Blog

  • Nagus‘ all in!

    Nach langer Vorankündigung war’s nun gestern Abend endlich soweit. Der große Pokerabend „Nagus‘ all in! 2006“ stand auf dem Plan. Zu fünft waren wir und nach ’ner Einführungsrunde und kräftiger Stärkung durch Padupizzen ging’s dann gegen 21.30 Uhr endlich mit „Texas hold’em“ los. Es ging um insgesamt 75.000€ (naja, nennen wir’s mal lieber Credits, was im Deutschen wohl soviel wie Kapitaleinheiten bedeutet), den sich gegen 1.30 Uhr und nach vielem hin und her (denn zwischenzeitlich waren sowohl da Flo als auch da Sorge Chipleader) da Michi unter’n Nagel reißen konnte. Mir selbst war das Glück leider nicht so hold und ich schied als erster aus. Wenn man als bestes nur einmal ’nen Drilling bekommt, verwundert das auch nicht all zu viel. Nach mir war da Dom dran, der unser Schicksal treffend mit „Tja, jetzt sind die ganzen (aus) Spaßspieler draußen“ bezeichnete.
    Trotzdem war’s ’n schöner Abend, vor allem da Flo wär ’n Bild wert gewesen mit geschleckter BWLer-Frisur, Hemd und blauer Sonnenbrille. Da Dom, ganz stilbewusst im lässigen Hawaiihemd und auch ich bin im (provisorischen) Anzug erschienen, dessen Hose mir mittlerweile viel zu klein ist. Zur Untermauerung des Pokercharakters gab’s Zigarren und da Dom hat Bier gesponsort.

    Abschließend muss ich mich beim Dom bedanken, für das exzelente Hosting und natürlich bei meinen Mitspielern, die mich wie gesagt leider viel zu früh ausgenommen haben. Ein Pokerabend für 2007 ist ja schon in Planung, bei dem ich mich mit Sicherheit gar grausam rächen werde.

    Nachtrag:
    Da auch der Gastgeber, da Dom, fleißiger Blogger ist, möchte ich an dieser Stelle sehr gerne auf seinen entsprechenden Blogeintrag verweisen.

  • Offenbarung 23.

    In meiner Kindheit waren Hörspiele das Kulturgut Nummer Eins: Wer die meisten „Die drei ???„-Folgen kannte, war der King und auch „TKKG„, die Funkfüchse und wie sie alle heißen mögen, standen hoch im Kurs.

    Als ich vor ein paar Tagen von ’ner Bekannten aus ’nem Forum den Hinweis bekommen hab, mal „Offenbarung 23“ unter die Lupe zu nehmen, denn das könne mir gefallen, war ich anfangs eher skeptisch. Also mal die bisher erschienenen zwölf Episoden besorgt und das Anhören mal auf später verschoben.

    Bei „Offenbarung 23“ handelt es sich nicht um ein Kinderhörspiel sondern wendet sich eher an die Altersgruppe 14+. Es geht viel um Verschwörungsthrorien: Geheimnisse, die zu Lebzeiten von dem berühmten Hacker Tron gelöst wurden (z.B. die Umstände rund um das Sinken der Titanic), dieser die Entdeckungen aber mit ins Grab nahm, werden nun vom Hacker und Wirtschaftsinformatikstudenten T-Rex wieder aufgegriffen.

    Nachdem ich nun ein paar Folgen gehört habe muss ich sagen, dass ich richtig begeistert bin: Die Folgen sind richtig spannend und actionreich und man muss echt aufpassen, nicht doch noch an die ganzen Verschwörungstherien zu glauben denn das ganze wird so realistisch geschildert, dass man sich wirklich wie mittendrin fühlt. Viele verschiedene Parteien, die man nie so wirklich einschätzen kann, ob sie nun gut oder böse sind, verstärken diesen Effekt noch.
    Auf jeden Fall freu ich mich schon auf die restlichen Folgen, die noch vor mir liegen und für März und Mai 2007 sind jeweils zwei weitere Teile geplant. Da ist die Vorfreude groß.

  • Killerspiele.

