Kategorie: Beobachtungen des Alltags

Hier finden sich Kuriositäten des Alltags.

  • Das muss man ihnen lassen…

    Fußball Weltmeisterschaft 2010.…die Engländer haben diesmal den „besten Vorbericht“ zum Achtelfinalspiel gegen Teutonistan. Meistens handelt es sich bei den Schlagzeilen der britschen Boulevardpresse, besonders wenn es um Anspielungen auf Deutschland geht, um plumpe und abgedroschene (Welt-) Kriegsphrasen und ab und zu kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, die Briten wären ihrer eigenen Sprache nicht mehr mächtig. Was aber anlässlich des morgigen Auseinandertreffens zwischen den Halbmonarchen und der deutschen Elf in der Sun steht, ist wirklich mal was zum Schmunzeln.

    Da das englische Bild-Pendant bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam macht, dass ihr Copyright irgendwie immer verletzten werden könnte, spare ich es mir, meine Entdeckung direkt hier einzufügen sondern verlinke stattdessen direkt auf den entsprechenden Artikel und beschreibe einfach ein wenig, was ich da entdeckt habe: Um dem Lagerkollaps entgegen zu wirken, unternahmen unsere Kicker eine Safari im eingegitterten Touriwagen. Die Metallstangen dienten dem Schutz vor den Löwen, die’s auf dem Ausflug zu sehen gab. So entstand ein Foto, in dessen Hintergrund der Transporter mitsamt unseren Fußballern zu sehen ist und im Vordergrund drei Löwen vorbei ziehen. Untertitelt hat das die Sun mit „Germans are terrified of Three Lions„.

    Naja, diesen „Sieg der Medien“ lasse ich gerne unseren klopsigen Inselnachbarn. Das war’s dann aber auch schon mit Geschenken. Stattdessen kriegen die Georgskreuzler morgen im Spiel eins ordentlich auf den Deckel. Mit oder mitohne Elfmeterschießen.

  • Wer den Schaden hat, braucht den Spott nicht zu sorgen.

    Die Nachricht von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dürfte sich mittlerweile auch in die entlegensten Winkel verbreitet haben. Gut zu wissen, dass trotz des größten Umweltunglücks, das die USA jemals heimgesucht hat, es immer noch Leute gibt, die ihren schwarzen Humor nicht verloren haben. Aus dieser Kategorie stammt das folgende Video. Sehr sehenswert, wie ich finde.

    Aber ganz im Ernst. Wenn ich so in das Gesicht von Tony Hayward blicke, seines Zeichens (noch) Chef des Ölmultis BP, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass folgender Monolog ständig in seinem Kopf abläuft: „Ohh mein Gott! Ich bin doch nur ein kleiner, nichtsahnender BWLer, der versucht hat, so schnell wie möglich Chef eines jedes Jahr Milliarden von Dollar abwerfenden Konzerns zu werden. Öl fördern ist die Lizenz zum Geld drucken und somit auch die Lizenz zum Boni maximieren. Und jetzt das! Ohh mein Gott, ohh mein Gott, ohh mein Gott! Von diesem ganzen technischen Schnickschnack hab ich doch hinten und vorne keinen blassen Schimmer. Keine Ahnung, was eine „Tiefseebohrung“ ist und warum wir dieses doofe Bohrloch nicht geschlossen bekommen. Ohh mein Gott, ohh mein Gott, ohh mein Gott!!!“.

    Naja, hoffen wir mal, dass es nicht ganz so schlimm ist. Um objektiv zu bleiben: Tony Hayward ist kein raffgieriger BWLer sondern eigentlich Geologe, dem verhältnismäßig viel Bodenständigkeit zugesagt wird. Und vielleicht gibt es bei BP dann doch noch den ein oder anderen Ingenieur, der von dem „ganzen technischen Schnickschnack“ ein wenig Ahnung hat. Ansonsten: „Ohh mein Gott, ohh mein Gott, ohh mein Gott!!!“.

  • Computerlogbuch Tittling, Erdzeit 16. Oktober 2009: Es ist Winter.

    Rekordverdächtig früh gab’s diesen Winter den ersten Schnee. Seit Beginn der/meiner Aufzeichnungen (2006/07, 2007/08, 2008/09) lag bei uns in Tittling noch nie so früh Schnee, über einen Monat früher als letztes Jahr. Bereits vergangenen Dienstag rieselt die weiße Pracht vom Himmel, jedoch eher in homöopathischen Dosen und liegen blieb er auch noch nicht. Das Schicksal des Wegschmelzens wird wohl auch den heutigen Schnee sehr schnell ereilen. Aber das ist ja keinesfalls ungewöhnlich und Zeit für eine richtige Schneedecke bleibt ja nun auch noch mehr als genug.

