Kategorie: Meinung

Die klassische Senf-dazugebe-Kathegorie. Kein Anspruch auf gut recherchierte Sachlichkeit *gg*.

  • Studierst du auch das richtige?

    Montag, 8.00 Uhr, Hörsaal 12: Grundlagen der Bild- & Signalverarbeitung bei Herrn Prof. Donner.

    Traditionell werden die Vorlesungen im Hauptstudium von Herrn Donner von eher wenigen Studenten besucht, da Herrn Donner der Ruf anlastet, er sei ein knallharter Mathematiker, der’s mit’m Mathematikkalkül ab und zu etwas zu genau nimmt. Dieser Ruf stammt hauptsächlich von Studenten aus’m Grundstudium, die ihn in Analysis I/II haben. Nun kann ich gut verstehen, dass viele Lehrämtler sich über den Schwierigkeitsgrad seiner Vorlesungen aufregen, denn schließlich sollen Lehrer Schüler unterrichten und keine diplomierten Mathematiker werden. Sogar das Jammern einiger Informatiker über ihn kann ich ab und zu verstehen, die Informatik einfach nur als Advanced Programming verstehen. Und eben diese beiden Gruppen machen das Groß der Hörerschaft bei Herrn Donner im Grundstudium aus. Dies führt dazu, dass viele Studenten die weiterführenden Vorlesungen von Herrn Donner kathegorisch ausschließen ohne sich darüber zu informieren, worum’s darin eigentlich geht, was zu oben erwähnten geringen Besucherzahlen seiner Vorlesungen führt.

    Das hat natürlich auch Vorteile, denn zu fünft in ’ner Vorlesung bei ’nem wirklich sehr kompetenten (und sehr viel praxisorientierteren als viele glauben) Professor zu hocken verleiht dem ganzen einen sehr persönlichen Charakter und das Fragen seitens der Studenten fällt doch wesentlich leichter. Da denkt man voller Schadenfreude an die überfüllten BWLer-Vorlesungen, für die teilweise selbst der große Audimaxhörsaal viel zu klein ist. Daher auch der Topictitel.

    Langer Rede, kurze Geschichte: Hock also heute in der Früh im Hörsaal 12 und warte auf weitere Zuhörer. Allerdings konnte ich lange warten, denn es kam niemand mehr. Im Ernst: ich saß heute mutterseelenalleine vor Herrn Donner in der Vorlesung. Kein einziger Zuhörer außer mir.

    Da kommt man sich wirklich hervorragend betreut vor. Ein Professor pro Student *hämisch zu den BWLern zwinker*, an welcher hochbezahlten Eliteuni gibt’s das schon? Und trotz der tatsache, dass ich der einzige Student war, den Herrn Donner etwas fragen konnte hatte ich jetzt nicht das Bedürfnis, den Hörsaal zu verlassen oder beim nächsten mal nichtmehr zu kommen.

  • Neue Mitte Batavia, ähh Passau.

    Für die Hiesigen dürfte es ja nichts Neues sein, dass im Moment die Mitte Passaus sauber umgekrempelt wird: Weg mit der Nibelungenhalle (überregional bekannt für den politischen Aschermittwoch samt König, ähh Ministerpräsident Stoiber) und Lokschuppenareal, her mit KVV-Turm, Cineplex, neuer Verkehrsführung und Stadtpark.

    An sich eine gute Sache, denn es ist schon lange Zeit für eine zeitgemäße Mitte Passaus mit modernen Shoppingmöglichkeiten, technisch aktuellem Kino und stauvermeidendem Verkehrssystem.

