Kategorie: Meinung

Die klassische Senf-dazugebe-Kathegorie. Kein Anspruch auf gut recherchierte Sachlichkeit *gg*.

  • Darf ich jetzt kein Microsoft® Word mehr verwenden?

    Da sich unsere Politik etwas schwer mit den Risiken und Chancen moderner Technologie wie Computer und Internet tut und der Mensch ja mal eher generell alles meidet und fürchtet, was er nicht kennt bzw. was er nicht auf Anhieb versteht, hat wohl eben diese Politik den sogenannten Hackerparagrafen auf den Weg gebracht. Dieser Hackerparagraf stellt, etwas lapidar formuliert, die Entwicklung, die Verwendung oder den Besitz von Software, die zum hacken verwendet werden kann, unter Strafe.

    Prinzipiell ist ein Vorgehen gegen Kriminalität in Form von „Gesetze machen, wo es noch keine gibt“ ein löbliches Ziel, denn so wie sich unsere Umwelt entwickelt, so muss sich auch unsere Gesetzgebung anpassen. Allerdings gewinnt man bei oben erwähntem Hackerparagrafen doch eher den Eindruck, dass es sich hierbei mehr um Aktionismus handelt, als um ein gut durchdachtes, professionell erstelltes Stück Recht.

    Wie wäre es anders zu verstehen, dass das Gesetz ohne jegliche Diskussion sowohl Bundestag als auch Bundesrat passiert hat? Auch die schwammige Formulierung des Textes weißt meiner Meinung darauf hin, dass die werten Gesetzgeber anscheinend gar nicht so genau wissen, worüber sie da reden. Haben die etwa keine sachkundigen Berater? Handeln die etwa nach dem Prinzip, alles was böse Computerkriminelle anfassen ist auch böse und kriminell?

    Das größte Problem bei der ganzen Geschichte ist wohl, dass viele der jetzt gebrandmarkten Programme sowohl für gute, als auch für böse Zwecke eingesetzt werden können. Will jemand die Sicherheit eines Netzwerkes oder eines Computers testen, dann muss er wohl oder übel versuchen, bekannte Schwachstellen der Systeme zu finden oder mit entsprechenden Programmen dies automatisch erledigen lassen. Natürlich brauchen auch die Softwareentwickler selbst solche Tools, denn wer will schon mit nicht ausreichend auf Sicherheit getesteter Software arbeiten.
    Und dann gibt es da noch die Sorte von Programmen, die eigentlich nie die Intension hatten, für böse Zwecke missbraucht zu werden. Schließlich lassen sich mit dem in Microsoft® Office enthaltenen VBA beispielsweise Makroviren programmieren, die zwar heute keine große Verbreitung mehr haben, die aber jeder als schadhafte Software bezeichnen würde. Aber mit Microsoft® Office erstellen die meisten Leute doch wohl eher ihre Textdokumente, Präsentationen und Tabellenkalkulationen.
    Wenn man noch einen Schritt weiter gehen würde, so müsste man wohl auch den Besitz diverser Programmiersprachen strafbar machen. Irgendwann stand jeder Virus oder Wurm mal in Form von Programmcode vor einem sich in einem dunklen Hinterzimmer befindlichen Hacker.

    Die Jungs von TecChannel drehen den Spieß jetzt sogar um und haben Strafanzeige gegen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gestellt. Auf deren Homepage wird das Programm John the Ripper zur Verfügung gestellt, übrigens auch mit dem Hintergrund, die eigene Sicherheit zu erhöhen und nicht, um anderen Personen Schaden zuzufügen.

  • So war das mit der Gewaltentrennung wohl nicht gedacht.

    Sodala, mit ziemlich genau fünf Jahren Versetzung schwappen all die „Errungenschaften“ nach dem 11. September 2001 über den großen Teich zu uns rüber. Da ein Staat seine Bundesbürger ja schützen muss, treiben unsere Minister jeden Tag, man verzeih‘ mir das Sprichwort, eine andere Sau durch’s Dorf.

