Da da Hagi nach langer Zeit wieder mal hier in Passau war, war’s mir eigentlich relativ egal, welchen Film wir uns ansahen, als da Johannes am Dienstag vorschlug, wir könnten doch ins Kino schau’n. Denn normalerweise wäre „No Country for old Men“ nix für mich gewesen. Zumindest glaubte ich das. Da aber da Johannes seit langer Zeit wieder mal in Passau war und der Film nur 4,50€ kostete, brauchte es nicht viel Überredungskunst, mich in den Film zu bringen. Immerhin hat der Streifen vier Oscars abgeräumt, unter anderem den für den besten Film.
Und ich hab’s nicht bereut mitzukommen. OK, der Soundtrack des Films ist jetzt nicht gerade der beste aller Zeiten (kurz gesagt, es gibt wohl auch gar keinen) und all zu laut durfte man auch nicht mit seiner Chipstüte rascheln, denn das bekam bei der Stille, die meistens im Film vorherrschte, jeder im Kino mit. Dafür schaffte es der Film ohne jeglichen Schnickschnack wie CGI-Effekte, bombastischen Explosionen oder eben epischer Musikuntermalung eine hervorragende Atmosphäre aufzubauen. Obwohl nicht viel Aktion im Film vorkommt sind zumindest die ersten beiden Drittel extrem spannend und Javier Bardem als Serienkiller Anton Chigurh hat seinen Oskar für die besten männliche Nebenrolle mehr als verdient, schon allein wegen seiner 70er Fönfrisur. Allerdings flacht der Film zum Schluss etwas ab: Nach Llewelyn’s Tod, über dessen Flucht mit gestohlenem Drogengeld der Film erzählt, der etwas zu unspektakulär ausfällt, fällt die Spannungsstütze Nummer Eins im Film weg und die letzte halbe Stunde plätschert der Film dann leider etwas dahin.
Nichts desto trotz eine klare Empfehlung auch an diejenigen (wie mich), die eher das actiongeladene Jerry Bruckheimer Kino bevorzugen. Die Atmosphäre des Films ist überragend und (ohne Ausnahme) jede Figur im Film kommt so real rüber, dass man’s mit der Angst bekommt.
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