    Nachdem ein 18-jähriger Exschüler einer Realschule in Emsdetten Amok, während dem er mehere Personen teilweise mit einer Schusswaffe schwer verletzte und letztendlich Suizid beging, lief, diskutiert Politik und Gesellschaft (wiedermal) über ein Verbot von sogenannten „Killerspielen“, wie auch immer man diese definieren mag.
    Ich persönlich halte ein solches Verbot für keine gute Idee, da ich der Meinung bin, dass ein solches Verbot mehr Probleme schaffen als lösen würde.

    In Zeiten von Internet und „Schulhofdealerei“ dürfte es ein Verbot von Killerspielen den Jugendlichen wohl kaum erschweren, an solche Computerspiele heranzukommen. Peer-to-Peer-Tauschbörsen kennen keine Landesgrenzen und Gesetze (was auch schon die Musikindustrie leidvoll erfahren musste) und ebenso, wie sich Gewalt- und Sexvideos über die Handies von Jugendlichen austauschen lassen, lassen sich Medien mit dem einschlägigem Material handeln. Natürlich illegal, schwarzkopiert und weit entfernt von jedlicher erwachsener Kontrolle.

    Meiner Meinung nach führt ein solches Verbot dazu, dass gewaltlastige Spiele noch begehrenswerter werden. Vor allem bei Jugendlichen kennt man ja den Effekt, dass besonders die verbotenen Sachen gerade diejenigen sind, die am meisten begehrenswert sind.

    Medienwissenschaftler bezweifeln ohnehin, dass die virtuellen Welten, die solche Spiele erzeugen, so gewaltfördernd in der Realität sind, wie es von vielerlei Seite dargestellt wird. Zwar werden auch Computerspiele einen gewissen Teil zu einer Eskalation beitragen, aber die Hauptgründe liegen doch wohl eher in der Frustration der Täter über das Schulsystem und deren „Allein gelassen sein“-Gefühl von Schule, Eltern und Gesellschaft. Mir persönlich kommt es vor, dass Erwachsene viel lieber den schwarzen Peter auf ein Medium schieben, dass sie oft nicht ansatzweise kennen und so gerne über Fehler hinwegsehen, die sie eigentlich selbst zu verantworten haben.

    Eine bessere Lösung als ein Verbot ist in meinen Augen ein verpflichtendes Schulfach „Medienpädagogik“ in der Schule. Dass viele Jugendliche ohne soziale Unterstützung mit dem weiten Feld der Medien überfordert sind, leuchtet mir ein. Darüber hinaus hätte das weitere positive Nebeneffekte: Ein bewussterer Umgang mit Medien, vor allem dem Internet, würde dazu führen, dass sich Menschen wesentlich besser mit Gefahren wie Viren, Phishing, Dialern und Würmern auskennen würden und solche Bedrohungen wesentlich ineffektiver wären.

    Schade ist, dass eigentlich haargenau die selbe Diskussion auch nach dem Amoklauf in Erfurt bereits geführt wurde, mit genau den selben Argumenten und höchstwahrscheinlich genau dem selben Ergebnis, wie dieses mal. Man kann den Eindruck gewinnen, dass unsere Gesellschaft aber vor allem unsere Politik nicht dazu lernt sondern viel lieber von den eigentlichen Problemen ablenkt.

    Schade ist es auch, dass ein paar wenige Leute eine komplette Industrie (die der Computerspiele) in den Dreck ziehen. In Deutschland wird mehr Freizeit mit Computerspielen als mit Fernsehen und Bücher lesen zusammen verbracht. Nur ein Bruchteil der Spiele fällt unter die Kathegorie „Killerspiele“. Spiele wie „Die Sims“ oder „World of Warcraft“ kommen komplett ohne unnötige und explizite Gewalt aus, unterhalten aber wesentlich mehr Menschen, als die Killerspiele. Das haben sogar schon die Medien bemerkt.
    Vielleicht können wir ein wenig von Ländern wie Südkorea lernen, wo es sicher auch Probleme mit Computerspielen gibt, diese dort aber als eine moderne Form des Sports, dem sogenannten „eSport“ angesehen werden, bei dem zwar kein Schweiß fließt, aber sich im Team mit taktischem Denkvermögen gemessen wird.