    Die Sau des heutigen Tages stammt ausnahmsweise mal nicht vom Herrn Schäuble sondern von seinem Kollegen im Verteidigungsministerium Jung. Denn kaum haben die Pläne, von Terroristen entführte Flugzeuge im Notfall mit unseren tollen Tornados und bald auch Eurofightern vom Himmel zu holen, Staub angesetzt, buddelt Herr Jung diese wieder aus. Man könnte meinen, die Zeit für Sommerlöcher sei noch nicht vorbei. Dass das Bundesverfassungsgericht, seines Zeichens immerhin eines der wichtigsten Vertreter der Judikative in diesem Land, diese Pläne auf den Fall zugestutzt hat, dass sich nur Terroristen und keine Zivilisten an Bord befinden, will Herr Jung nicht wahr haben und setzt sich kindsköpfig darüber hinweg.

    Sein Kollege, der Herr Schäuble, geht da schon einen Schritt weiter, wenn die guten Richter in Karlsruhe nicht das machen, was er will. Ich mein gar nicht mal, dass er jetzt einen auf „das Volk in Angst versetzen“-Masche macht und mit (verbalen) Nuklearwaffen um sich wirft. Nein, der will gleich das Grundgesetz ändern, um seine Pläne durchzusetzen. Ganz unter dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht, so dass ’s mir passt. Beim Thema Gewaltentrennung hat der Herr Schäuble wohl in der Schule gefehlt.

    Irgendwie erinnert mich das an eine Folge aus „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“, in der ein Mond droht, auf seinen Planeten zu stürzen und der gute (in diesem Fall nicht mehr) allmächtige Q meint, dass sich das Problem am besten dadurch lösen lässt, in dem man die Gravitationskonstante des Planeten ändert. Jedoch bemerkt der gute alte Chefingenieur Geordy LaForge, dass sich das leider nicht mit den physikalischen Gesetzen vereinbaren lässt.
    Daran sollten sich die Minister mal ’ne Scheibe abschneiden, denn als Bundesminister sind sie Teil des Bundeskabinetts und somit Teil der Exekutive, nicht der Legislative, die für’s Gesetze verabschieden zuständig sind.

  • BigBrother is watching you, and maybe, andere auch.

    Vor kurzem bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der kurz und knapp die geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen des deutschen Innenministeriums zum Schutz vor Terrorismus zusammenfasst.

    Ich will mich an dieser Stelle gar nicht darüber auslassen, ob das alles sinnvoll ist oder nicht oder ob das alles jetzt zum gläsernen Bürger ohne Geheimnisse und ohne Privatsphäre führt oder nicht oder ob das jetzt alles mit unseren Grundgesetzen vereinbar ist oder nicht. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, auch wenn uns dummerweise diese Entscheidung all zu oft von Vater Staat abgenommen wird. Nein, eigentlich hab ich mir mal gedacht, dass diese ganze tolle Flut an Daten doch wohl ein lohnendes Ziel für Kriminelle dritter Seite sein dürfte.

    Schließlich werden die meisten dieser fleißig gesammelten Bits und Bytes zentral gespeichert und jedes Speichersystem weist Lücken auf, über die sich unbefugte Dritte Zugriff verschaffen können.
    Zum Beispiel gibt von Staaten finanzierte Unternehmungen Hacker auszubilden, die sich dann Zugriff zu kritischen Systemen einer anderen Nation verschaffen sollen, um diese dann in irgend einer weise zu kompromittieren. Dich machen einerseits die vielleicht „harmlosen“ USA, aber ebenso die „schurkenstaatigen“ Nationen China und Nordkorea. Stickwort Wirtschaftsspionage im 21. Jahrhundert.
    Jedoch ist der Weg über ein Netzwerk durchaus nicht der Einzige, um an die gespeicherten Daten der deutschen Bundesbürger (und der paar wenigen Terroristen) zu gelangen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass von Seiten des Bundes einiges unternommen wird, seine Sammelwut gegenüber Eindringversuchen über ein Netzwerk zu schützen. Nein, es gibt noch sehr viel mehr Möglichkeiten, sich unberechtigten Zugriff zu verschaffen.
    Ein Experiment von „zufällig verlorenen“ USB-Sticks auf einem Firmengelände hat gezeigt, dass die Finder der USB-Sticks gleich mal aus Neugier die Fundstücke in ihre Firmenrechner gestöpselt haben. Schwupp die wupp hatten sie sich einen (in diesem Test harmlosen) Trojaner eingefangen, der es einem Angreifer oder Spion nun erlaubt hätte, den infizierten Rechner nach Belieben zu kontrollieren. Sowas nennt man dann Social Engineering.
    Darüber hinaus arbeiten bei Behörden nun mal Menschen und jeder Mensch „hat seinen Preis“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein finanzkräftiges Argument von Dritten für den ein oder anderen ein zu verlockendes Angebot sein kann, um den ein oder anderen Datensatz „vom Laster fallen zu lassen“.
    Und wer sagt denn, dass der im Moment in aller Munde befindliche Bundestrojaner, ähh die Remote Forensic Software, ein so sicheres Stück Software ist, dass nur der Bund mit ihm private Rechner ausspionieren kann. Wie schnell sowas nach Hinten losgehen kann zeigt die Rootkit-Technologie von Sony, die ziemlich schnell zweckentfremdet wurde.

