Mein letzter Blogeintrag liegt nun doch schon ein paar Tage zurück, deswegen wird’s mal wieder Zeit für ein paar Zeilen. Viel passiert im Moment aber eigentlich hab ich gar nicht so richtig Zeit, das alles aufzunehmen. Grund dafür ist mein Programmierpraktikum, dem ich eigentlich auch einen Eintrag widmen wollte. Dies scheiterte jedoch daran, dass sich das Praktikum als recht wirr und vor allem zeitintensiv erweist, was auch der Grund ist, warum ich im Moment recht wenig mitbekomme, was um mich herum los ist.
Da dies jedoch mein Blog ist und Blogs dafür da sind, dass (mehr oder weniger) und bedeutende Menschen ihre (weniger oder mehr) unbedeutende Meinung kund tun hab ich mir gedacht, dass ich ein paar kleine Statements zu den mehr oder weniger wichtigen Ereignissen der letzten Tage zum Besten gebe.
Bayern verabschiedet das schärfste Nichtrauchergesetz der Republik.
Find ich sehr gut. Auch, dass es so hart ausgefallen ist. OK, in Bierzelten hätten’s das Qualmen jetzt nicht unbedingt untersagen müssen, aber ein Problem hab ich damit auch nicht. Meine Mum wird sich freuen, denn sie wird in Zukunft wesentlich weniger Wäsche zu waschen haben, keine brennenden Augen mehr nach vier Stunden in der Lieblingskneipe mehr und gesund (naja, nennen’s wir mal eher nicht gesundheitsgefährdend) ist das Ganze auch noch. Dass die Raucher jetzt jammern und die Wirte meinen, Umsatzeinbußen hin nehmen zu müssen, liegt in der Natur des modernen Deutschen. Ich denk mir jedoch, dass niemand dauerhaft auf seine Stammkneipe oder auf’s Furtgeh’n verzichtet, nur weil er nicht mehr schmaukeln darf. Da werden die Leute auch feststellen, dass das Rauchverbot sie nicht umbringen wird, ganz im Gegenteil.
Deutschland diskutiert über die Verhältnismäßigkeit von (Top-) Managergehältern.
So Begriffe wie „Neiddebatte“ will ich da mal außen vorlassen. Meine Meinung orientiert sich da glaub ich an der Meinung der meisten Deutschen: Von mir aus können die so viel verdienen wie sie wollen oder wie sie das für nötig halten. Auch wenn sie vielleicht zwei- bis dreimal soviel arbeiten wie der Durchschnittsarbeitnehmer, dürfen Manager von mir aus überproportional vergütet werden. Deswegen halte ich auch eine gesetzliche Limitierung der Managergehälter eher für Unsinn. Allerdings halte ich es wie die meisten anderen für problematisch, wenn Topfuktionäre auch noch dafür belohnt werden (im Sinne von Abfindungen welcher Form auch immer), dass sie ein Unternehmen offensichtlich und hauptsächlich durch ihr Verschulden an die Wand gefahren oder sich moralisch grob falsch verhalten haben, nur damit man sie, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wieder los wird (siehe BenQ oder Siemens). Genau in diesem Bereich halte ich Regelungen, die sich am Erfolg des Unternehmens orientieren für nicht verkehrt. Ein Grundeinkommen steht jedoch auch Managern zu, schließlich kann es einem Unternehmen (vorübergehend) auch mal schlecht gehen, ohne dass man mit dem Finger auf den Grund zeigen könnte.
Die Postbranche bekommt einen gesetzlichen Mindestlohn.
Halte ich für ’ne gute Sache. Zwar werfen die Konkurrenten der Post zwar jetzt mit dem Angstargument schlechthin um sich, Hunderte von Angestellten zu entlassen, das ist in meinen Augen aber eigentlich mehr Erpressung als ein richtiges Argument. Außerdem sehe ich es auch so, dass die Postkonkurrenten Wettbewerb nur über den Lohn ihrer Arbeitnehmer austragen und nicht über andere marktwirtschaftliche Kriterien.
Überhaupt halte ich einen Mindestlohn für eine gute Sache: Ich sehe das so: Was nützt einem ein Job, wenn man davon nicht leben kann? Klar werden Arbeiten im Niedriglohnsektor oftmals von der öffentlich Hand bezuschusst, in meinen Augen ist das aber nicht der richtige Weg. Zwar ist es wohl unter’m Strich lohnender, derartige Arbeiten öffentlich zu bezuschussen als gleich „einen ganzen Arbeitslosen“ zu bezahlen, aber ich bin generell kein Freund von Subventionen und in meinen Augen ist Bezuschussung von Löhnen eine Subvention. Außerdem besteht die Gefahr, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen in der Wirtschaft kommt, wenn auf einmal Arbeitnehmer nicht mehr (nur) vom Arbeitgeber sondern von Bund/Land/Kommune bezahlt werden.
Viel wichtiger als die Frage ob ein Mindestlohn sinnvoll ist oder nicht ist für mich diejenige, wie hoch dieser Mindestlohn ausfallen soll: Wird er (zu) niedrig angesetzt haben wir die Situation, die wir auch schon hatten, als es noch überhaupt keine Mindestlöhne in Deutschland gab, nämlich dass die Leute nicht davon Leben können. Wird er allerdings (zu) hoch angesetzt sehe ich schon auch die Problematik von zu hohen Lohnkosten in Deutschland für die Arbeitgeberseite.
Zu guter letzt noch eine Dokumentation des ZDF, auf die ich gestern im Fernsehen gestoßen bin. Hat jetzt nicht unbedingt mit obigen aktuellen Topthemen zu tun, hat mir persönlich aber recht gut getan. Gar nicht so sehr aus pro-/contra-amerikanischer Sicht sondern mehr als Motivation für mich selbst. Wer das Video in höherer Auflösung sehen möchte, kann dies hier tun.
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