Kategorie: Meinung

Die klassische Senf-dazugebe-Kathegorie. Kein Anspruch auf gut recherchierte Sachlichkeit *gg*.

  • Der König ist tot, es lebe der König.

    Am Schluss haben’s ihn dann doch weichgekocht. Oder war’s vielleicht doch die Vernunft? Auf jeden Fall legt König (/Ministerpräsident) Edmund Stoiber zum 30. September 2007 sowohl sein Amt als Parteivorsitzender als auch das des Ministerpräsidenten nieder.

    Keine schlechte Entscheidung, wenn man sich in diesen Tagen mal die Meinung seiner Untertanen anhört. Da hat er wohl zu viele strategische Fehler gemacht, begonnen mit dem Rückzug aus Berlin bis hin zur Landrätin Pauli.

    Wobei man sagen muss, dass er gar nicht mal so viel falsch gemacht hat, wie man meinen mag. Schließlich wünscht sich der Wähler ja einen Vertreter, der sich nicht so leicht von seinem Kurs abbringen lässt und für seine Ziele einsteht. In diesem Fall wurde es aber wohl Zeit für einen Wechsel, denn der Grad zwischen Zielstrebigkeit und Verblendung ist doch ein recht schmaler.

    So kann man auf die Ära Stoiber zurückblicken und sagen, dass es gut ist, einen ausgeglichenen Haushalt zu haben und mehr Probleme bewältigt (oder zumindest halbwegs gut im Griff) zu haben, als manch anderes deutsches Bundesland. Man wird wohl doch ein wenig verklärt auf die Zeit, in der Stoiber Ministerpräsident war, zurück blicken.

    In den letzten paar Monaten seiner Regentschaft (/Amtszeit) wird er sein geliebtes Bayern wohl noch ein wenig auf Hochglanz polieren und in einem (zumindest nach Außen) möglichst perfekten Zustand an seinen Nachfolger übergeben, wer auch immer das sein mag.

  • www.was-verrät-das-internet-über-mich.info

    Mag es Zufall sein oder nicht, aber in letzter Zeit stolper ich recht häufig über Artikel die sich mit der Problematik beschäftigen, dass man im Internet mehr (persönliche) Spuren hinterlässt, als einem lieb ist. Nun ist das wohl nicht katastrophal schlimm, denn wen interessieren solche Sachen außer Leute, die mich wohl ohnehin recht gut kennen.
    In diesem Zusammenhang werden in oben erwähnten Artikeln immer häufiger potentielle zukünftige Arbeitgeber erwähnt, die noch vor dem ersten Vorstellungsgespräch spezielle Abteilungen oder sogar Unternehmen damit beauftragen, das Internet nach möglichst aussagekräftigen Spuren über den potentiellen zukünftigen Mitarbeiter zu sammeln. Schließlich stehen in der Bewerbung ja nur die „offiziellen“ Sachen drin.
    Auch werden in diesem Zusammenhang immer wieder die „Social Network Sites“ erwähnt, allen voran das studiVZ, der Nr.1 Communityseite für deutsche Studenten im Netz. Die hatten in der jüngeren Vergangenheit massive Sicherheitsprobleme die es Datensuchern praktisch kinderleicht machten, auch ohne entsprechende Rechte an persönliche Daten eines Kandidaten zu kommen. Aber selbst ohne solche Sicherheitslücken stellt es keinerlei Problem da, von Seiten wie studiVZ allerlei Informationen zu ziehen. Hierbei verweise ich gerne auf folgenden Artikel.
    Das Ganze führt sogar schon soweit, dass es Unternehmen gibt die sich damit beschäftigen, Spuren ihrer Kunden im Internet zu eliminieren, wie kürzlich auf heise online zu lesen war.

    Da macht man sich sich selbst auch so seine Gedanken: Ich selbst bin auch beim StudiVZ angemeldet und besuche die Seite recht häufig. Darüber hinaus führe ich diesen Blog, der oft alles andere als sachlich ist und sehr oft meine persönliche Meinung wiederspiegelt. Von diversen Mitgliedschaften in den unterschiedlichsten Foren gar nicht zu reden. Und wer weiß, was sich von mir so alles im Internet finden lässt, was ich selbst jetzt auf die Schnelle mit den unterschiedlichsten Suchmaschinen nicht herausfinden würde.

    Anhand der Gruppen, bei denen ich im studiVZ angemeldet bin, findet man recht schnell heraus, welchen Musikgeschmack ich habe und nimmt man den zu ernst, könnte man mich durchaus für einen suizidgefährdeten schwarzen Gothic halten. Die Leute, die in meiner Freundesliste stehen, lassen sich bestimmt hervorragend dazu verwenden herauszufinden, wie mein soziales Umfeld aussieht, welche Hobbies mein soziales Umfeld hat und wie’s mit mir dann wohl aussehen wird.

    Liest man meinen Blog, könnte man aufgrund meines Türkei-EU-Beitrittsartikel mutmaßen, ich sei ein nationalistischer, anderen Kulturen gegenüber intolleranter Unverbesserlicher. Meine Artikel über PC-Spiele und Filme lassen mutmaßen, ich liebe Blut (Dexter), fahre liebend gerne zu schnell Auto (The Fast and the Furious – Tokyo Drift und Need for Speed – Carbon) und bin ein unverbesserlicher Verallgemeinerer, der möglichst radikal seine Argumente präsentieren muss.