    Wieder bin ich der letzte im Bunde meines engeren Bloggerfreundeskreis, denn sowohl da Corny als auch da Dom wussten bereits zu berichten. Letzterer jedoch in sehr kompakter Form.

    Zum Glück gehöre ich zu den Menschen, die den Winter eigentlich richtig gerne mögen, was nicht heißen soll, dass ich alle anderen Jahreszeiten weniger gern habe, vorausgesetzt, das richtige Wetter herrscht. Das liegt wohl daran, dass ich im Winter 1984 auf die Welt kam, welcher allgemein hin als äußerst frostig gilt. Ein wirkliches Problem damit, dass die Tage recht kurz sind habe ich nicht und ich bin auch kein schnelles Opfer von Erkältung und Grippe. Wäre das nicht so, wäre ich wohl auch nicht so euphorisch.

    Naja, einen Nachteil hat die weiße Pracht dann doch, der mich früher eigentlich überhaupt nicht gestört hat: Liegt Schnee auf meinem Lieblingsradweg, dann kann ich nicht mehr (oder nicht mehr so leicht) zum Joggen gehen. Und liegt das kristallin gefrorene Wasser in der Einfahrt, muss man es auch wieder wegschaufeln.

    Wie jedes Jahr gibt’s „zum Beweis“ auch ein paar Fotos, geschossen aus meinen Dachfenstern.

    Lindbüchl.
    Der Elektromarkt vor unserem Haus. Im Hintergrund der tittlinger Marktplatz samt Kirche, schon etwas vom Nebel eingehüllt.

    Haas.
    Das Haus der Haas’…

    Gutsmiedl.
    …und unserer anderen Nachbarn, den Gutsmiedl.

  • Die Weltverschwörung der Linken.

    Während sich die Einen fast schon darüber beschweren, dass der aktuelle Bundestagswahlkampf eher langweilig, wenig emotional und reichlich wenig visionär ist, habe ich zwischen den Zeilen der Wahlplakate der Linken deren ultimative Weltverschwörung entdeckt. Genauer gesagt handelt es sich dabei um folgende beiden Wahlplakate:

    Ahaa!!! „Reichtum für alle.“ und „Reichtum besteuern!“. Jetzt hamma’s. Das heißt also: „Alle besteuern.“ oder um’s überspitzt zu sagen „Alles und jeden besteuern. Rigoros!“.

    Naja, wer auf den Plakaten das Kleingedruckte (ein Klick auf die Plakate öffnet die Wahlwerbung in groß. So macht die Verkleinerung den Rest der Laternentafeln doch etwas unleserlich) liest wird schnell erkennen, dass ich natürlich etwas übertrieben habe. Als ich die beiden Plakate jedoch direkt hintereinander an der Straße hängen sah, musste ich aber doch ein wenig schmunzeln.

  • Hotel Riesinger. Die Zweite.

    Vor knapp zwei Jahren habe ich schon mal einen ganz ähnlichen Artikel gepostet. Heute wie damals geht’s um ein Vogelnest, das diesmal Amseln an eine der riesinger’schen Immobilien gebaut haben.

    Während vorletztes Jahr eine herunterhängende Dachlatte unseres überstehenden Daches der Ort der Geschehnisse war, musste diesmal unsere Garage herhalten. Genauer gesagt die Kombination aus überstehendem Flachdach, der Verankerung unserer Satellitenschüssel (ich kann’s gar nicht oft genug sagen: Gepriesen sei das Satellitenfernsehen) und der Wand entlang wachsenden Kletterpflanze.

    So wie’s aussieht, konnte das Vogelnest aber auch dieses mal seinen Zweck nicht erfüllen. Anfänglich noch regelmäßig von den Eltern besucht, ist mittlerweile tote Hose angesagt, was ein Blick in die Vogelstube beweist. Entweder ist der Nachwuchs bereits flügge und auch die Eltern sind weitergezogen oder, was ich für realistischer halte, die Eltern haben beschlossen, mehr wert auf ihre Akademikerkarriere zu legen und’s Kinderkriegen auf unbestimmte Zeit verschoben.