    Man sieht also: Selbst wenn man unserem Rechtsstaat genügend Vertrauen entgegen bringt (was die meisten ohnehin nicht tun), dass dieser kein Schindluder mit den von ihm gesammelten (persönlichen) Daten treibt heißt das noch lange nicht, dass alles in Ordnung ist. Denn Dritte können sich durchaus Zugriff auf diese Daten verschaffen und diese dann nach Belieben missbrauchen.

  • Guter deutscher Seriengeschmack: Fehlanzeige.

    Vorgestern habe ich ja von „4400: Dir Rückkehrer“ berichtet, einer neuen Serie, die mir richtig gut gefällt und weshalb ich sie jetzt auch regelmäßig verfolge. Aus Neugier wollte ich wissen, zu welcher Sendezeit die Serie eigentlich auf ProSieben, ihrem Heimatsender in Deutschland läuft und musste feststellen, dass die dritte Staffel wegen schlechter Quoten bereits nach wenigen ausgestrahlten Folgen abgesetzt wurde.

    Ähnlich erging es zahlreichen anderen Serien, die dieses Jahr auf ProSieben anliefen, wie beispielsweise Jericho. Das hat mich ein wenig stutzig gemacht, denn beide Serien gelten als große Erfolge in den USA, ihrer Heimat und haben durch die Bank positive Kritiken. Dass gute Serien einfach abgesetzt werden oder stark verzögert in Deutschland aufgrund von schlechten Quoten ausgestrahlt werden ist nichts Neues. Man nehme nur das Beispiel der Serie Nip/Tuck, die einfach mitten während der zweiten Staffel für zwei Jahre lang pausiert wurde und jetzt an einem grandiosen Sendeplatz rund um Mitternacht fortgesetzt wird.

    Stattdessen wird das deutsche Fernsehen von zahlreichen Talent-Suche-Shows wie Deutschland sucht den Superstar oder Popstars überschwemmt, deren Gewinner nach offensichtlich getürkten Shows immer recht schnell in der Versenkung verschwinden. Auch die zahlreichen Gerichtsshows, die die noch zahlreicheren Talkshows nach und nach abgelöst haben sind nicht viel anspruchsvoller als die billigen Nachmachen amerikanischer Erfolgsserien der deutschen Privatsender wie GSG9 und R.I.S.. Den Abschuss bilden dabei noch die sogenannten Reality-Dokus, denn jeder Sender braucht ja ’ne Sendung über Auswanderer aus Deutschland oder über Jobsuchende, die im Wettstreit gegeneinander antreten. Eine Sendung reicht da wohl nicht.

    Den Sendern kann man da wohl kaum einen Vorwurf machen, ein solch stupides und anspruchsloses Fernsehprogramm auszustrahlen. Klar, sie könnten mehr Werbung für oben erwähnte Serien machen, denn oft genug befinden sie sich ja im Portfolio der Sender, werden jedoch frühzeitig abgesetzt oder pausiert oder einfach an unmögliche Sendetermine verschoben. Aber nein: Das, was in der Fernsehlandschaft zählt ist die Quote und diese entscheidet auch, was ausgestrahlt wird und was nicht. Und das finde ich etwas schade, denn die wirft kein Gutes Licht auf die deutsche Fernsehbevölkerung und ihren Geschmack.