  • Evolution statt Revolution: Need for Speed – Carbon.

    Als vor ziemlich genau einem Jahr „Need for Speed: Most wanted“ rauskam, gab’s für mich wochenlang kein anderes Spiel: Gute Grafik, coole Rennen, abwechslungsreiche Rennmodi und natürlich die adrenalinpumpenden Verfolgungsjagten mit den Ordnungshütern.

    Deshalb stieg in den letzten Wochen die Vorfreude auf den Nachfolger „Need for Speed: Carbon“ immer mehr, auch wenn mich jetzt die Vorberichte nicht vom Hocker hauten: Nurnoch Nachtrennen, vom Canyonmodus war ich noch nicht so überzeugt und das mit den Teammitgliedern? „Schau ma mal“, denkt sich da der (Nieder-) Bayer.

    Die Demo hatte mich dann aber erstmal eines besseren belehrt: Dass die Rennen nur Nachts stattfinden kriegt man in der Hitze des Gefechts garnicht so mit. Das Canyonrennen war der Hammer: Wenn man grad mal mit 1000 Punkten Vorsprung über die Ziellinie rast, tangiert der Puls die 180er-Marke. Auch mit den Driftrennen konnte ich nach ’n bisschen Eingewöhnung einiges anfangen. Übung macht den Meister und nach ’ner Zeit, kriegt man echt saugeile Slides hin.

    Nun hab ich seit ein paar Tagen die Vollversion, und muss sagen, dass wieder ein wenig Ernüchterung eingetreten ist: Beste Neuerung finde ich den Karrieremodus: Während man in „Most wanted“ immer wieder nach dem selben Schema die Blacklistfahrer abarbeitete (einitzige Abwechslung war dann eigentlich das finale Rennen samt anschließender Verfolgungsjagd) hat man in „Carbon“ nun wirklich das Gefühl, im Kampf mit den anderen Crews zu liegen. Und denen Stück für Stück Stadtteile abzujagen ist wirklich viel besser, als ich anfangs erwartet habe. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad, zumindest in den ersten 3 Stadtteilen, viel zu einfach. Die hatte ich nämlich schon nach einem Tag erobert.

    Dafür gefällt mir ganz allgemein der Stil, den der zenhte Teil der „Need for Speed“-Serie präsentiert: Weg vom Hip-Hop-Gangster-Style hin zu mehr Neuem. Hab das ja auch schon in meinem Post zum aktuellen „The Fast and the Furious“-Film positiv bemerkt, den Carbon an vielen Stellen kopiert. Allerdings hatte ich bei „Most wanted“ das Gefühl, dass der Soundtrack umfangreicher war. Muss halt die eigene Musiksammlung herhalten.

    Was wohl zu den Stärken des neuen Teils gehört ist die Story: Für ’nen NFS-Teil ist die recht umfangreich, auch wenn die Wendungen ziemlich häufig gesäht sind, was dazu führet, dass man gern mal den Überblick verliert, wer Freund und Feind ist.

    Die Nachtrennen wirken sich dann doch negativ aus: Anfangs kennt man halt die Stadt noch nicht, später führt die Nacht aber dazu, dass vieles gleich aussieht. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Stadt monoton ist was vielleicht auch daran liegt, dass es nunmehr kaum Autobahnen aber auch kaum enge Gassen gibt. Das macht die Stadt irgendwie kleiner als Rockport City.
    Viele neue Autos gibt’s: Die Einstiegsklasse aus dem Vorgänger wie Punto und Standartgolf wurde zu Gusten vieler neuer und vor allem auch exotischer Luxusschlitten geopfert. Allerdings werden die meisten und vor allem auch Interessanten erst sehr spät, dafür in zu großer Anzahl freigeschaltet. Das führt dazu, dass man die erste Hälfte des Spiels eigentlich nur mit einer einzigen Karre unterwegs ist, sich zum Ende des Spiels aber garnichtmehr entscheiden kann vor lauter Qual der Wahl.