    Dass das auch anders geht, zeigen die erlangener Vögel. Vielleicht haben die bessere Kitas, die auch nicht bestreikt werden.


    Wer sich bei mir zu Hause auskennt, wird die Stelle gleich erkennt haben. Unterhalb des überstehenden Flachdachs auf höhe der Stange für die Satellitenschüssel liegt das Amselnest…


    …mittlerweile gut von Grünzeug überwuchert. Eigentlich der perfekte Brutplatz, vor allem deswegen, weil mittlerweile die Hausvorderseite die beliebtere Terrasse ist.


    Jedoch sind mittlerweile weit und breit keine Amseln mehr auszumachen. Weder die Eltern, noch der erhoffte Nachwuchs.

  • Zahlenspiele.

    Status gelb/rot.

    Fußball Bundesliga.Ein Blick in die aktuelle Tabelle der ersten Fußball Bundesliga fördert ein interessantes Bild zu Tage: Da haben die Mannschaften auf den Plätzen zwei bis fünf gleiche Punktzahl. Aber dessen noch nicht genug, nein, auch die Tordifferenz der Plätze zwei bis vier stimmt überein. Und als wär das immer noch nicht genug, haben die Mannschaften 1899 Hoffenheim auf Tabellenplatz drei und Bayern München auf Platz zwei auch noch exakt das gleiche Torverhältnis. Interessant ist das auch deswegen, da die Saison mittlerweile doch recht weit fortgeschritten ist. ⅔ der Spieltage sind bereits rum.

    Eigentlich ist das ein Armutszeugnis für den deutschen Fußball. Trotz zahlreicher Niederlagen und diverser Durchhänger können sich diese Saison sage und schreibe gleich fünf Mannschaften noch berechtigte Hoffnungen auf die Deutsche Meisterschaft im Fußball machen. International wird das nix mit entschlossenem und kontinuierlichen Auftreten der deutschen Vereinsmannschaften, wenn Mannschaften wie Hoffenheim, Wolfsburg oder Berlin ganz oben mitmischen können.

    Status gelb/rot.

  • Unser Vater im Himmel – Wie gut kennen wir ihn?

    Status gelb/rot.

    …steht da auf der Septemberausgabe des Wachturms, den mir gestern die beiden Zeugen Jehovas in die Hand gedrückt haben. Die waren nämlich mal wieder vor meiner Haustüre.

    „Tja“ werden sich meine Leser jetzt denken, „so spektakulär ist das nun auch wieder nicht, als dass man da gleich einen Blogeintrag dazu verfassen müsste“. Stimmt! Komisch an der Geschichte ist nur, dass ich gar nicht erst versucht habe, die beiden etwas älteren Herren so schnell wie möglich wieder los zu werden. Ganz im Gegenteil: Eine geschlagene halbe Stunde hab ich die mit meinem ignostischen Weltbild konfrontiert und das bei offener Tür und frostigen Temperaturen.

    Eigentlich war ich ganz froh auf Leute zu treffen, mit denen man sich über ein geistig höherwertiges Thema unterhalten kann, das nicht mit Informatikdiplomprüfungen zu tun hat. Das hört sich jetzt vielleicht ein wenig besorgniserregend an, aber mir hat’s gut getan. Das ist die Hauptsache. Und so haben die beiden Missionare doch irgendwie ihr Ziel erreicht, bloß vielleicht nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben.

    Erwähnenswert ist noch, dass anscheinend die beiden Frauen der Herren, die mich besucht haben, etwa zeitgleich bei den Haas‘, meinen Nachbarn vorbei geschaut haben. Da waren’s wohl auf verlorenem Posten, denn ich kenne keine Familie, die gläubigere Katholiken sind (im positiven Sinne) als die Haas‘. Und so wird’s den Zeugen Jehovas wohl noch an zahlreichen anderen Türen in Tittling ergangen sein.

    Status gelb/rot.

  • Computerlogbuch Tittling, Erdzeit 24. November 2008: Es ist Winter.

    Wie jeden Winter ist mir auch dieses Jahr die Tatsache, den ersten Schnee der Saison begrüßen zu können, einen Blogeintrag wert. Während’s vor zwei Jahren bereits am 2. November und letztes Jahr am 9. November der Fall war, mussten wir dieses mal bis letzten Freitag, also den 21. November warten, bis die weiße Pracht zum ersten mal von Himmel rieselte. Dafür haben wir jetzt schon seit mehreren Tagen Dauerfrost, was dazu führt, dass man sich jetzt schon seit letzten Freitag dauerhaft an den Schneekristallen erfreuen kann. In den letzten beiden Jahren schmolz der erste Schnee ja recht flott.