    Ich sag ja nicht, dass in Zukunft nur noch die Serien oder Fernsehformate ausgestrahlt werden sollen, die mir gefallen und die ich für wertvoll erachte, dafür sind die Geschmäcker der Leute zu verschieden. Aber ich denke, dass das „anspruchsvolle Serienpublikum“ in Deutschland ganz schön zu kurz kommt und im europäischen Ausland obige Serien eine viel breiteres Interesse finden. Kein Wunder, dass alternative Unterhaltungsmedien wie Internet oder Spielekonsolen eine immer größere Nutzergemeinschaft haben, denn viele von ihnen spricht das Programm im TV einfach nicht mehr an.

  • Äpfel und Joggen gut, Pommes und Fernsehen schlecht.

    Gestern hat die große Koalition ihren Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, mit der sie der zunehmenden Fettleibigkeit der Deutschen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, zu Leibe rücken will.

    Prinzipiell handelt es sich dabei um eine durchaus lobenswerte Maßnahme, denn das zunehmende Gewicht der Deutschen wird mittelfristig zu diversen Problemen wie einer zunehmender Zahl „zivilisatorischer Krankheiten“ (Diabetes Typ II usw.) und daraus resultierenden Mehrbelastungen für die Krankenversicherungen führen.

    Teil dieses Vorhabens ist es unter anderem, das Thema „gesunde Ernährung“ an den Schulen präsenter zu machen. Das ist auf den ersten Blick logisch, denn auf diese Weise erreicht man alle deutschen Schüler, bei denen die zunehmende Dicke eine besondere Rolle spielt. Und die Schule ist nun eben mal dazu da, etwas zu lernen. Also warum auch nicht, wie man ein gesundes Leben führt?

    Allerdings halte ich diese Idee nicht gerade für den Königsweg: Politiker und vor allem Eltern werden hierbei aus der Verantwortung genommen, die auf die Lehrer und Pädagogen abgewälzt wird. Schon jetzt wird oft kritisiert, dass die Schulen zunehmend die Elternrolle übernehmen. Jetzt sollen sie auch noch beibringen, wie man sich korrekt ernährt? Das ist doch wohl mehr Aufgabe der Eltern, oder?
    Seit geraumer Zeit wird auch verlangt, flächendeckend ein Fach „Medienkompetenz“ an Schulen einzuführen um Schüler gegen Gefahren aus den neuen Medien wie Spam, Viren/Würmer/Phishing, Kinderpornografie und Killerspiele zu wappnen. Viel mehr als der Gute Wille ist dabei noch nicht heraus gesprungen. Jetzt auch noch ein Fach „gesunde Ernährung“?
    Außerdem hat die schulische Belastung bei Kindern und Jugendlichen ohnehin ein recht hohes Maß erreicht, nicht zuletzt aufgrund des G8. Führt man nun ein neues Fach „gesunde Ernährung“ ein, wie es momentan diskutiert wird, müssen entweder bestehende Unterrichtsstunden gestrichen werden oder es entsteht eine zunehmende Mehrbelastung für Schüler und Lehrer. Darüber, dass für diese Maßnahme zusätzliche Lehrer mit zusätzlicher Qualifikation notwendig sind, spricht momentan noch kaum jemand.

    Abschließend kann ich sagen, dass das Vorhaben der Bundesregierung längst überfällig ist. Wozu eine zu dicke Bevölkerung führt kann man heut zu Tage bereits in den USA sehen. Jedoch halte ich die Idee, die Schulen derart massiv in dieses Vorhaben zu integrieren für unausgegoren, vor allem in Hinblick darauf, dass im Gegenzug keine Maßnahmen angesprochen wurden, die Eltern unserer Jugend in ein solches Vorhaben zu integrieren.

  • Mr. President.