    Die Spezialität von „Most wanted“ waren ja die Verfolgungsjagten. Die wurden in „Carbon“ leider ziemlich kastriert. Eigentlich wird man nun nornoch bei den Rennen erwischt und versucht halt dann, die lästigen rot-blau-schwarzen Verfolger so schnell wie möglich los zu werden. Versuche, sich -zig-Minuten lange Scharmützel zu liefern, gibt’s nun nichtmehr. Das macht die Verfolgungsjaden zu ’ner eher nervigen als spielbreichernden Sache, noch dazu, dass die Polizeistopper nun ’nen viel kleineren Radius haben.

    Auch mit dem Konzept der Teammembers kann ich noch nicht so viel anfangen: Die Abkürzungen kennt man mit der Zeit von selbst, außerdem fahren viele Gegner die ja auch, weshalb der Scout dann eigentlich nutzlos wird.
    Der Blocker muss erstmal vor jemanden fahren, den er blocken kann. Darauf hätte ich auch verzichten können.
    Und ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich im späteren Spielverlauf etwas mit dem Wingman überfordert bin: Einerseits muss man sich auf die Strecke konzentrieren und jede Kurve optimal nehmen, dann muss man versuchen, im Schatten des Wingman zu fahren und dann kommt noch oft hinzu, sich auf die Blitzer zu konzentrieren, die nun nichtmehr im Voraus gemeldet werden.

    Alles in Allem muss ich sagen, dass mich „Carbon“ zwar wieder genauso vor den PC fesselt wie „Most wanted“, dabei muss ich aber auch sagen, dass nicht alle Neuerungen wirklich nötig gewesen wären. Dafür fesseln die Gebirgsrennen wirklich, auch wenn man zu oft den Gegner schon im Voraus überholt und es ist halt ganz einfach ein gewohnt guter, wenn auch viel kürzerer „Need for Speed“-Teil.

  • Kumpel?!

    Jagdsaison.War heute zum ersten mal im Cineplex von Passau, dem neuen, achtsääligen Kino. Muss sagen, dass es mir sehr gut gefällt: Ein großer Eingangsbereich, in dem selbst an den Stoßzeiten am Wochenende genügend Platz für jedermann ist. Eine freundliche Cafélandschaft ist ebenso vorhanden. Besonders bemerkenswert sind meiner Meinung nach die Vorführungssääle: Bin zwar jetzt erst in einem drin gesessen aber der war wirklich schön sauber und halt neu. Außerdem ist jetzt endlich ein ordentliches Maß an Beinfreiheit gegeben.

    Einen kleinen Kritikpunkt hab ich jedoch: Die Lampen, die die Notausgänge anzeigen sind viel zu hell, ja fast schon grell. Da wirft sogar der zurückgezogene Vorhang vor der Leinwand einen Schatten auf eben diese und in dunklen Szenen kommt keine Stimmung auf, da die Lampen den Saal zu stark erhellen. Aber vielleicht wurde diesmal ja nur vergessen, die Notausgangslampen zu dimmen.

    Angesehen hab ich mir „Open Season“ zu deutsch „Jagdfieber„. Ein Film, der wiedermal aus’m Computer stammt und in dem ein wildnisscheuer Bär zusammen mit ’nem Außenseiterhirsch in die Natur verschlagen wird. Der Bär will nur zurück in die Zivilisation, findet aber im Laufe des Films viele Freunde unter den wild lebenden Tieren mit denen er sich zum Schluss gegen die anrückende Jägermeute der Jagdsaison verteidigt.

    Zu Anfang war der Film recht flach und ’n bisschen zu kleinkindermäßig, was er jedoch in der zweiten Hälfte mehr als ausgleicht. Da ist er dann wirklich lustig mit ein paar neuen, erfrischenden Gags. Und ich hab’s eigentlich schon lieber, wenn das Pulver eines Films erst am Ende verschossen wird.

  • Was wäre, wenn…

    Ich denke mal, dass die meisten von uns mitbekommen haben, dass vor ein paar Tagen weite Landstriche Europs für mehrere Minuten keine Elektrizität hatten. Was ich dazu denke hat eigentlich da darph recht gut getroffen: Man soll ja durchaus ein paar Minuten ohne Strom überleben können und so etwas wie eine 100% sichere Versorgung, egal mit was, ist auch utopisch. Institutionen, die wirklich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung brauchen, haben ohnehin (hoffentlich) entsprechende Gerätschaften.