    À propos Freude: Nicht nur bei mir ist der Wintereinbruch (hmm, Wintereinbruch hört sich immer so an, als wär man davon überrascht worden. Mitte November ist jetzt aber keine ungewöhnliche Zeit für Schnee und der Wetterbericht war dieses Jahr sehr eindeutig) einen Artikel im persönlichen Weblog wert, auch da Dom und da Corny wissen sich zu freuen.

    Ich hab heute (also am 24. November) ein paar Fotos aus’m Fenster geschossen (zu mehr war ich zu faul). Als Beweis sozusagen, denn gestern hab ich gesehen, dass in Passau der Schnee fast schon wieder der Vergangenheit angehört. Nicht so im bayerwäldlichen Tittling.


    Ein Blick aus dem Fenster rüber zum Haus der Haas’s…


    …und rüber auf die andere Seite zum Möbel Empl.

  • Insider.

    Nach knapp zwei Jahren hab ich mittlerweile so ziemlich alles gebolgt, was man von so einem Blog erwartet:

    • Meine Meinung über alle möglichen politischen und sozialen Themen, die mich später bestimmt mal ’nen gut bezahlten Karrierejob kostet.
    • Voll coole Web 2.0 Videos bei YouTube, die jeder Interessierte auch alleine finden würde, wo’s aber viel cooler ist, sie in seinem Blog zu verlinken.
    • Zahlreiche Einblicke in mein Privatleben, wo man vor fünf Jahren einfach gesagt hätte, das geht andere ’nen Scheißdreck an.

    Fehlt eigentlich nur noch ein voll krasser Insider, dem weniger als eine ‰ der normalen Bevölkerung folgen kann. Das will ich mit diesem Blogeintrag nachholen.

    Früher hab ich ja recht viel Trance (im Bereich Hard-Trance und Acid) gehört, was sich seit Beginn meines Studiums mehr in den Bereich Electro/EBM/Aggrotech/Noise verschoben hat.

    Damals gab’s einen Song, den man fast immer in meinen Playlists fand. „Ibiza“ von „El Loco“ war (und ist immer noch) genau nach meinem Geschmack. Wer den Song nicht kennt (damit dürften wir den Kreis der eingeweihten Personen schonmal stark dezimiert haben), sollte mal in unten stehendes YouTube Video reinschauen. Allerdings handelt es sich dabei nur um ’ne Radio Version. Eigentlich ein Verbrechen, ’nen guten Trance-Song in weniger als sieben Minuten zu quetschen.

    Neulich beim Joggen hörte ich wieder mal fleißig Musik auf der Suche nach neuen guten Albem, mittlerweile eben aus des Bereich Electro/EBM/Aggrotech/Noise. Dabei kam mir „Ibiza“ von „Kloq“ (die dürfte jetzt wohl niemand mehr kennen, womit mein Ziel < ‰ erreicht ist) aus dem Album "Move forward" unter. Und wie man sich schon denken kann, handelt es sich hierbei um 'nen Remix des ersten, älteren Songs. Leider hab ich da auf die schnelle kein (legales) Hörbeispiel parat, aber wer diesem Link folgt, sollte unter den ersten fünf Treffern Erfolg haben.

    War auf alle Fälle ein nettes „wiederhören“ und eine Bestätigung dafür, dass Trance früher einfach viel besser war als heute *nach Opa kling*.

  • Mpemba-Effekt

    Dass Quotensendungen der privaten deutschen Fernsehsender auch durchaus interessante und lehrreiche Inhalte haben können, hab ich ja schon geschrieben.

    Letzten Mittwoch wurde in einer Wiederholung der Sat.1-Show Clever! der Mpemba-Effekt vorgestellt. Dabei handelt es sich um das 1963 vom damals 16-jährigen tansanischen Schüler Erasto Mpemba entdeckte Paradoxon, dass heißes Wasser unter bestimmten Umständen schneller gefriert als kaltes Wasser.

    Interessant ist auch, dass es keine definitive wissenschaftliche Erklärung für dieses Phänomen gibt sondern lediglich diverse Erklärungsansätze.

    Schön zu lesen, dass es auch in der neueren Zeit noch Erscheinungen gibt, die im Alltag auftreten können und relativ leicht erklärt sind, die die Wissenschaft aber ganz schön ins schwitzen bringt.