollen Cliffhanger.

    Heroes.So richtig hart vom Drehbuchautorenstreik getroffen wurde auch Heroes. Gerade bei einer Serie mit so vielen Charakteren ist es wichtig, dass so eine Staffel gut durchdacht ist was natürlich nichts nutzt, wenn die Season nach gerade einmal elf Episoden vorzeitig abgebrochen wird.
    Viele haben geschimpft, dass sie es lieber gehabt hätten, wenn sich die Story an den bisher bekannten Charakteren weiter entwickelt anstatt eine Vielzahl neuer Personen und Fähigkeiten einzuführen. Mir gefiel das jedoch recht gut weil ich finde, dass die neuen Charaktere gut in die bisher bestehenden Handlungen eingebaut wurden. Außer vielleicht die Sache mit Caitlin. Aber das ist ja auch ’ne Sache, die mit Peter zu tun hat und den ich ohnehin nicht so gern mag. Dafür war der Handlungsstrang von Hiro wiedermal grandios.

    Nip/Tuck.It’s back: Nip/Tuck. Nach einer eher durchwachsenen viertel Staffel letzten Winter tut der Locationwechsel nach Los Angeles der Serie richtig gut. Und das Beste: Da Pruduzent und Drehbuchautor bei Nip/Tuck die selbe Person sind, braucht man ein unvorhergesehenes Ende der Staffel nicht befürchten, die diesmal ohnehin mit fast doppelt so vielen Episoden wie sonst aufwartet.
    Viele neue Aspekte fließen in die Staffel ein, was natürlich aufgrund der neuen Location in Hollywood ein Must ist. Dies gewürzt mit typischen Nip/Tuck-Tugenden wie Sex, Skandale, Provokation, Verführung und Christian Troy ergibt äußerst unterhaltsame und amüsante 45 Minuten. Nur die Patienten kommen meiner Meinung nach wieder etwas zu kurz, was der Serie in den ersten beiden Episoden viel Charme gab. Aber das hab ich ja auch schon bei den letzten Staffeln bemängelt.
    Bis Januar und dem Start von 24 ist Nip/Tuck jetzt die einzige englischsprachige Serie, die bei mir im Terminkalender steht.

    Dr. House.Ein bisschen aus der Reihe tanzt die Serie Dr. House. Denn hier sehe ich im Moment erst die im deutschsprachigen Raum ausgestrahlte dritte Staffel anstatt der in den USA laufenden vierten. Das hängt damit zusammen, dass ich ja aufgrund meines Nebenfachs ein wenig Ahnung von Medizin hab und deswegen auch den Krankengeschichten folgen will, was mir in der englischen Version beim besten Willen nicht gelingt. Zwar hab ich gehört, dass die vierte Staffel wieder grandios sein soll, für mich gibt’s die dann aber aller Voraussicht nach erst nächstes Jahr zu sehen.
    Auch die dritte Staffel ist ähnlich den ersten beiden Staffeln aufgebaut: In der ersten Hälfte gibt es eine mehrere Episoden überspannende Nebengeschichte, während es bei der zweiten Hälfte eigentlich egal ist, in welcher Reihenfolge man die Folgen sieht. Das ist wohl auch der Grund, warum es keinen Satz „previously on House“ gibt. Diesmal wird die Vicodin-Sucht von Greg House beleuchtet, genauer gesagt, wie er mit ihr und dem Gesetz in Konflikt gerät. Natürlich geht’s dabei wiedermal um die Prinzipientreue und Dickköpfigkeit von House. Aber ich will hier nicht zu viel verraten. Dafür hat man die damalige echte Verlobung der Schauspieler von Cameron und Chase für eine kleine Liebesgeschichte in der Serie verwendet.
    Es sind ja nur noch wenige Episoden der dritten Staffel, die mir jetzt noch fehlen und ich muss sagen, dass sie das Niveau der ersten beiden Staffeln meiner Meinung nach halten kann. Also freu ich mich schon riesig auf die vierte, in der’s ja einige personelle Änderungen gibt.

    Bleibt nur zu hoffen, dass die beiden von mir favorisierten Serien, die erst nächstes Jahr anlaufen (24 soll im Januar kommen, Lost sogar erst im Februar), nicht so stark vom Drehbuchautorenstreik betroffen sind wie Desperate Housewives und Heroes. Außerdem dürfte es im Sommer wohl eine fünfte Staffel 4400 geben. Genügend Handlung wär ja vorhanden.

    Von vielen Seiten hab ich schon gehört, dass es zahlreiche Bestrebungen gibt, die geplanten Inhalte der dem Streik zum Opfer gefallenen Serien doch noch an den Mann, als an’s Fernsehpublikum zu bringen. Allerdings weiß ich da nichts näheres. Wer sich da im Moment besser auskennt als ich, kann ja ’nen Kommentar verfassen.

  • Was einen Anfang hat, hat auch ein Ende: Nip/Tuck.

