Schlagwort: Fettleibigkeit

  • Äpfel und Joggen gut, Pommes und Fernsehen schlecht.

    Gestern hat die große Koalition ihren Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, mit der sie der zunehmenden Fettleibigkeit der Deutschen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, zu Leibe rücken will.

    Prinzipiell handelt es sich dabei um eine durchaus lobenswerte Maßnahme, denn das zunehmende Gewicht der Deutschen wird mittelfristig zu diversen Problemen wie einer zunehmender Zahl „zivilisatorischer Krankheiten“ (Diabetes Typ II usw.) und daraus resultierenden Mehrbelastungen für die Krankenversicherungen führen.

    Teil dieses Vorhabens ist es unter anderem, das Thema „gesunde Ernährung“ an den Schulen präsenter zu machen. Das ist auf den ersten Blick logisch, denn auf diese Weise erreicht man alle deutschen Schüler, bei denen die zunehmende Dicke eine besondere Rolle spielt. Und die Schule ist nun eben mal dazu da, etwas zu lernen. Also warum auch nicht, wie man ein gesundes Leben führt?

    Allerdings halte ich diese Idee nicht gerade für den Königsweg: Politiker und vor allem Eltern werden hierbei aus der Verantwortung genommen, die auf die Lehrer und Pädagogen abgewälzt wird. Schon jetzt wird oft kritisiert, dass die Schulen zunehmend die Elternrolle übernehmen. Jetzt sollen sie auch noch beibringen, wie man sich korrekt ernährt? Das ist doch wohl mehr Aufgabe der Eltern, oder?
    Seit geraumer Zeit wird auch verlangt, flächendeckend ein Fach „Medienkompetenz“ an Schulen einzuführen um Schüler gegen Gefahren aus den neuen Medien wie Spam, Viren/Würmer/Phishing, Kinderpornografie und Killerspiele zu wappnen. Viel mehr als der Gute Wille ist dabei noch nicht heraus gesprungen. Jetzt auch noch ein Fach „gesunde Ernährung“?
    Außerdem hat die schulische Belastung bei Kindern und Jugendlichen ohnehin ein recht hohes Maß erreicht, nicht zuletzt aufgrund des G8. Führt man nun ein neues Fach „gesunde Ernährung“ ein, wie es momentan diskutiert wird, müssen entweder bestehende Unterrichtsstunden gestrichen werden oder es entsteht eine zunehmende Mehrbelastung für Schüler und Lehrer. Darüber, dass für diese Maßnahme zusätzliche Lehrer mit zusätzlicher Qualifikation notwendig sind, spricht momentan noch kaum jemand.

    Abschließend kann ich sagen, dass das Vorhaben der Bundesregierung längst überfällig ist. Wozu eine zu dicke Bevölkerung führt kann man heut zu Tage bereits in den USA sehen. Jedoch halte ich die Idee, die Schulen derart massiv in dieses Vorhaben zu integrieren für unausgegoren, vor allem in Hinblick darauf, dass im Gegenzug keine Maßnahmen angesprochen wurden, die Eltern unserer Jugend in ein solches Vorhaben zu integrieren.