    Ich will mich jetzt auch garnicht darüber auslassen, welche Ursachen dieser Stromausfall hatte und wie morde (eventuell) das Stromnetz von E.ON ist. Stattdessen hab ich mir ein paar andere Gedanken gemacht: Als ich neulich durch’s Abendprogramm zappte stolperte ich über das Magazin Monitor die erwähnten, dass es nicht absolut unrealistisch sei, dass ein solcher Stromausfall auch mal ganz Europa betreffen kann und dieser dann nichtnur ein paar Minuten sondern mehrere Tage dauern könne oder sogar Wochen. OK, es ist auch nicht ganz unrealistisch, dass ein Stück Felsen aus dem Weltall 98% des Lebens auf der Erde auslöscht und es ist auch nicht ganz unrealistisch, dass sich Influenzaviren mit dem Vogelgrippevirus vermengen und so ein neues Pandämievirus entsteht. Aber so ein bisschen hab ich mir schon meine Gedanken gemacht:

    Es ist ja nix ungewöhnliches, dass mal für ’n paar Minuten der Strom weg ist, also mach ich mir anfangs keine all zu großen Gedanken. ‚N bisschen Sorge mach ich mir, ob mein Server im Keller die abrupte Stromunterbrechung so ohne weiteres mitgemacht hat. Nach zwei Stunden wird mir aber ’n bisschen langweilig: Zwar hat mein Notebook ’nen Akku, der hält aber auch ned ewig und Internet geht ja schließlich nimma. Also würd ich rüber zum Tom schaun (der Arme) um mit ihm wiedermal ’ne Partie „Age of Empires 3“ zu zocken. Hmm, verdammt, geht ja ned, kein Strom. Naja, dann eben wiedermal ’n Schafkopf. Da Tom hat mir in der Vergangenheit ja genug Geld abgeknöpft, das gilt es nun zurück zu erobern. Und schließlich kann man auch bei Kerzenlicht schafkopfen, denn im Moment ist ja die dunkle Jahreszeit.

    Nachdem ich aber wieder so um die fünf Euro verloren habe, schau ich wieder heim, mal so langsam ins Bett. Also ab unter die Dusche und die Zähne geputzt. Hmm, geht ned: Kein Strom, keine Wasserpumpen, kein fließend Wasser. Na super, und wie bekomm‘ ich nun das Gel aus meinen Haaren? Mit Mineralwasser? Das hat man nun davon, für seine rebellische Frisur. Immerhin wärmen Bettdecken auch ohne Strom. Überhaupt ist das mit dem wärmen ’ne Sache, die bei uns im Haus dank Holzofens ganz ohne Strom geschieht. Also erfrieren werd ich wohl ned.

    Am nächsten morgen also aufstehen und in die Uni fahren? Naja, wohl nicht sehr sinnvoll: Wage zu bezweifeln, dass Vorlesungen stattfinden, wenn ganz Europa ohne Strom dasteht! Oder gibt’s in der Stadt überhaupt Strom? Keine Ahnung! Kein Radio, kein Fernsehen, kein Internet. Eigentlich weiß ich garnicht, dass sich Europa mehr oder weniger in der Steinzeit befindet und die Lautsprecher zur Beschallung der Bevölkerung in Notzeiten sind schon seit Jahrzehnten abmontiert. Erstmal die Karin anrufen, die kann einem sicher weiterhelfen. Denkste, zwar hat mein Mobilteil noch Akku, das nützt aber nichts, ohne Telefonnetz. Also mit’m Handy probieren. Tja, auch kein Netz, warum wohl. Also bleib ich mal lieber zu Hause. In der Stadt dürfte ’n rechtes Chaos herrschen.

    Nach ein paar Tagen dürften dann so langsam die Getränke ausgehen, also ab zum Supermarkt und neue besorgen. Auch frisches Brot wär mal wieder nicht schlecht. Überhaupt fische Sachen, denn auch der Kühlschrank nützt einem ohne Elektronendifferenzpotentiale herzlich wenig. Aber natürlich haben auch die Supermärkte ohne Strom nicht geöffnet. Ohnehin wurden die längst geplündert. Naja, zur Not gibt’s ja noch Konserven und die Regentonnen sind voll. Müss ma halt ’s Wasser über’m Feuer abkochen. Hat schon irgendwie was aus der Steinzeit, wo alle um’s Lagerfeuer rumsaßen.