    Nun stehen bereits die ersten Gebäude, aber wieder Niederbayer so an sich nun mal ist, muss er sich über alle Neue beschweren:

    • Beispiel KVV-Turm: An sich in der Tat ein sehr, nennen wir es mal monumentales Gebäude. Aber gleich zu sagen, dass er hässlicher wäre als die alte Nibelungenhalle? Leute, wisst ihr überhaupt noch, was für’n hässlicher Klotz die war? Ich denke, dass viele Leute es schmerzlich vermissen, dass der Stadtturm nicht wie ursprünglich geplant von einem Stararchiteken entworfen wurde sondern nur die „Standardvariante“ herhalten musste. Hallo? Schon mal dran gedacht, dass ’ne 50.000-Einwohnerstadt (wovon 9.300 Studenten, also größtenteils „Zuagroaste“ sind) nicht über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügt.
      Mittlerweile steht ja auch ’s Cineplex und wenn jetzt auch noch der Stadtpark kommt, dann dürfte die Monumentalität dieses Turm weiter entschärft werden
    • Beispiel Verkehrsführung: Wie jede Stadt leidet auch Passau unter dem hohen Verkehrsaufkommen. Erschwerend kommen auch noch die drei Passauer Flüsse Donau, Inn und Ilz hinzu. Deswegen wurde es schon lange Zeit für ein besser durchdachtes Verkehrskonzept unserer Bayerwaldmetropole. Da bietet sich der Bau der Neuen Mitte natürlich hervorragend an. Gesagt getan wurden Ampeln neu platziert, versucht, den Verkehr so gut es geht aus der Stadt zu halten, Abbiegeverbote beschildert und und und.
      Erste Bewährungsprobe für mich persönlich hatte das neue Verkehrssystem vergangenen Montag vor ’ner Woche, als die Vorlesungen losgingen. Bin schonmal extra früh reingefahren, denn aus den Erzählungen meiner Mum wusste ich, dass sich an der Stauproblematik anscheinend nichts geändert hatte. Außerdem wurde die Straße sowohl in Stadtein- als auch in Stadtauswärtsrichtung mindestens einmal einspurig verengt, was auch nichts Gutes verheißen ließ. Dan komm ich nun an besagtem Montag in die Stadt und was seh ich da? Einen Stau, länger als zuvor zu dieser frühen Morgenstunde. „Na super“, hab ich mir gedacht, hoffentlich kommt was anständiges auf Bayern5 im Radio. Aber siehe da: Obwohl der Stau länger als jemals zuvor war, ging’s auch schneller durch ihn hindurch als jemals zuvor. An keiner der Ampeln musste ich länger als eine Schaltung warten und war tatsächlich innerhalb von zehn Minuten von Hacklberg an der Uni. Rekordverdächtig.
      Summa Summarum: Trotz gestiegenem Verkehrsaufkommen und den daraus resultierenden Staus ist der Verkehr wesentlich dünnflüssiger und damit zügiger geworden.

    Ich denke, ein Grund, warum jeder schimpft, bevor er sich selbst ein Bildvon der Situation macht liegt daran, dass die (blaue) Lokalpresse durchgängig schlecht über die neuen „Errungenschaften“ berichtet und natürlich auch immer nur die Negativstimmen der Bevölkerung zitiert.

    Ein paar Leute sollten sich mal Gedanken machen, was wie an der neuen Mitte haben:

    • Endlich modernere und ansehnlichere Gebäude, größere und vielfältigere Shoppingmöglichten, die wohl tatsächlich teilweise verhindern werden, dass die passauer in Linz, Regensburg oder sogar München zum Einkaufen gehen.
    • Ein am Anfang in der Tat etwas umständlich wirkendes aber wie oben zu lesen sehr effizientes Verkehrssystem.
    • Gott sei dank ein zeitgemäßes Kino bei dem es sich wirklich rentiert, öfter als zweimal im Jahr reinzugehen.
    • Und natürlich ein herrlicher Ausblick über Passau aus’m obersten Stockwerk des Stadttrums. So einen hat’s bei der NiHa nicht gegeben *gg*.

    Zu guter letzt sollte noch beachtet werden, was sich sonst so in letzter zeit in Passau getan hat:

    • Neue Frei- & Hallenbad (PEB), welche für ’ne Mittelstadt wie Passau echt hervorragend wund wirklich schön sind.
    • Ein neues Gewerbegebiet in Kohlbruck samt X-Point- und Dreiländerhalle.
    • Die neue Dult, welche, denke ich, doch mehr zu bieten hat, als die alte.