Heute möchte ich meiner Leserschaft eine weitere Serie empfehlen. Gestolpert bin ich über sie beim Durchstöbern von diversen Kritiken, die allesamt gut bis exzellent ausgefallen sind. Und da die Serie schon nach 13 Folgen aufgrund mangelnden Zuschauerinteresses abgesetzt wurde, war mir klar, dass sie mal einen Blick wert ist. Schließlich ist dieses Argument im Zeitalter von Reality-, Casting- und Dokushows eher ein Qualitäts- als abwertendes Kriterium, verspricht es doch mal ’ne Serie mit etwas mehr Tiefgang. Von welchem TV-Event ich spreche? Von „Bis in die Spitzen“.
Die Grundhandlung ist schnell erzählt: Der Weiberheld Finn kehrt nach Berlin zurück um sich seine Flamme und einzig wahre Liebe aus Jugendzeiten unter den Nagel zu reißen. Die ist mittlerweile erfolgreiche Unternehmerin und glücklich verheiratet, verfällt aber trotzdem Finns Charme. Die Story an sich ist jetzt vielleicht nicht die neueste und innovativste, aber die Umsetzung und vor allem die schauspielerische Leistung ist überragend, von der bedrückenden Atmosphäre gar nicht zu sprechen.
Zahlreiche Nebencharaktere sorgen für tolle Sidestories abseits vom Hauptplot. Das bietet viel Potential für abwechslungsreiche Unterhaltung. Weiterer Pluspunkt der Serie ist, dass immer was weitergeht. Da wird nicht die halbe Staffel gewartet, bis mal ein schmutziges Geheimnis an die Oberfläche kommt. Außerdem verhalten sich alle Rollen sehr authentisch, abseits von übertriebenen Gefühlsgedusel oder Verhalten à la „Zwei bei Kallwass“.
Dass die Serie in Deutschland gefloppt ist, kann ich mir gut denken, denn man muss viel „zwischen den Zeilen lesen“ und viele interessante Aspekte werden nur angedeutet, oft aber nicht explizit erwähnt. Das macht die Serie äußerst vielschichtig und führt dazu, dass in wenigen Episoden sehr viele äußerst komplexe Personen eingeführt werden.
Mit ihren 13 Episoden fällt die Serie recht kurz aus, weshalb sich jeder Serienjunkie ruhig mal ein Bild von ihr machen sollte. Bereuen dürften’s wohl die wenigsten. Zwar basiert „Bis in die Spitzen“ auf einer BBC-Serien, nichts desto trotz mal eine äußerst erfreulichen deutsche Fernsehproduktion.