    Das mit der Hygiene ist so ’ne Sache: Dusche geht ja nichtmehr. Auch die Waschmaschinen für die Klamotten sind ohne Strom recht teure Blechkisten, selbiges gilt auch für die Geschirrspüler. Nedmal Handabwaschen geht mehr. Und da Winter ist und der Bayerische Wald nicht gerade berühmt für seine heißen Quellen ist scheiden auch die natürlichen Wasservorkommen zum waschen aus.
    Irgendwann gehen dann auch die Kohlenwasserstoffgestützten Lichtquellen (kurz Kerzen) aus, was natürlich saisonbedingt auch nicht gerade zu Freudenstürmen führt.

    So langsam geht’s Benzin aus. War zwischenzeitlich mal in der Stadt, um die Lage dort abzuchecken, hauptsache da Karin geht’s gut, aber ohne Strom läuft auch keine Zapfsäule an der Tanke, egal ob in Österreich oder Passau.

    OK, ein paar wenige gute Seiten hat das ganze Schlamassel dann doch: In der Nacht (die ja in der erwähnten dunklen Jahreszeit traditionell recht lang ist) würde man seit Urzeiten wiedermal die Milchstraße richtig leuchten sehen. Dank permanenter nächtlicher Hintergrundbeleuchtung dürften viele Großstädter wohl schon vergessen haben, dass es da draußen ganz schön viele Wasserstofffusionsreaktoren (kurz Sterne) zu sehen gibt.
    Immerhin hab ich jetzt Zeit, mal was für die Uni zu tun denn trotz Informatikstudium hab ich die meisten Unterlagen ausgedruckt da. Aber macht das überhaupt Sinn? So langsam kommen mir nämlich existenzielle Sorgen. Ein Informatiker ohne Strom ist so sinnlos wie der Blinddarm. Professioneller Mammutjäger ist wohl auch nicht das richtige, schließlich sich diese Tierchen mittlerweile ausgestorben.

    Glücklicherweise hieß es ja, dass das ganze nur ein vorübergehender, wenn auch langer Zustand sein könnte, der Strom dann also doch irgendwann wieder durch die Kupferleitungen unserer Straße fließt. Aber irgendwie ist der Gedanke an so einen Blackout, irgendwie, ich weiß nicht, komisch, auch wenn das ganze wohl recht abenteuerlich wäre.

  • Nur nicht den Kopf hängen lassen.

    Gestern Abend war ja das Deutschlandspiel gegen Zypern im Zuge der Europameisterschaftsqualifikation. War zusammen mit garnicht so wenigen Leuten drüben beim Tom, der wiedermal hervorragend für’s leibliche Wohl sorgte. Vielen Dank dafür nochmal.

    Leider war das Spiel nicht so berauschend, wie die Bewirtung, ein 1:1 gegen so ’ne (eigentlich) drittklassige Mannschaft sagt doch schon einges, noch dazu, dass das Ergebnis eigentlich für beide Seiten „verdient“ war.

    Hatte dann auch irgendwie das Gefühl, dass einige Leute aus allen Wolken gefallen sind. Gut, gegen Zypern erwartet man eigentlich ’nen Pflichtsieg, aber zum Glück wirkt ja noch die Siegeseuphorie der WM nach. Da ist man’s einfach nimma gewohnt, schlechten deutschen Fußball zu sehen, geschweige denn nicht zu gewinnen. Gab’s ja in letzter Zeit auch nur einmal gegen Italien und das hätte auch anders laufen können.
    So schlimm finde ich persönlich das Ganze garnicht: Zwar haben wir wirklich für ’ne EM-Qualifikation ’ne anspruchsvolle Gruppe, jedoch sind wir ja immer noch ungeschlagen. Außerdem muss man sagen, dass es halt Mitte November (sozusagen die Pampa der Fußballsaison) ist, die Mannschaft nun wirklich keine Sollstärke hatte und halt einfach das gemeinsame Training der WM nun keine spürbare Nachwirkung mehr hat.