    Die paar wenigen Internetauftritte, die ich für andere geschaffen habe, entsprechen zugegeben nicht gerade der höchsten Programmierkunst nach neuesten objektorientierten Standards und durchdachten Sicherheitskonzepten. Was, wenn jemand nun meint zu erkennen, ich sei schlampig, würde alles „quick & dirty“ erledigen?

    Dass dem alles nicht so ist und man nicht alles für bare Münze nehmen sollte was hier steht oder was andere über mich schreiben, werd ich dann in der Praxis vielleicht garnicht korrigieren können, denn zu einem persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht kommt’s dann vielleicht gar nicht mehr.

    Natürlich ist das in irgendeiner Art und Weise ein moralischer Konflikt, denn einerseits sollte jeder in seiner Freizeit das tun und lassen, was er will, solange er damit keinem schadet. Auch sowas wie freie Meinungsäußerung ist ja was ganz Nettes. Und schließlich schlägt jeder mal ein wenig über die Strenge. Andererseits kann ich auch gut verstehen, dass wenn das Internet ein so großes Sammelsurium an persönlichen Informationen bietet (die meistens auch in keinster Weise geschützt sind), dass diese auch in irgendeiner positiven oder negativen Art und Weise genutzt werden.
    Wer hat nun Schuld bei dem Ganzen? Etwa diejenigen, die das Internet im Auftrag anderer nach allen möglichen verwertbaren Informationen durchsuchen? Wohl kaum, die machen nur ihren Job. Oder die Arbeitgeber, die sich informieren, was ihre zukünftigen Arbeitnehmer so treiben? Auch eher nicht, wer kann’s denen verübeln, wenn sie sich ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten wollen. Oder etwa die Leute, von denen man die Informationen im Internet findet? Tja, dann dürfte man aber irgendwie nie was sagen und müsste sich absolut passiv im Netz verhalten, was wohl auch nicht Sinn und Zweck der Sache ist, vor allem nicht in Zeiten, wo alle Welt vom Web 2.0 redet.
    Es wird doch wohl nicht etwa so sein, dass sich in diesem Fall keinen Schuldiger finden lässt, auf dem man mit dem Finger zeigen kann???

    Auf jeden Fall hat mich oben beschriebene Problematik recht nachdenklich gemacht und ich werd‘ mir in Zukunft wohl konkrete Gedanken machen müssen, wie ich mich im Internet verhalte, ganz abgesehen von den Standardregeln der Höflichkeit.

  • Helden gut! Alles gut?

    Superman Returns.Als im Sommer Superman Returns im Kino lief, hab ich im Radio ’ne Kritik zum Film gehört. All zu gut viel die aber nicht aus: Der Film hätte von allem etwas, ein wenig Komödie, ein wenig Drama, ein wenig Action und bei all dem finde der Film nicht seinen richtigen Stil. Außerdem wäre die schauspielerische Leistung ned so machtig und langatmig sei er auch.

    Im Kino hab ich mir damals den Film ned angesehen, des wär er mir mit oder ohne Kritik nicht wert gewesen, denn der all zu große Supermanfan bin ich nun doch nicht. Aber da er vor ein paar Tagen auf DVD raus kam, hab ich ihn mir aus der Videothek besorgt. Da er ja auch irgendwie von den selben Machern kam, wie Batman Begins und ich den ziemlich gut fand, ging ich auch nicht ganz ohne Erwartungen in den Film.

    Da ich neugierig war, hab ich, bevor ich mir den 2 1/2 Stunden Schinken rein gezogen hab, ’n bisschen im Internet nach weiteren Kritiken gesucht. Normalerweise mach ich das nicht zu einem Film, denn ich kann immer noch am besten entscheiden, was mir gefällt und was nicht. Aber diesmal hab ich ’ne Ausnahme gemacht. Dabei ist mir aber was aufgefallen: Während die meisten deutschen Medien den Film eher negativ bewerteten (mit ähnlichen Argumenten wie oben schon erwähnt), kam er bei den meisten amerikanischen Kritikern äußerst positiv weg. Das hat mich ganz schön gewundert. Liegt das vielleicht daran, dass Superman halt ein Held ist und sowas in den USA im Moment recht gut ankommt, für Europäer das ganze aber dann doch zu schmalzig ist?

    Und wie war der Film jetzt? Meiner Meinung nach? Naja, gut fand ich ihn nicht, überhaupt nicht mein Stil was aber wohl mehr daran lag, dass ich eben überhaupt kein Supermanfan bin und auch schon die alten Filme ned soo machtig fand. Oben beschriebenes Genrewirrwarr ist mir auch negativ aufgefallen. Außerdem fand ich ihn streckenweise arg unrealistisch. OK, er ist ’n Superheld aber vor allem in Szenen ohne ihn wurde ich diesbezüglich echt enttäuscht. Das war so’n „Mission Impossible 2“-Unrealismus. Zu guter letzt hatte ich auch irgendwie an keiner einzigen Stelle des Fims das Gefühl, mal was wirklich Neues präsentiert bekommen zu haben, was man sich von so ’nem Film eigentlich erwarten kann. Dafür hab ich die Flugzeugabsturzszene recht gut gefunden (ok, ich geb’s zu, die war auch nicht ganz realitätsnah). Aber da hatte meine Anlage immerhin was zu tun und recht actionreich war die Szene dann ja auch.

  • Die Medizin wird’s schon richten.