    Sodala, gestern lief (wohl) die letzte Episode von Nip/Tuck. Nach vier Staffeln ist nun Schluss, auch wenn Ryan Murphy, der Schaffer und Produzent von Nip/Tuck sich noch nicht so ganz festlegen möchte.

    Aus diesem Anlass möchte ich ein wenig Revue passieren lassen, denn schließlich war/ist Nip/Tuck eine meiner absoluten Lielingsserien:

    Auf Staffel eins bin ich wohl wie die meisten hier in Deutschland über ProSieben gestoßen. Am Anfang konnte ich allerdings nicht all zu viel mit der Serien anfangen: Zu viel Sex, zu viele Skandale und ’n reichlich schlechter Sendeplatz um 22.15h für ’nen (damals noch) Schüler. Aber irgendwie konnte ich doch nicht von der Serie lassen und spätestens ab Mitte der Staffel war Mittwochabend Nip/Tuck-Abend.

    Da ich damals noch nicht wusste, dass das Internet ’ne reichhaltige Quelle für amerikanische Serien ist wartete ich praktisch ’n komplettes Jahr, bis auf ProSieben die zweite Staffel anlief, welche jedoch nach der vierten Episode aus den verschiedensten Gründen abgesetzt wurde. Andere deutschsprachige Sender wie z.B. die Österreicher und die Schweizer haben’s da wesentlich besser gemacht. Aber zum Glück gibt’s ja Premiere.

    Und zum Glück gibt’s Serien-DVDs, denn zu dem Zeitpunkt, als die zweite Staffel auf ProSieben abgesetzt wurde dauerte es nichtmehr lange, bis diese Staffel auf DVD in Deutschland erschien. Und in den USA war zu diesem Zeitpunkt schon Staffel 3 gelaufen und da mir jetzt bekannt war, wie ich an die Episoden komme, habe ich mir gleich mal die komplette dritte Staffel besorgt. Dass das Ganze auf Englisch war, war kein wirkliches Problem, denn damals hab ich auch begonnen, mir Lost auf Englisch anzusehen. Also hab ich mir innerhalb von vier Tagen die komplette dritte Staffel rein gezogen, obwohl ich ja eigentlich am Lernen für mein Mathevordiplom war, was sich jedoch (glücklicherweise) nicht negativ auswirkte.

    Staffel vier bildete dann wieder eine Ausnahme, denn nun war ich von Anfang an am Ball. Heißt also: Jede Woche eine Episode, was auch ganz schön ungewohnt war, wenn man’s gewohnt ist, Nip/Tuck staffel- und nicht episodenweise zu sehen. Da bekommen Cliffhanger natürlich ’ne ganz andere Bedeutung, auch wenn die in Staffel vier eher selten gesäht waren.

    Beste Staffel war meiner Meinung nach die erste. Zwar gibt’s in dieser Staffel mit Ausnahme von Escobar Gallardo keinen richtig roten Faden (in Staffel zwei war das ja Ava, in Staffel drei der Schlitzer/Carver und in der letzten Staffel Connor und die Geschichte rund um James, Burt und Michelle), allerdings hatte die Serie da noch am meisten Stil, schockte mit ihren OPs und ausschweifenden Sexszenen und war halt eben noch neu.

    Mein Lieblingscharakter ist Escobar Gallardo, der sich praktisch durch die ganze Serie zieht, auch wenn er selbst nur in der ersten und letzten Staffel leiblich auftritt. ‚Nen Fiesling mit mehr Moral gibt’s höchstens noch bei Dexter. Aber auch die Geschichten rund um Matt und seine Veränderungen fand ich äußerst kurzweilig.

    Eine beste Folge zu finden ist schwer denn man kann ohne Übertreibung sagen, dass die meisten Folgen ein ziemlich hohes Niveau haben. Leider fällt die Serie in der letzten Staffel ein wenig ab. Besonders erwähnenswert sind eigentlich immer die Seasonfinals, die immer ziemlich viele Überraschungen hatten. Auch die Folgen, die immer ’n bisschen aus dem eigentlichen Handlungsstrang heraus fielen (z.B. die Folge in der man sieht, wie alles gelaufen wäre, wenn Julia sich für Christian und nicht für Sean entschieden hätte oder die Episode, in der das Flugzeug abstürzt in dem Julias Mum (vermeindlich?) stirbt. Leider fällt auch hier die Episode, in der man Connors Zukunft sieht ’n bisschen negativ aus’m Rahmen) waren äußerst unterhaltungsreich.

    Die Geschichten rund um Kit und Michelle haben mir weniger gefallen, dafür mehr alles rund um Matt, Kimber, Ava und natürlich der Schlitzer höchstpersönlich. Bei der Frage ob Sean oder Christian muss ich mich ganz eindeutig für letzteren entscheiden. Zwar ist Sean keinesfalls der perfekte Familienmensch, der er immer sein will, aber Christian hat halt Stil, ist der Chicksterminator und seine Spüche sind halt einfach der Hammer (zumindest im Englischen).