    Viel wichtiger, als das Spiel unserer Jungs gestern zu analysieren ist meiner Meinung nach, nicht den vorbildlichen Optimismus und die Zuversicht der WM zu verlieren. Nur weil man einmal verliert, Moment mal, nicht gewinnt, geht die (Fußball-) Welt nicht unter. War dann auch positiv überrascht, dass sogar das ZDF einen ähnlichen Kommentar abgegeben hat, dass man ein Spiel jetzt nicht überbewerten sollte, vor allem nicht in der Fülle die Qualifikationsspiele.

    No need to worry: Ich bin mir absolut sicher, dass wir in zwei Jahren als Europameister auf’m Treppchen stehen werden und in vier Jahren die (garstigen *g*) Italiener an der Weltspitze ablösen werden.

  • Eine positive Überraschung: The Fast and the Furious – Tokyo Drift.

    The Fast and the Furious - Tokyo Drift.So langsam pilgern die Blockbuster des Sommers (Ice Age 2, Sakrileg, Fluch der Karibik 2, Mission Impossible 3) in die Videothek. Da ich eigentlich keinen der Filme im Kino gesehen habe, die mich aber eigentlich alle interessieren, bin ich im Moment zweimal die Woche beim Mike, um mir die neusten Silberscheibchen unter den Nagel zu reißen.

    Gestern war dann unter anderem „The Fast and the Furious – Tokyo Drift“ dran, der dritte Teil der „The Fast and the Furious“-Reihe. Da keiner der Originalschauspieler mehr dabei war und die anderen beiden Teile ja ’nen wahren Hype in Sachen „Pimpen“ ausgelöst haben, hatte ich mir nicht all zu viel von dem Film erwartet. Wahrscheilich wär’s nur ’n hinterher geschobener weiterer Teil zum Geld machen, mit der einzigen Neuerung, dass das ganze jetzt in Japans Metropole schlechthin stattfindet.

    Aber anders als erwartet wurde ich äußerst positiv überrascht: Klar, philosophische Dialoge und eine bestsellerwürdige Story braucht man sich jetzt nicht erwarten, dafür aber Popcorn- und Actionkino vom Feinsten. Die Rennen sind richtig gut, schon allein, weil’s diesmal auch jede Menge Unfälle gibt. Klar, beim Driften und Rasen durch die Rushhour Tokios. Am besten hat mir jedoch der Soundtrack gefallen: Von so ’ner Fortsetzung hätte ich mir wieder typisch amerikanischen Gangster-Hip-Hop erwartet aber weit gefehlt: In der ersten Hälfte des Films sind die Rennen mit richtig guten und vor allem harten Techno-Beats unterlegt, das ganze geht schon stark Richtung Gabber. Gepaart ist das ganze mit modernem Asia-Syntie-Pop/Hip-Hop. Cute-Schoolgirl-Style halt. Auf jeden Fall mal was erfrischend Neues für ’nen Mainstreamfilm und die Rennen gewinnen durch die harten und schnellen Techobeats nochmal einiges mehr an Dramatik und Geschwindigkeit. Mein Subwoover hatte auf jeden Fall einiges zu tun!

    Für Freunde des Proll- und Actionkinos auf alle Fälle sehr sehenswert und die eineinhalb Stunden sind doch sehr schnell verstrichen gestern. Und zum Schluss gibt’s ein freudiges Wiedersehen mit ’nem Charakter aus dem ersten Teil!

  • Thank you for the evening.

    Gestern war ja die (etwas verspätete,) traditionelle Semester-Opening-Party bei den Jungs.

    Muss sagen, dass sie wirklich gelungen war, vielleicht sogar eine der besten Jungsparties. Das kulinarische Angebot war monströs (was für mich natürlich ’n wichtiger Kritikpunkt einer guten Party ist): Zwei Hauptgerichte (ein dermaßen guter Schweinebraten samt richtigen Semmelknödeln, Soße und Bierkruste (Dank hier an die beiden Flos) und das trditionelle Chili nach geheimen Studenterezept (Dank hier an die Zwillinge)) gepaart mit zwei Nachspeisen (das Mouse au Chocolat von da Katrin und die mördergute Turamisu vom Küchenchef des Abends).