    „Zwei Dinge sind meiner Meinung nach unendlich: Das Universum und die Dummheit des Menschen. Beim Universum jedoch bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Dieses mehr oder minder korrekte wiedergegebene Zitat wird dem Physiker Einstein zugeordnet. Zwar bin ich nicht der Meinung, dass die Dummheit des Menschen unendlich ist, bei dessen Unvernunft bin ich mir da aber ab und zu nicht ganz sicher. Konkret geht es mir diesmal darum zu zeigen, wie überaus unvernünftig der Mensch an sich und Sonnenanbeter und Raucher im Allgemeinen mit ihrerer und teilweise der Gesundheit anderer umgehen.

    Dass die „gesunde Bräune“ alles andere als gesund ist, ist unter Fachleuten absolut unbestritten. In Zeiten von globalem Ozonloch hat die Strahlenexposition von UV-A- und UV-B-Strahlung so stark zugenommen, dass ein mittellanges Aufhalten in der Sonne niemanden mit weißer Haut mehr zu empfehlen ist.
    Nur irgendwie ist das an unserer Gesellschaft vollkomen vorbeigegangen. Da muss im Sommer jede Sonnensekunde zum Sonnenbaden ausgenutzt werden und anstatt sich im Urlaub etwas von der regionalen Kultur und Landschaft zu gönnen muss man sich den Pelz bräunen wo und wann’s auch nur geht. Dass aber eben dies zu Hautkrebs führt, ist zwar irgendwie jedem klar, hält aber die Meisten keineswegs davon ab. Dabei ist Bräunen eigentlich eine Stressreaktion der Haut und daher alles andere als gesund. Viele haben meiner Meinung auch die Vorstellung, dass Hautkrebs kein wirkliches Problem darstellt: Kann man ja einfach rausschneiden. Dabei bleibt jedoch meist ein ziemlich großes Loch in der Haut zurück und dass Hautkrebs der wohl am agressiv metastasierende Krebs überhaupt ist, weiß wohl keiner. Und hat man erst solche Metastasen, sieht’s ziemlich düster aus. Sowas führt nämlich früher oder später zu ’nem alles anderen als schönen Tod. Die Einzelheiten erspar ich (ausnahmsweise) meiner Leserschaft.
    Wer nun denkt „aber ich crème mich ja ein, da kann ja nichts passieren“, den muss ich leider enttäuschen: Sonnencrème hilft nur gegen Sonnenbrand, also die unmittelbare Reaktion der Haut auf zu intensive Sonneneinstrahlung. Hierfür verantwortlich ist die UV-A-Strahlung, die die meisten Sonnencrèmes auch brav herausfiltern. Für den Hautkrebs verantworlich ist jedoch die UV-B-Strahlung (außer man hat zu oft oder zu intensiv ’nen Sonnenbrand), die sich von ersterer so unterscheidet wie rot von grün. Und trotz vollmundiger Werbung gibt es praktisch kein erschwingliches Produkt auf dem Markt, welches effektiv gegen diese Form der Energie schützt.

    Im Moment wird ja wieder vermehrt eine Diskussion über ein Rauchverbot an öffentlichen Stätten, zumindest aber in der Gastronomie debattiert. Fakt ist, dass Rauchen für ein Drittel aller Krebserkrankungen verantwortlich ist, das Herz schädigt, den Blutdruck steigert, die Leistungsfähigkeit mindert, das Gehirn von Nikotin abhängig macht, praktisch jedem Organ Schaden zufügt und die Haut altern lässt, um nur ein paar wenige Konsequenzen zu ändern. Das gilt sowohl für Aktiv- als auch für Passivraucher und das ist keine schlechte Gewissenmacherei sondern unwiederlegbarer Fakt. Warum sich die Politik trotzdem schwer mit einem Rauchverbot tut ist mir in Folge dieser Argumente vollkommen schleierhaft. Jeder Mensch, der täglich eine zweistelliuge Anzahl von Glimmstingeln konsumiert, verliert für je zwei Jahre Rauchen mindestens ein Jahr seines Lebens. Wohlgemerkt mindestens.
    Nichts desto trotz halten auch die hohen Tabakpreise die Leute nicht davon ab, sich selbst aktiv zu vergiften. Ist da die Sucht (oder oft viel mehr die Gewohnheit) so viel größer als die menschliche Vernunft, die uns ja unter anderem vom Tier unterscheiden soll?
    OK, ich muss zugeben, dass ich in meinem Leben auch schon das ein oder andere mal meine Lunge mit Teer, Blausäure, Nitrosaminen, Nikotin und weiteren weit über 100 krebserregenden Stoffen geflutet habe. Zusätzlich gönne ich mir so einmal im Monat (je nachdem ob’s was zu feiern gibt oder nicht) eine Zigarre. Jedoch verzichte ich mittlerweile vollständig auf Zigarretten und bei den Zigarren erspare ich mir immerhin die Giftstoffe, die durch die Aromastoffe entstehen.

    Wie ich jetzt auf diese Thematik komme, wo doch im Moment (mehr oder weniger) offensichtlich Winter ist und sich deshalb die Sonne ohnehin nicht all zu oft zeigt? Naja, als angehender Medizinquaksalber bekommt man in der Vorlesungen so einiges mit. Ob ich damit wie viele andere vor mir nur schocken will um die Leute aufzurütteln? Ja, eigentlich schon und es ist mir eigentlich auch ganz egal, wie effektiv das Ganze ist und ob die betroffenen Leute das ohnehin schon wissen. Das ist nunmal eben meine Art, auf schwerwiegende und verdrängte Probleme hinzuweisen.

  • Killerspiele.