    Wenn man sich mal den Tenor von Historikern und Politikern über unseren Bundespräsidenten anhört, wird man wohl nicht all zu oft zu hören bekommen, dass er ein klassischer Bundespräsident ist, der sich seinem Amt „entsprechend“ verhält. Vielmehr wird man da zu hören bekommen, dass Köhler wohl eher ein Querulant ist, der bereits zwei mal (Gesetz zur Verbraucherinformation, Privatisierung der Flugsicherung) seine Unterschrift unter ein Gesetz verweigert hat. Und in den letzten Wochen gab es da ja auch noch die Geschichten über die Begnadigung diverser RAF-Terroristen, bis hin zur Ablehnung des Gnadengesuchs von Christian Klar.

    Ich persönlich jedoch halte die Arbeit unseres derzeitigen Bundespräsidenten für durchaus lobenswert. Ich finde, dass es sich bei Köhler seit langem wieder einmal um einen Bundespräsidenten für’s Volk handelt. Das kommt wohl auch daher, dass er bisher nicht die klassische Politikerlaufbahn hinter sich gebracht hat sondern aus der Wirtschaft stammt. Das gibt ihm wohl eine etwas andere Sicht auf die Dinge. Auch die Tatsache, dass Köhler in der Vergangenheit in den USA wohl bekannter war als hier zu Lande, soll erwähnt sein, ganz getreu dem Motto, der Held ist im eigenen Land nicht viel wert.
    Horst Köhler wurde in einer Zeit Bundespräsident, als Deutschland vor lauter Jammerei und Selbstmitleid ziemlich gelähmt war. Ich finde, dass er damals in seinen Reden die Situation recht gut auf den Punkt gebracht hat mit einem guten Verhältinis aus Optimismus, Ansporn und Mahnung. Und Reden sind halt nunmal die Waffe Nummer Eins eines Bundespräsidenten.

    Dass Köhler sich nicht mit der Abnickerrolle eines Bundespräsidenten, die viele von ihm erwarten, zufrieden gibt, kann ich gut verstehen. Einerseits sind solche Verweigerungen keine Alleingänge des Bundespräsidenten sondern vielmehr Entscheidungen, die von zahlreichen Rechtsexperten empfohlen werden. Andererseits ist das genau die Aufgabe des Bundespräsidenten, neue Gesetzte auf deren Verfassungskonformität hin zu überprüfen. Täte er das nicht, wären die neuen Gesetze keinesfalls (moralisch) verfassungskonformer und es wäre nicht das erste Mal, dass diverse Gruppen, seien es nun die Oppositionsparteien oder diverse Interessensgruppen, dann den Weg über die Gerichte gehen, was unter’m Strich auch nicht weniger unangenehm und vor allem zeitintensiver ist.

    Zum Schluss möchte ich noch auf die Sache mit der Begnadigung mit den RAF-Terroristen eingehen. Dabei geht es mir gar nicht darum, ob die von Köhler getroffene Entscheidung nun korrekt, gut oder schlecht ist. Darüber allein könnt ich ’nen ausführlichen Blogeintrag schreiben. Ich möchste vielmehr zum Ausdruck bringen, dass es sich beim Amt des Bundespräsidenten immerhin um das höchste politische Amt dieser Republik handelt, auch wenn es oft nur symbolischen Charakter hat. Deshalb sollte sich niemand einbilden, es besser zu wissen, als der Bundespräsident und schon garnicht meinen, seine eigene Meinung als die einzig richtige verkaufen zu müssen. Wie gesagt dürfte Herr Köhler ’nen recht beachtlichen Stab von Experten jedlicher Art zur Seite stehen, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und die Entscheidung, die der Bundespräsident trifft, ist nunmal zu akzeptieren, auch das wie. So ist das nunmal beim höchsten politischen Amt in einem Land.

  • Scheint die Sonne nicht, geht die Welt unter.

    Verfolgt man Gelegentlich so die Medien (allen voran die Radiosender „für die breite Masse“ Bayern 3) kann man den Eindruck gewinnen, dass des Leben ausschließlich lebenswert ist, wenn die Sonne scheint und das Quecksilber über Temperaturen von 25°C steigt.