    Außerdem gab’s des gute Peschl-Helle in Form eines vom Tom gesponsorten 15l-Fassls. Leider war des recht schnell leer, was aber zur Folge hatte, dass ich noch so ziemlich alles von dem Abend weiß.

    Musste aber feststellen, dass das neue Singstar „Deutsch Rock/Pop“ ’n ziemlicher Flop ist. Bis auf wenige Ausnahmen nur neuere Songs, kein WM-Song, kein Grönemeyer, kein Westernhagen und kein Falco. Lichtblick am Horizont waren da nur die beiden Tracks von den Toten Hosen.

    So richtig viele Leute waren auch wieder da, auch, wenn dann zum Schluss nur drei (Sorge, Dom & ich) übernachtet haben.

    Highlight zum Schluss war dann noch der Klitschko-Boxkampf, der sogar ganz erfolgreich lief. Muss aber zugeben, dass mir zwischen der vierten und siebten Runde schon so langsam die Äuglein zugefallen sind.

    Abschließend will ich mich bei allen Organisatoren bedanken: Den Köchen natürlich und vor allem ‚m Michi und’m Flo für’s Hosting und des G’schieß mit’m aufbaun und aufräumen! Und natürlich vielen Dank an ’n Tom für den vergorenen Gerstensaft.

  • Outsourcing vs. Bürokratie.

    Als ich mir in den Ferien ’nen eineinhalbfachen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen hab, hat mich ja da Tom gleich am selben Abend ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde ich zuerst mal geröntgt (1) und anschließend (ganz klischeehaft, weil ja schon 22.30 Uhr am Abend war) vom Assistenzarzt untersucht (2). Dann haben’s mir noch Krücken (3) mitgegeben und ’ne Schiene (4) die ich halt anlegen sollte, sobald’s die Schwellung das zulassen würde.

    Da ich dank (?) meines Vaters privat krankenversichert bin, werden mir ja alle Rechnungen bezüglich meiner Gesundheit per Post zugeschickt und ich muss sie dann bei meiner Krankenversichrung einreichen. Also bekomm‘ ich halt auch zu sehen, was das alles für Rechnungen sind und vor allem, wie viele: Für’s Röntgen (1) hat mir die entsprechende Abteilung in der Notfallaufnahme ’ne Rechnung geschickt. Für die Untersuchung durch den Assistenzarzt (2) bekam ich ’nen zweiten Brief. Die Krücken (3) stammten von ’ner Rehainstitution hier in Passau, also haben die mir ’ne Rechnung geschickt und zu guter letzt hab ich noch ’nen vierten Brief vom Hersteller meiner Schiene (4) bekommen.

    Vier Einzelposten, vier Briefe, vier Rechnungen. Nun seh ich’s ja ein, wenn’s Krankenhaus sich Kosten und Verwaltungsaufwand spart, wenn sie mir nur die Leistungen in Rechnung stellen, die sie auch direkt erbracht haben, aber unter’m Strich bekommt meine Krankenversicherung jetzt vier Rechnungen von mir, wo’s eine auch getan hätte.

    In Zeiten von spezialisierten Softwarehäusern, weltweiter Vernetzung und IT-geschultem Personal könnte man doch erwarten, dass es ’ne interdisziplinäre Anwendung gäbe, die halt dann im Endeffekt für den Patienten eine Rechnung erstellt und dann vollautomatisch die Abrechnung mit den beteiligten Partnern abweickelt. Natürlich als Teil eines digitalen Gesamtverwaltungssystems des Gesundheitswesens, das nach Aussage meiner Medizindozenten auch wirklich nötig und wünschenswert wäre.
    Aber womöglich seh ich jetzt das als Informatikstudent zu idealistisch und zu wenig an den tatsächlichen Begebenheiten orientiert. Auf jeden Fall hab ich jetzt wieder ’ne Idee mehr, die mich vor der Arbeitslosigkeit schützt.