    Nachdem ein 18-jähriger Exschüler einer Realschule in Emsdetten Amok, während dem er mehere Personen teilweise mit einer Schusswaffe schwer verletzte und letztendlich Suizid beging, lief, diskutiert Politik und Gesellschaft (wiedermal) über ein Verbot von sogenannten „Killerspielen“, wie auch immer man diese definieren mag.
    Ich persönlich halte ein solches Verbot für keine gute Idee, da ich der Meinung bin, dass ein solches Verbot mehr Probleme schaffen als lösen würde.

    In Zeiten von Internet und „Schulhofdealerei“ dürfte es ein Verbot von Killerspielen den Jugendlichen wohl kaum erschweren, an solche Computerspiele heranzukommen. Peer-to-Peer-Tauschbörsen kennen keine Landesgrenzen und Gesetze (was auch schon die Musikindustrie leidvoll erfahren musste) und ebenso, wie sich Gewalt- und Sexvideos über die Handies von Jugendlichen austauschen lassen, lassen sich Medien mit dem einschlägigem Material handeln. Natürlich illegal, schwarzkopiert und weit entfernt von jedlicher erwachsener Kontrolle.

    Meiner Meinung nach führt ein solches Verbot dazu, dass gewaltlastige Spiele noch begehrenswerter werden. Vor allem bei Jugendlichen kennt man ja den Effekt, dass besonders die verbotenen Sachen gerade diejenigen sind, die am meisten begehrenswert sind.

    Medienwissenschaftler bezweifeln ohnehin, dass die virtuellen Welten, die solche Spiele erzeugen, so gewaltfördernd in der Realität sind, wie es von vielerlei Seite dargestellt wird. Zwar werden auch Computerspiele einen gewissen Teil zu einer Eskalation beitragen, aber die Hauptgründe liegen doch wohl eher in der Frustration der Täter über das Schulsystem und deren „Allein gelassen sein“-Gefühl von Schule, Eltern und Gesellschaft. Mir persönlich kommt es vor, dass Erwachsene viel lieber den schwarzen Peter auf ein Medium schieben, dass sie oft nicht ansatzweise kennen und so gerne über Fehler hinwegsehen, die sie eigentlich selbst zu verantworten haben.

    Eine bessere Lösung als ein Verbot ist in meinen Augen ein verpflichtendes Schulfach „Medienpädagogik“ in der Schule. Dass viele Jugendliche ohne soziale Unterstützung mit dem weiten Feld der Medien überfordert sind, leuchtet mir ein. Darüber hinaus hätte das weitere positive Nebeneffekte: Ein bewussterer Umgang mit Medien, vor allem dem Internet, würde dazu führen, dass sich Menschen wesentlich besser mit Gefahren wie Viren, Phishing, Dialern und Würmern auskennen würden und solche Bedrohungen wesentlich ineffektiver wären.

    Schade ist, dass eigentlich haargenau die selbe Diskussion auch nach dem Amoklauf in Erfurt bereits geführt wurde, mit genau den selben Argumenten und höchstwahrscheinlich genau dem selben Ergebnis, wie dieses mal. Man kann den Eindruck gewinnen, dass unsere Gesellschaft aber vor allem unsere Politik nicht dazu lernt sondern viel lieber von den eigentlichen Problemen ablenkt.

    Schade ist es auch, dass ein paar wenige Leute eine komplette Industrie (die der Computerspiele) in den Dreck ziehen. In Deutschland wird mehr Freizeit mit Computerspielen als mit Fernsehen und Bücher lesen zusammen verbracht. Nur ein Bruchteil der Spiele fällt unter die Kathegorie „Killerspiele“. Spiele wie „Die Sims“ oder „World of Warcraft“ kommen komplett ohne unnötige und explizite Gewalt aus, unterhalten aber wesentlich mehr Menschen, als die Killerspiele. Das haben sogar schon die Medien bemerkt.
    Vielleicht können wir ein wenig von Ländern wie Südkorea lernen, wo es sicher auch Probleme mit Computerspielen gibt, diese dort aber als eine moderne Form des Sports, dem sogenannten „eSport“ angesehen werden, bei dem zwar kein Schweiß fließt, aber sich im Team mit taktischem Denkvermögen gemessen wird.

  • Was wäre, wenn…

    Ich denke mal, dass die meisten von uns mitbekommen haben, dass vor ein paar Tagen weite Landstriche Europs für mehrere Minuten keine Elektrizität hatten. Was ich dazu denke hat eigentlich da darph recht gut getroffen: Man soll ja durchaus ein paar Minuten ohne Strom überleben können und so etwas wie eine 100% sichere Versorgung, egal mit was, ist auch utopisch. Institutionen, die wirklich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung brauchen, haben ohnehin (hoffentlich) entsprechende Gerätschaften.

    Ich will mich jetzt auch garnicht darüber auslassen, welche Ursachen dieser Stromausfall hatte und wie morde (eventuell) das Stromnetz von E.ON ist. Stattdessen hab ich mir ein paar andere Gedanken gemacht: Als ich neulich durch’s Abendprogramm zappte stolperte ich über das Magazin Monitor die erwähnten, dass es nicht absolut unrealistisch sei, dass ein solcher Stromausfall auch mal ganz Europa betreffen kann und dieser dann nichtnur ein paar Minuten sondern mehrere Tage dauern könne oder sogar Wochen. OK, es ist auch nicht ganz unrealistisch, dass ein Stück Felsen aus dem Weltall 98% des Lebens auf der Erde auslöscht und es ist auch nicht ganz unrealistisch, dass sich Influenzaviren mit dem Vogelgrippevirus vermengen und so ein neues Pandämievirus entsteht. Aber so ein bisschen hab ich mir schon meine Gedanken gemacht:

    Es ist ja nix ungewöhnliches, dass mal für ’n paar Minuten der Strom weg ist, also mach ich mir anfangs keine all zu großen Gedanken. ‚N bisschen Sorge mach ich mir, ob mein Server im Keller die abrupte Stromunterbrechung so ohne weiteres mitgemacht hat. Nach zwei Stunden wird mir aber ’n bisschen langweilig: Zwar hat mein Notebook ’nen Akku, der hält aber auch ned ewig und Internet geht ja schließlich nimma. Also würd ich rüber zum Tom schaun (der Arme) um mit ihm wiedermal ’ne Partie „Age of Empires 3“ zu zocken. Hmm, verdammt, geht ja ned, kein Strom. Naja, dann eben wiedermal ’n Schafkopf. Da Tom hat mir in der Vergangenheit ja genug Geld abgeknöpft, das gilt es nun zurück zu erobern. Und schließlich kann man auch bei Kerzenlicht schafkopfen, denn im Moment ist ja die dunkle Jahreszeit.

    Nachdem ich aber wieder so um die fünf Euro verloren habe, schau ich wieder heim, mal so langsam ins Bett. Also ab unter die Dusche und die Zähne geputzt. Hmm, geht ned: Kein Strom, keine Wasserpumpen, kein fließend Wasser. Na super, und wie bekomm‘ ich nun das Gel aus meinen Haaren? Mit Mineralwasser? Das hat man nun davon, für seine rebellische Frisur. Immerhin wärmen Bettdecken auch ohne Strom. Überhaupt ist das mit dem wärmen ’ne Sache, die bei uns im Haus dank Holzofens ganz ohne Strom geschieht. Also erfrieren werd ich wohl ned.

    Am nächsten morgen also aufstehen und in die Uni fahren? Naja, wohl nicht sehr sinnvoll: Wage zu bezweifeln, dass Vorlesungen stattfinden, wenn ganz Europa ohne Strom dasteht! Oder gibt’s in der Stadt überhaupt Strom? Keine Ahnung! Kein Radio, kein Fernsehen, kein Internet. Eigentlich weiß ich garnicht, dass sich Europa mehr oder weniger in der Steinzeit befindet und die Lautsprecher zur Beschallung der Bevölkerung in Notzeiten sind schon seit Jahrzehnten abmontiert. Erstmal die Karin anrufen, die kann einem sicher weiterhelfen. Denkste, zwar hat mein Mobilteil noch Akku, das nützt aber nichts, ohne Telefonnetz. Also mit’m Handy probieren. Tja, auch kein Netz, warum wohl. Also bleib ich mal lieber zu Hause. In der Stadt dürfte ’n rechtes Chaos herrschen.

    Nach ein paar Tagen dürften dann so langsam die Getränke ausgehen, also ab zum Supermarkt und neue besorgen. Auch frisches Brot wär mal wieder nicht schlecht. Überhaupt fische Sachen, denn auch der Kühlschrank nützt einem ohne Elektronendifferenzpotentiale herzlich wenig. Aber natürlich haben auch die Supermärkte ohne Strom nicht geöffnet. Ohnehin wurden die längst geplündert. Naja, zur Not gibt’s ja noch Konserven und die Regentonnen sind voll. Müss ma halt ’s Wasser über’m Feuer abkochen. Hat schon irgendwie was aus der Steinzeit, wo alle um’s Lagerfeuer rumsaßen.

    Das mit der Hygiene ist so ’ne Sache: Dusche geht ja nichtmehr. Auch die Waschmaschinen für die Klamotten sind ohne Strom recht teure Blechkisten, selbiges gilt auch für die Geschirrspüler. Nedmal Handabwaschen geht mehr. Und da Winter ist und der Bayerische Wald nicht gerade berühmt für seine heißen Quellen ist scheiden auch die natürlichen Wasservorkommen zum waschen aus.
    Irgendwann gehen dann auch die Kohlenwasserstoffgestützten Lichtquellen (kurz Kerzen) aus, was natürlich saisonbedingt auch nicht gerade zu Freudenstürmen führt.

    So langsam geht’s Benzin aus. War zwischenzeitlich mal in der Stadt, um die Lage dort abzuchecken, hauptsache da Karin geht’s gut, aber ohne Strom läuft auch keine Zapfsäule an der Tanke, egal ob in Österreich oder Passau.

    OK, ein paar wenige gute Seiten hat das ganze Schlamassel dann doch: In der Nacht (die ja in der erwähnten dunklen Jahreszeit traditionell recht lang ist) würde man seit Urzeiten wiedermal die Milchstraße richtig leuchten sehen. Dank permanenter nächtlicher Hintergrundbeleuchtung dürften viele Großstädter wohl schon vergessen haben, dass es da draußen ganz schön viele Wasserstofffusionsreaktoren (kurz Sterne) zu sehen gibt.
    Immerhin hab ich jetzt Zeit, mal was für die Uni zu tun denn trotz Informatikstudium hab ich die meisten Unterlagen ausgedruckt da. Aber macht das überhaupt Sinn? So langsam kommen mir nämlich existenzielle Sorgen. Ein Informatiker ohne Strom ist so sinnlos wie der Blinddarm. Professioneller Mammutjäger ist wohl auch nicht das richtige, schließlich sich diese Tierchen mittlerweile ausgestorben.

    Glücklicherweise hieß es ja, dass das ganze nur ein vorübergehender, wenn auch langer Zustand sein könnte, der Strom dann also doch irgendwann wieder durch die Kupferleitungen unserer Straße fließt. Aber irgendwie ist der Gedanke an so einen Blackout, irgendwie, ich weiß nicht, komisch, auch wenn das ganze wohl recht abenteuerlich wäre.