    Abschließend kann ich sagen, dass Nip/Tuck ’ne richtig gute Dramaserie ist mit höchstinteressanten und tiefgehenden Charakteren. Sehr abswechslungsreich ist sie auch, mit vielen Krimielementen und ’nem prägenden Stil. Wie immer sieht man so ’ne Sache mit ’nem lachenden und ’nem weinenden Auge: Schön, dass die Serie bis auf den Schluss nie ’nen richtigen Durchhänger hatte und jetzt wohl auch nimma haben wird; schade, dass es keine weiteren genialen Nip/Tuck-Episoden mehr geben wird.

    Ab Januar läuft auf FX ja Dirt, die inoffizielle Nachfolgeserie zu Nip/Tuck. Werd mir auf jeden Fall mal die ersten Episoden zu Gemüte ziehenm, vielleicht isse ja was.

  • Der Herbst ist da. Die Serien auch.

    Eigentlich will ich mich garnicht mit’m Herbst aufhalten sondern gleich zu den Serien kommen. Denn seit ein paar Wochen gibt’s neues Material aus Amerika über das es wert ist, ein paar Zeilen zu schreiben:

    • Die dritte Staffel von Lost ist losgegangen. Nachdem sich die erste mit der Einführung der Charaktere und die zweite mit dem Bunker beschäftigt hatte, soll nun die dritte „die Anderen“ etwas näher beleuchten. Allerdings ist nach drei Episoden für meinen Geschmack davon etwas wenig zu sehen. Einen Flashback von Henry, naja, eigentlich heißt er ja Benjamin, würde ich mir wünschen. Aber was man bisher so weiß, ist der leider noch nicht absehbar. Auch hat Lost ’n bisschen von seinem Mysterycharakter verloren. Allerdings kann sich ja in den verbleibenden 23 Episoden der Staffel ja noch einiges tun.
    • Die vierte Staffel von Nip/Tuck ist losgegangen. Eigentlich meine Lieblingsserie, denn die ersten 3 Staffeln hatten richtig gute Geschichten und gute Wendungen/Überraschungen. Darüber hinaus gefällt mir einfach der Nip/Tuck-Stil und seine Charaktere. Und irgendwie war ich sehr lange Zeit der Einzige, der sich Nip/Tuck angesehen hat. Aber nach sieben Episoden der aktuellen Staffel muss ich feststellen, dass die Story ’n bisschen vorhersehbar geworden ist und daher wenig Überraschungen bietet. Der Stil im Allgemeinen ist immer noch edel, allerdings jetzt halt schon bekannt und haut mich deswegen nichtmehr vom Hocker. Aber auch hier bleiben ja noch 9 Episoden um mich eines Besseren zu belehren.
    • Die erste Staffel von Heroes ist losgegangen. Sprich: Es handelt sich um eine neue Serie. Die Eckdaten lassen eigentlich nichts gutes erahnen: Überall auf der Welt erfahren ganz normale Leute die nächste Stufe der Evolution und entwickeln übernatürliche Kräfte (Kontrolle über das Raum-/Zeitkontinuum, unglaubliche Regenerationsrate, Zukunft vorhersehen, Fliegen usw.) mit denen sie ganz unterschiedlich umgehen. X-Men lässt grüßen. Dazu noch ’ne Wissenschaftlerfamilie, die sich mit diesen Menschen befasst und die böse (natürlich US-) Regierung, fertig ist der Plot, der wohl nichtmehr vom Hocker reißen würde. Und warum schreib ich überhaupt davon? Wieder erwarten mausert sich die Serie nämlich doch, nicht zuletzt wegen ihrer Charaktere, die dann doch ’n bisschen mehr zu bieten haben (Stichwort: Hiro) und toryelementen, die dieses doch ausgelutschte genre doch wieder etwas beleben können.
    • Die erste Staffel von Dexter ist losgegangen. Tja, offensichtlich handelt es sich auch hierbei um eine brandneue Serie. Muss sagen, dass mir die im Moment am besten gefällt. Die Hauptfigur Dexter ist Forensiker in Miami, der’s nicht gerne sieht, wenn sich Verbrecher ihrer gerechten Strafe durch die Justiz entziehen. Er legt dann lieber selbst Hand an (da kann sich nun wohl jeder denken, was das heißt). Was die Serie auszeichnet ist brutalst makaberer Humor und wohl einen der sympatischsten Filmmörder aller Zeiten der, meiner Meinung nach, wirklich verdammt gut spielt. Erinnert mich ein wenig an Terence Hill. Irgendwie hab ich bei dieser Serie das selbe Gefühl wie damals als ich mit Nip/Tuck begonnen hab: Das überschritt damals auch die ein oder andere Grenze, ohne vulgär zu wirken (zumindest auf mich trifft das zu). Prädikat: Absolut sehenswert. Zu guter letzt kann man der Serie auch noch zu Gute halten, dass jede Episode über 50 Minuten lang ist. Da kommt man wirklich auf seine Kosten.