    Anstatt ihrer eigentlichen Aufgabe nach zu kommen (nämlich Musik zu spielen) hat man das Gefühl, ununterbrochenes zentrales Thema bei diesen Sendern sei das Wetter. Melden die selbsternannten Wetterexperten einmal der Jahreszeit angepasstes Wetter (im Winter wäre das ja „katastrophaler“ Frost mit Schnee und die jetzige Jahreszeit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C), scheint der einzige Ausweg die Flucht in wärmere Gefilde wie Adria oder Südsee zu sein. Offenbar ist es unmöglich ein Gefühl des Glücks zu empfinden, ohne karibisches Wetter vor’m Fenster zu haben. Es wirkt, als wäre das zentrale Lebensziel, ununterbrochen Sonnen zu baden, sich vom Chef frei geben lassen, um in den Biergarten zu gehen oder in ein RTL-Mikrophon zu reden, wie lang und unerträglich kalt der Winter war und das momentan schöne Wetter das Einzige ist, was einem im Leben jemals positives widerfahren ist. Regnet es einmal, dass sinkt die Wirtschaftsleistung dieses Landes ins bodenlose. Alle menschen dieser Nation sind dann wohl deprimiert und man sollte die tunlichst nicht ansprechen.

    Ich für meinen Teil muss sagen, dass mir dieses affige Getue sauber auf’n Sa…, ähh…, auf’m Keks geht. Eine konkrete Lieblingsjahreszeit hab ich nicht. Im Winter darf’s ruhig mal ’n paar Tage -15°C haben und eineinhalb Meter Schnee, genauso wie’s im Sommer mal tropische 35°C haben soll. Und genauso darf’s da auch mal bei 15°C regnen oder im Frühling oder Herbst Schmuddelwetter mit Sturm geben. Glücklich bin ich trotzdem!

  • Utopie des technischen Fortschritts.

    Habe gerade in der c’t geschmökert und bin dabei auf einen Artikel gestoßen, der ein Thema anspricht, das mir in letzter Zeit auch öfter durch den Kopf gegangen ist.

    Anlass war die Action- und Realtimeserie 24, in der ein superschnelles, niemals Fehler machendes, auf zig Systeme Zugriff und niemals Kompatibilitäsprobleme habendes Computersystem der CTU den Bundesagenten viel Arbeit abnimmt. Etwas weiter gedacht bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass Hollywoodfilme und Boulevardmedien oft den Eindruck erwecken, in der Zukunft würden perfekte Computersysteme (und Maschinen im Allgemeinen) dem Menschen praktisch jede Arbeit abnehmen (oder jedes Problemchen lösen).

    Nun ist diese Idee nicht ganz neu. Bereits Autoren und Visionäre vergangener Jahrhunderte äußerten ähnliche Gedanken, jedoch schien diese Utopie noch nie so nahe, wie im aktuellen Computerzeitalter.

    Zurecht verwende ich an dieser Stelle das Wort Utopie, denn ich bin nicht der Meinung (und als Informatiker darf ich mir wohl einbilden, von dieser Materie etwas Ahnung zu haben), dass uns eine solche Zukunft bevor steht.
    Im Gegenteil bin ich vielmehr der Meinung, dass die zunehmende Komplexität zukünftiger Entwicklungen erst recht nicht die Probleme löst, die mit heutigen Systemen bestehen. Jedem von uns ist bekannt, dass heutige Software nun einmal fehlerhaft ist; in Zukunft, ob nun kurz- oder langfristig, wird sich das wohl kaum ändern. Darüber hinaus ist es fahrlässig anzunehmen, dass in Zukunft die Interaktion Mensch/Maschine durch neue Schnittstellen grundlegend revolutioniert wird. Und der Gipfel der Übertreibungen ist meiner Meinung nach die Behauptung, Roboter könnten in Zukunft nur annähernd menschlich sein, mit Gefühlen, menschlich-logischem Verhalten und so etwas wie Kreativität und Individualität. Jeder, der sich einmal auch nur ein wenig mit Künstlicher Intelligenz auseinander gesetzt hat, wird mir in diesem Punkt zustimmen müssen.