  • Nur nicht den Kopf hängen lassen.

    Gestern Abend war ja das Deutschlandspiel gegen Zypern im Zuge der Europameisterschaftsqualifikation. War zusammen mit garnicht so wenigen Leuten drüben beim Tom, der wiedermal hervorragend für’s leibliche Wohl sorgte. Vielen Dank dafür nochmal.

    Leider war das Spiel nicht so berauschend, wie die Bewirtung, ein 1:1 gegen so ’ne (eigentlich) drittklassige Mannschaft sagt doch schon einges, noch dazu, dass das Ergebnis eigentlich für beide Seiten „verdient“ war.

    Hatte dann auch irgendwie das Gefühl, dass einige Leute aus allen Wolken gefallen sind. Gut, gegen Zypern erwartet man eigentlich ’nen Pflichtsieg, aber zum Glück wirkt ja noch die Siegeseuphorie der WM nach. Da ist man’s einfach nimma gewohnt, schlechten deutschen Fußball zu sehen, geschweige denn nicht zu gewinnen. Gab’s ja in letzter Zeit auch nur einmal gegen Italien und das hätte auch anders laufen können.
    So schlimm finde ich persönlich das Ganze garnicht: Zwar haben wir wirklich für ’ne EM-Qualifikation ’ne anspruchsvolle Gruppe, jedoch sind wir ja immer noch ungeschlagen. Außerdem muss man sagen, dass es halt Mitte November (sozusagen die Pampa der Fußballsaison) ist, die Mannschaft nun wirklich keine Sollstärke hatte und halt einfach das gemeinsame Training der WM nun keine spürbare Nachwirkung mehr hat.

    Viel wichtiger, als das Spiel unserer Jungs gestern zu analysieren ist meiner Meinung nach, nicht den vorbildlichen Optimismus und die Zuversicht der WM zu verlieren. Nur weil man einmal verliert, Moment mal, nicht gewinnt, geht die (Fußball-) Welt nicht unter. War dann auch positiv überrascht, dass sogar das ZDF einen ähnlichen Kommentar abgegeben hat, dass man ein Spiel jetzt nicht überbewerten sollte, vor allem nicht in der Fülle die Qualifikationsspiele.

    No need to worry: Ich bin mir absolut sicher, dass wir in zwei Jahren als Europameister auf’m Treppchen stehen werden und in vier Jahren die (garstigen *g*) Italiener an der Weltspitze ablösen werden.

  • Outsourcing vs. Bürokratie.

    Als ich mir in den Ferien ’nen eineinhalbfachen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen hab, hat mich ja da Tom gleich am selben Abend ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde ich zuerst mal geröntgt (1) und anschließend (ganz klischeehaft, weil ja schon 22.30 Uhr am Abend war) vom Assistenzarzt untersucht (2). Dann haben’s mir noch Krücken (3) mitgegeben und ’ne Schiene (4) die ich halt anlegen sollte, sobald’s die Schwellung das zulassen würde.

    Da ich dank (?) meines Vaters privat krankenversichert bin, werden mir ja alle Rechnungen bezüglich meiner Gesundheit per Post zugeschickt und ich muss sie dann bei meiner Krankenversichrung einreichen. Also bekomm‘ ich halt auch zu sehen, was das alles für Rechnungen sind und vor allem, wie viele: Für’s Röntgen (1) hat mir die entsprechende Abteilung in der Notfallaufnahme ’ne Rechnung geschickt. Für die Untersuchung durch den Assistenzarzt (2) bekam ich ’nen zweiten Brief. Die Krücken (3) stammten von ’ner Rehainstitution hier in Passau, also haben die mir ’ne Rechnung geschickt und zu guter letzt hab ich noch ’nen vierten Brief vom Hersteller meiner Schiene (4) bekommen.

    Vier Einzelposten, vier Briefe, vier Rechnungen. Nun seh ich’s ja ein, wenn’s Krankenhaus sich Kosten und Verwaltungsaufwand spart, wenn sie mir nur die Leistungen in Rechnung stellen, die sie auch direkt erbracht haben, aber unter’m Strich bekommt meine Krankenversicherung jetzt vier Rechnungen von mir, wo’s eine auch getan hätte.

    In Zeiten von spezialisierten Softwarehäusern, weltweiter Vernetzung und IT-geschultem Personal könnte man doch erwarten, dass es ’ne interdisziplinäre Anwendung gäbe, die halt dann im Endeffekt für den Patienten eine Rechnung erstellt und dann vollautomatisch die Abrechnung mit den beteiligten Partnern abweickelt. Natürlich als Teil eines digitalen Gesamtverwaltungssystems des Gesundheitswesens, das nach Aussage meiner Medizindozenten auch wirklich nötig und wünschenswert wäre.
    Aber womöglich seh ich jetzt das als Informatikstudent zu idealistisch und zu wenig an den tatsächlichen Begebenheiten orientiert. Auf jeden Fall hab ich jetzt wieder ’ne Idee mehr, die mich vor der Arbeitslosigkeit schützt.

  • Was lange währt, wird endlich gut(?): Osmanien meets Europa.

