Sodala, das zweite Gruppenspiel der Deutschen ist rum, Zeit also, einen aktuellen Zwischenbericht über die Weltmeisterschaft zu schreiben.
Bis auf wenige Ausnahmen (Argentinien vs. Südkorea am Donnerstag und Slowenien vs. USA gestern) waren die meisten Spiele diese Woche sowohl tor- als auch unterhaltungsarm. Dafür hat sich der Trend zahlreicher, unter die Räder kommender Topmannschaften, bestätigt. Nicht nur, dass wie schon in meinem letzten Eintrag vermutet, die Italiener sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, nein, auch die Brasilianer, Portugiesen, Spanier, vor allem aber die Engländer und Franzosen waren wenig überzeugend. Lediglich die Teams aus Holland und Argentinien wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Da ist es umso trauriger, dass sich auch der Gastgeber aller Voraussicht nach schon nach den ersten drei Spielen vom Turnier verabschieden wird. Sorry, aber mit dieser Passivität im Spiel ist das aber auch alles andere als verwunderlich.
Zu den Lichtblicken zählte bisher auch unsere Nationalmannschaft. Das 4:0 gegen Australien war sehr überzeugend und bis zum Argentinienspiel war es auch das torreichste des Wettbewerbs. Leider gab’s gestern einen Euphoriedämpfer, denn den Serben unterlagen wir mit 0:1. Verdient fand ich das Ergebnis nicht, denn meiner Meinung nach war die Löwtruppe die meiste Zeit des Spiels besser als die Mannen aus dem ehemaligen Jugoslawien, ob nun mit elf oder zehn Mann. Wir hatten mehr Chancen, mehr Ballbesitz und auch die wesentlich bessere Zweikampfstatistik. Bei den Serben hatte ich mehr den Eindruck, dass sie sich nur am besten und theatralischsten hinfallen lassen konnten. Die Nähe zu Italien lässt grüßen. Aber am Ende gewinnt eben nicht immer das bessere Team, sondern das, das die meisten Tore schießt. So ist das nun im Fußball. Die gelb-rote Karte gegen Klose geht in Ordnung. Hart, aber kann man schon mal geben. Klose, als der erfahrenste Nationalspieler, sollte das eigentlich besser wissen. Eine rote und insgesamt acht gelbe Karten in einem Spiel sind dann aber wohl doch übertrieben gewesen, was auch andere Schiedsrichter bestätigen. In der ersten Halbzeit gab’s glaub ich nur zwei Fouls, die nicht mit einem bunten Karton quittiert wurden. Aber lieber verlieren wir ein Spiel in der Gruppenphase als in der K.O.-Runde. So ein Dämpfer schadet nicht und trotz der Niederlage hat unsere Mannschaft meiner Meinung nach eine passable und couragierte Leistung abgeliefert in Anbetracht der Tatsache, dass sie eine Stunde lang in Unterzahl spielen mussten. Und mit ein bisschen Glück (Elfmeter, einer der beiden Latentreffer, Fallrückzieher), geht das Spiel auch ganz anders aus.
Diesmal musste ich mir das Spiel in der Arbeit ansehen, was aber alles andere als schlimm war. Unser dezimierter Lehrstuhl (über die Hälfte war auf einem IGSSE-Treffen) fand sich fast geschlossen im Gruppenraum ein, um via Beamer das Spiel zu verfolgen. Erdnüsse, Salzstangen, Vuvuzelas und Deutschlandfahnen, was will man mehr? Leider war die Stimmung im Anschluss dann doch recht geknickt. Krass, wie sich so was niederschlägt.
Überraschend war für mich im Anschluss noch die Präsenz der Serben in München. An der U-Bahn-Haltestelle Sendlinger Tor ging voll die Party ab: Bestimmt 50 Serben machten wirklich Stimmung. Das Tat zwar in der Seele weh, aber da muss man hart sein. Und aus einer neutralen Sichtweise war’s bestimmt äußerst amüsant. Und auch am Hauptbahnhof waren die Nachwehen des Spiels noch deutlich zu spüren.
Zum Abschluss an dieser Stelle noch die obligatorischen Links in Dom’s Blog, die täglich das sportliche Geschehen kommentiert und auch auf die einzelnen Spiele näher eingeht. Vielen Dank!
Schreibe einen Kommentar