    Angenommen, obige (technische) Punkte ließen sich auf irgend eine Weise lösen, bleibt immer noch das „Problem“ Mensch. Gerade von uns Deutschen weiß man ja, dass wir Neuem grundsätzlich pessimistisch und skeptisch gegenüber stehen. Diese Einstellung hält uns davon ab, auf neue Möglichkeiten von technologischem Fortschritt ein zu gehen. Und wie bereits erwähnt erfordern immer komplexere Systeme auch eine adäquate Schnittstelle zum Menschen, auch wenn diese komplexeren Systeme vielleicht leistungsfähiger und vielseitiger sind.

    Abschließend will ich zusammenfassen, dass der Fortschritt zwar immer leistungsfähigere Maschinen und Systeme hervor bringen wird, man aber sich nicht der Utopie hingeben darf, dass solche Systeme fehlerfrei sind, von jedem intuitiv und ohne Einarbeitung zu bedienen sind und diese alle Aufgaben erfüllen, wie uns gerne von verschiedenen Seiten vergegaukelt wird. Das ist genau der selbe Unterschied wie zwischen „Werbung“ und „Realität“ oder „was ein System theoretisch kann“ und „was ein Benutzer aus ihm herausholt“. Und mit Fehlerfreiheit meine ich jetzt keine Amok laufenden Roboter à la Terminator sondern eben diejenigen Probleme, die man heute schon bei der Bedienung von Software hat.

  • Es geht voran.

    Nachdem ich mit meinen Beiträgen über die Unvernunft der Menschen bzgl. ihrer Gesundheit und den Klimawandel eher negative Berichte über unsere Gesellschaft verfasst habe, gibt’s diesmal einiges durchaus Positives zu berichten.

    Wer in den letzten Tagen das politische Geschehen verfolgt hat wird bestimmt mitbekommen haben, dass die EU nun ernsthaft strenge CO2-Emissionswerte durchsetzen wird. Zwar wird das erst 2012 für die Autohersteller verpflichtend, aber aufhalten wird sich dieser Prozess wohl nicht mehr lassen.
    Ich halte das in der Tat für eine äußerst gute Idee, auch wenn die Autoindustrie (vor allem die deutsche, die vor allem im Kreuzfeuer der Kritik steht) natürlich wieder am jammern ist. Unzählige Arbeitsplätze würde dieses Vorhaben kosten, was natürlich großer Quatsch ist. Selbiges wurde auch bei der verpflichtenden Einführung von Katalysatoren gesagt. Fakt ist, dass so ziemlich jeder (auch deutsche) Autohersteller Motoren in der Schublade haben dürfte, die die geforderten Abgaswerte erfüllen, auch in der gehobeneren Leistungsklasse. Dass sich diese noch nicht auf dem Markt befinden, dürfte wohl wirtschaftliche Gründe haben, denn diese dürften in der Herstellung tatsächlich kostenintensiver sein als die Motoren, die sich momentan auf’m Markt befinden.
    Außerdem blendet die Autoindustrie gerne den Fakt aus, dass Motoren, die weniger CO2 erzeugen, auch weniger Treibstoff, sprich Benzin oder Diesel benötigen, was in Zeiten und knapp werdendem Erdöl und steigenden Preisen für fossile Energieträger ein nicht zu verachtendes Verkaufsargument ist.
    Ich selbst kann mich entspannt zurück lehnen, denn mein Toyota Yaris 1.0 erfüllt bereits jetzt den geplanten Durchschnittswert von 130g CO2 pro Kilometer.

    Darüber hinaus sieht es jetzt tatsächlich so aus, als dass ein strenges Rauchverbot an öffentlichen Orten kommen wird. Zwar haben wir das (wiedermal) wohl eher der EU als unserer Bundesregierung zu verdanken, aber ich persönlich halte sowas für längst überfällig. Neben der Tatsache, dass mir persönlich so sehr viel Passivrauchen erspart bleiben dürfte (was genauso gesundheitsschädlich ist, wie Aktivrauchen) hat das auch den praktischen Vorteil, nicht jedes mal, wenn ich beim Furtgehen war, meine Klamotten in die Wäsche werfen zu müssen, da sie so dermaßen verraucht sind.
    Dass ein solches Rauchverbot tatsächlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, zeigt das Rauchverbot in Italien, nach dessen Einführung die Anzahl der Herzinfarkte global in Italien um 1/3 zurück ging.