    Seit Anbeginn der Geschichte an sich ist diejenige zwischen Europa und Osmanien im Speziellen ein integraler Bestandteil eben dieser. Von den (wenig rühmlichen) Kreuzzügen bis hin zur arrabischen „Besetzung“ des 17. Bundeslandes Teutonistans (Mallorca): Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Selbst als geschichtlich ungebildeter Grundschüler wird man im Heimat- & Sachkundeunterricht darauf gestoßen, dass es eben diese Osmanen sogar bis vor die Tore Wiens geschafft haben und es wohl nur eine Vielvölkerarmee Europas (wer wittert hier schon nicht die ersten Anzeichen einer Europäischen Union) zu „verdanken“ ist, dass wir heute nicht alle zu Allah beten.

    Dummerweise handelt es sich hierbei um allerlei kriegerische Auseinandersetzung, was wohl auch in der doch grundsätzlich unterschiedlichen Kultur dieser beiden Gruppen von Weltbevölkerern begründet ist. Aber der Mensch wäre nicht Mensch und würde vor allem nicht im 21. Jahrhundert leben, würde er nicht dazu lernen: Nach jahrzentelangem Köpfeeinschlagen vertragen sich Franzosen und Deutsche, der kalte Krieg ist Geschichte, Franken gehört zu (Alt-) Bayern und ich denke, dass selbst Gott ab und zu mit Satan ’n Bier trinken geht (wobei es sich hierbei wohl in der Tat nicht um Menschen im eigentlichen Sinne handeln dürfte), wenn den beiden mal wieder langweilig ist.
    Also warum auch keine „Aussöhnung“ von (uns) Europäern mit den Osmanen. Und als Zeichen des guten Willens, nehmen wir die Türkei (heutiger Stammhalter der Osmanen) in die Europäische Union auf. Super Idee; Friede, Freude, Eierkuchen.

    Aber Moment einmal: Wogegen einer größeren Tolleranz zwischen West und Ost nichts einzuwenden ist (im Gegenteil), sollten wir vielleicht nochmal kurz über diesen „EU-Beitritt“ reden:

    Eines vorneweg. Ich habe nichts gegen Türken und die türkische Kultur im Allgemeinen. Dies soll auch in keinster Weise unobjektive Hetze sein. Auch werde ich versuchen, nur auf politische und nicht auf religiöse Punkte einzugehen, denn das wär nochmal eine (äußerst lange) Geschichte für sich.
    Ich bin mir vollkommen bewusst, welche z.B. wirtschaftliche Leistung immigrierte Türken in Deutschland erbringen. Und auch wenn das jetzt wohl das unbedeutenste Argument ist, weiß ich doch die türkische Kultur in Form ihrer mit Fleisch, Dressing und Salaten gefüllten Fladenbrote zu schätzen. Darüber verallgemeinert man bei solchen Diskussionen zwangsläufig, weshalb immer nur auf Tendenzen eingegangen wird und nicht auf jede kleine Randströhmung, welche ich eventuell persönlich für richtiger halten würde.
    Aber nun zum Thema. Zwar sind meine Argumente nicht wirklich neu, aber für mich sind sie ausreichend einen EU-Beitritt der Türkei äußerst kritisch zu beurteilen:

    • Was in meinen Augen auf jeden Fall ein Problem ist, weniger im Sinne der Aufnahmekriterien als vielmehr im Sinne von Moral und Anstand ist der „Kurdenkonflikt“. Diese Thematik beginnt ja bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Türken am Ende des ersten Weltkrieges praktisch Genozid an dieser Volksgruppe verüben, was sich historisch und archäolojisch beweisen lässt. Jedoch bestreitet bis heute die türkische Regierung diese Tatsache und in der Bevölkerung allgemein zeigt man keinerlei Reue diesbezüglich.
      Bis heute ist diese Problematik keineswegs ausgestanden. Bestes Beispiel dafür sind die Ereignisse rund um die PKK und deren in Haft sitzender Anführer Abdullah Öcalan, der wohl nur deswegen noch lebt, weil die Türkei nach Außen einen guten Eindruck machen will.
      Ich halte ein solches Vertuschen und Ignorieren der nicht all zu rühmlichen Vergangenheit und Gegenwart für bedenklich.
    • Immer wieder hört man in Deutschland von so gegannten Ehrenmorden, welche die Ehre einer Familie wieder herstellen sollen, welche angeblich durch das nicht ehrwerte Verhalten eines meist weiblichen Familienmitglieds abhanden gekommen ist. Bei diesem nicht ehrenwerten Verhalten handelt es sich meist um die Emanzipation eben dieser Frauen im westlichen Sinne. Nun ist es noch garnicht lange her, dass in der Türkei ein Gesetz verabschiedet wurde, welches Ehrenmorde zwar nicht legitimiert, diese jedoch keinesfalls eindeutig verurteilt und sogar in Einzelfällen die Straffreiheit von Ehrenmördern vorsieht.
      Die EU ist meiner Meinung nach eine westliche Organisation welche auf westlich-demokratischen Prinzipien aufbaut. Eine freie Entwicklung eines jeden Menschen ist integraler Bestandteil eben dieser Prinzipien, was selbstverständlich auch für alle Frauen gilt.
    • Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Türkei ein ganz schön großer Fisch ist. Knapp 75.000.000 Einwohner sind jetzt nicht gerade wenig. Damit wäre die Türkei nach Deutschland der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat. Hierbei handelt es sich also nicht um eine Art Juniorpartner der EU wie z.B. Zypern und sollte deshalb doppelt gut überlegt sein.
    • EU steht für Europäische Union. Wer ein wenig fit in Geografie ist weiß jedoch, dass nur ein verschwindend kleiner Bruchteil der Türkei auch tatsächlich auf europäischem Gebiet liegt, ein Großteil jedoch in Asien. Länder wie die Ukraine oder Serbien sind da doch eher die Beitrittskandidaten, die einem da einfallen würden.
    • Die große Bedrohung des 21. Jahrhunderts, zumindest in der ersten Hälfte, scheint der Terrorismus, egal welcher Motivation zu werden. Länder wie Iran, Irak und Afghanistan gelten als Hochburgen von Hetzpredigern und antiwestlicher Ideologie. Man sollte durchaus beachten, dass mit einem Beitritt der Türkei zur EU die Außengrenze der EU bis an den Irak heranreichen wird, welches die USA zur Achse des Bösen zählen/zählten. Alle Sicherheitsdiskussionen nach den Anschlägen auf die New Yorker Zwillingstürme würden eine ganz neue Dimension bekommen, wenn die EU direkt an die Hochbrugen von islamischem Fundamentalismus hinreichen.
    • Sehr oft wird bei dieser Diskussion von den Befürwortern des Beitritts das Argument angeführt, dass die Staatsoberhäupter der EU der Türkei schon sehr lange das Versprechen gegeben haben, dass ein Beitritt immer näher rücke und dass es nun endlich Zeit wird, diese Versprechen in die Tat umzusetzen.
      Hier muss ich offen zugeben, dass ganz offensichtlich große Fehler seitens der EU und ihrer Vertreter in der Vergangenheit gemacht wurden. Solche Versprechen sind immer fatal, denn ein flexibles Anpassen an internationale Veränderungen sind hierbei nicht miteinbegriffen.
      Im gleichen Atemzug wird dann immer erwähnt, dass die Türkei so viele Reformen und Veränderungen auf den Weg gebracht hat, um die Aufnahmekriterien zu erfüllen.
      Da kann ich nur sagen, dass sich das oft so anhört, als hätte die Türkei das nur für den Beitritt getan. Ich denke, dass ganz unabhängig von Beitritt oder nicht diese Neuerungen der Türkei keinesfalls geschadet haben. Weder wirtschaftlich, noch gesellschaftlich.

    Abschließend sollte ich vielleicht dazu sagen, dass (vor allem die Einleitung) obiger Text in vielen Passagen ironisch gemeint ist, auch wenn er grundsätzlich meine Meinung zum Beitritt der Türkei in die EU widerspiegelt. Dementsprechend sollten ironische Texte eher für ein Schmunzeln da sein, als bierernst genommen zu werden.
    Und wer mit meiner Ironie nichts anfangen kann, dem ist es nicht verboten, diese zu igorieren und sich zu denken, dass der Autor dieses Textes ihm gestohlen bleiben kann.

  • Von drauß‘, vom (bayerischen) Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es wintert sehr.

    OK, muss zugeben, dass sich der Winter nichtnur auf mein heimatliches Tittling beschränkt, denn in Passau sind die Dächer auch „gezuckert“, aber das ist’s mir ’nen Blogeintrag wert.

    Kaum wird der Monat November auf Handydisplays und Digitaluhren angezeigt, schlägt Väterchen (Nacht-) Frost zu und beschert uns den ersten Schnee des Winters 2006/07 (Zu behaupten, das wäre der erste Schnee des Jahres, wäre wohl nicht treffend in anbetracht der Tatsache, dass der große Tittlinger Schneeberg auch Anfang Mai 2006 noch nicht komplett abgeschmolzen war, was noch nichtmal ein Jahr her ist.). Auf jeden Fall hat uns der erste Nachtfrost auch die ersten gezuckerten Landschaften gebracht. Zugegeben, von über zwei Metern Schnee wie letzten Jahr sind war noch ’n ganz schönes Stückchen entfernt, aber immerhin bleibt der Schnee schonmal bis Mittag liegen. Dabei haben die meisten Bäume noch nichtmal ihr Blattwerk zu Laubwerk verarbeitet. Ja der Ahorn am Ludwigsplatz hat noch nichtmal daran gedacht (oder wohl eher verpasst), seine Blätter zu verfärben.
    Kann mir jetzt schon gut vorstellen, dass viele aufgrund der Kälte (die im Moment ja noch äußerst moderat ausfällt) wieder ’s Jammern anfangen. Der wirklich sehr lange und warme goldene Herbst hat denen wohl nicht gereicht. Da werden wohl bald wieder die Wünsche nach Weihnachten unter Palmen laut.

    Kann ich irgendwie nicht verstehen denn ich mag den Winter voll gern. Das mag wohl auch daran liegen, dass ich halt im Januar geboren bin und ’s da tendentiell frostig ist. Außerdem hat der bayerische Wald auch im Winter seine äußerst schönen Zeiten. Als Freund des Wintersports kommt mir Schnee im Winter auch sehr gelegen, sofern das mein Außenbandriss im linken Sprunggelenk diese Saison zulässt. Überhaupt bin ich ein Freund der extremen Temperaturen. Konkret heißt das, dass es im Winter ruhig mal -15°C oder noch weniger haben darf. Wie heißt’s so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung.

    Da Dom hat neulich gemeint, dass die Meteorologen einen besonders kalten Winter prognostizieren. Weiß zwar jetzt ned, ob das stimmt, aber dagegen hätt ich eigentlich nichts.

    Nur ganz so viel Schnee wie im letzten Winter muss nicht wieder sein: Es ist wirklich depremierend die Einfahrt zu räumen, den Schnee auf bereits drei Meter hohe Schneeberge zu werfen nur um festzustellen, dass man gleich wieder von vorne anfangen kann, wenn man fertig ist, weil Schneewehen und Neuschnee schon wieder die Einfahrt verstopfen.