  • Klimawandel.

    Irgendwie hab ich im Moment das Gefühl, dass die Medien voll von Berichten sind, die den Klimawandel thematisieren. Klar, der äußerst milde Winter und der Orkan Kyrill bieten im Moment einigen Anlass dafür, aber die Welle der zahlreichen Berichte gab’s ein paar Monate davor auch schon.

    Irgendwie scheint es jetzt tatsächlich der Fall zu sein, dass die Tatsache, dass sich unser Planet im Klimawandel befindet, an die breite Bevölkerung heran tritt. Dieser Vorgang ist eigentlich spätestens seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts bekannt, aber solange uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt, ist das Otto-Normalverbraucher herzlich wurscht.

    Dabei ist es wahrscheinlich so, dass sowohl vom Menschen verursachte Faktoren wie vermehrter Kohlendioxid- und Methanausstoß als auch natürliche Faktoren zu der extremen Wetterlage führen, wie wir sie nun seit etwa zehn Jahren global sehen und die sich definitiv in den den nächsten Jahrzehnten intensivieren wird.

    Trotz dieser Tatsache habe ich jedoch keinesfalls das Gefühl, dass die Spezies Homo sapiens sapiens (seines Zeichens der weise weise Mensch) irgendetwas Konstruktives in die Wege leiten würde, um den angerichteten Schaden einzudämmen (außer der Tatsache, dass es nun nicht mehr Klimakatastrophe sondern Klimawandel heißt).
    Dabei hat der Einzelne leider auch nicht die Möglichkeiten, die ihm suggeriert werden. Den Verzicht auf fossile Brennstoffe und den Umstieg auf regenerative können sich viele schlichtweg einfach nicht leisten, vor allem in der zweiten und dritten Welt nicht. Zwar gibt es (in Deutschland) zahlreiche Subventionen für regenerative Energien, jedoch kann das auch kein Dauerzustand bleiben.
    In einer vom Kapitalismus und Egoismus regierten Welt wird offensichtlich viel zu kurzfristig gedacht und Gewinne sind offensichtlich wichtiger als der Erhalt des einzigen Planeten im Universum, auf dem bisher organisches Leben definitiv nachgewiesen werden konnte.

    Fakt ist, dass der Klimawandel (jetzt sag ich’s auch schon) begonnen hat und die Menschheit wohl vor ihre größte Herausforderung stellen wird, die sie in ihrer jungen Evolutionsgeschichte je zu bewältigen hatte. Er lässt sich nur noch mindern, nicht mehr aufhalten aber die Menschheit akzeptiert dies wohl lieber, als etwas dagegen zu unternehmen.
    Die USA (ihres Zeichens Verbraucher von über 25% aller Energie bei nicht einmal 5% der Weltbevölkerung, von Wasser wollen wir erst gar nicht reden) juckt das alles relativ wenig, obwohl sie immer heftiger von Hurrikans, Waldbränden und Blizzards heimgesucht werden. Die europäische Union kommt nicht zu sehr viel mehr als guten Bekundungen, anstatt einen Alleingang zu machen, der besser wäre als gar nichts. China, das Schoßhündchen der Weltwirtschaft, das niemand vergraulen will, kann tun und lassen, was es will. Von Regionen der Welt wie Indien und Südamerika will ich erst gar nicht reden.

    Vielleicht führt die eingangs erwähnte vermehrte mediale Berichterstattung zu einem grundlegenden Umdenken. Ich bin zwar eigentlich Optimist, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich rein gar nichts ändern wird, außer, dass der Klimawandel voran schreiten wird. Denn der Mensch scheint trotz seiner unglaublichen und unbändigen Schöpfungskraft und der Tatsache, das komplexeste Gebilde im bekannten Universum im Kopf zu tragen, nicht in der Lage zu sein, seinen Egoismus zu überwinden.

    Quo vadis Mensch?