Autor: admin

  • Reden auf Blog.

    Als letzte Woche innerhalb kurzer Zeit die ganzen Anrufe wegen unserm Zaun bei mir eingingen, bei denen sich unter anderem auch die Polizei bei mir meldete, hat sich da Michi (von den Zwillingen) gewundert, warum des keiner (Flo, Sören und später Dom) merkwürdig findet, dass die Polizei bei mir anruft und auch noch jeder (eben außer’m Michi) wusste, worum’s ging.

    Mehr sogar: Irgendwie hatten die „Informierten“ sogar erwartet, dass sich die grün Tarngefärbten bei mir melden. Des Rätsels offensichtliche Lösung: Die „Informierten“ haben meinen Blog gelesen, da Michi offensichtlich nicht.

    Nett war’s dann noch, dass anfangs auch irgendwie keiner ‚m Michi erklärt hat, worum’s denn nun ging und er solle doch bitte selbst im Blog nachlesen. Einige Leute werden jetzt wohl meinen, dass es mit der Jugend (wiedermal) bergab geht, wenn man schon solche Konversationen führt.

  • Wunder der Technik.

    Männer lieben Technik. Und da ich auch zum Geschlecht der Männer gehöre, bilde ich keine Ausnahme. Deshalb verwundert es nicht, dass ich ziemlich stolz auf meine TV-Anlage bin:

    • Den Anfang machte mein Tevion DVD-Player, genauer gesagt ein DVD-3000. OK, in der Tat handelt es sich hierbei um ein Produkt vom Aldi, jedoch unterstützt er MPEG-4, was zur damaligen Zeit ziemlich wichtig für mich war.
    • Irgendwann hab ich mir dann ’nen digitalen Satellitenreceiver zugelegt. Genauer gesagt den DSL-4S von Palcom. Mein alter analoger Receiver lief im Sommer immer heiß, weshalb ich ihm seperat mit Kälteakkus Kühlung verschaffen musste. Anderfalls führte das dazu, dass sich der alte Receiver nach fünf Minuten weigerte den Ton auszugeben.
      Darüber hinaus hat ja so’n Digitalreceiver viele Vorteile: Über 300 Programme (sogar drei aus Marokko und Al Jazeera sowohl auf Arrabisch als auch auf Englisch, wer’s braucht), EPG (die elektronische Programmzeitschrift) und natürlich eine wesentlich bessere Bildqualität.
    • Letztes Weihnachten kam dann mein Concept E Magnum von Teufel, ein 5.1 Soundsystem mit aktiven Subwoover dazu. Das bietet echt ein hammergutes Preis/Leistungs-Verhältnis und über die Soundleistung lässt sich wirklich nicht streiten.
    • Als dann im Frühjahr mein alter SABA-Fernseher aus dem Erbe meiner Eltern den Geist aufgab (und nach 20 Jahren hatte er sich das auch redlich verdient), musste Ersatz her. Glücklicherweise hatte ich grad mein Vordiplom mit Bravour bestanden, deswegen konnte so’n schmucker HDready LCD-Fernseher angeschafft werden, gesponsort zur Hälfte von meinen Eltern und zur Hälfte von mir. Genauer gesagt der 27WL56P von Toshiba.
    • Und zu guter letzt musste noch ’n Vorverstärker für meine Soundanlage her. Garnicht unbedingt wegen der Mehrleistung (die ich jedoch freudestrahlend so hinnahm) sondern mehr wegen der vielen Geräte (Fernseher, Satreceiver, DVD-Player) die mittlerweile Anschluss an meiner Soundanlage suchten. Meine Wahl viel auf die Decoderstation 3 von Teufel.

    Das Alles hab ich jetzt eigentlich nicht aufgezählt, um der Welt zu zeigen, wie toll meine TV-Anlage ist sondern vielmehr um ein Problem zu verdeutlichen: Fünf Geräte brauchen fünf Fernbedienungen, der absolute Overkill. Also musste ’ne schicke tolle moderne Universalfernbedienung her.

    „Mal bei Stiftung Warentest nachschaun, ob die schonmal Universalfernbedienungen getestet haben“, dachte ich mir. ‚Ne bessere Anlaufstelle viel mir anfangs nicht ein. Und sieh da sieh da, in der Ausgabe 2006/09 gab’s tatsächlich ’nen Test, welcher die Logitech Harmony 525 als Testsieger kürte. Die soll’s dann auch werden, hab ich mir gedacht.

    Heute also ist sie angekommen und als ich am Nachmittag nach Hause kam, galt ihr gleich mal meine volle Aufmerksamkeit.
    Erster Clou bei der ganzen Sache: Die Fernbedienung lässt sich via USB an mein Notebook stöbseln und aus’m Internet lassen sich die Gerätekonfigurationen für die zu steuernden Geräte laden. Dies führte dazu, dass alle Geräte bis auf meine Decoderstation 3 auf Anhieb erkannt wurden.
    Weiterer Clou bei der Fernbedienung: Es lassen sich eine Art Profile anlegen, z.B. zum DVD gucken. Hat man dieses Profil gewählt, schaltet man mit einem Tastendruck den Fernseher ein, welcher dann automatisch den richtigen Eingang wählt, holt den DVD-Player aus’m StandBy und regelt man die Lautstärke, wird diese gleich am Teufelsystem reguliert. Ähnliches gilt natürlich für das Fernsehenprofil, sowohl analog (terrestrisch wegen ORF1, ORF2 & ATV+) als auch digital.
    Noch ein Schmankerl: Die Fernbedienung ist lernfähig. Kennt sie ein Gerät (wie z.B. meine Decoderstation 3) nicht, kann man ihr Schritt für Schritt die einzelnen Funktionen der zugehörigen Originalfernbedienung beibringen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich das noch nicht ausprobiert habe. Kommt aber gewiss noch.

    Abschließend kann man sagen, dass diese Fernbedienung zurecht der Testsieger bei Stiftung Warentest ist. Zwar erschlägt einen die Konfigurationssoftware mit einer Fülle von Konfigurationsmöglichkeiten. Aber genauso mächtig (z.B. die Profile) ist die Fernbedienung dann auch, wenn man sie mal mit allen Infos gefüttert hat. Außerdem sieht sie wirklich schick aus und liegt gut in der Hand.

  • simyo = E-Plus -> o2 = o2 + T-Mobile

    Als ich mir im Mai diesen Jahres wohl als letzter Mensch dieses Planeten ein sogenanntes Mobiltelefon zugelegt habe, stellte sich auch für mich natürlich die Frage, welchen Netzbetreiber ich wähle. Da ich praktisch nie telefoniere (was sich auch bis jetzt nicht wirklich geändert hat) schieden Verträge mit Grundgebühr aus. Also eine Prepaidkarte und glücklicherweise war das genau die Zeit, in der sich die Billigprepaidkartenabieter ’ne regelrechte Preisschalcht lieferten. Da ich mir mein Handy (ein Motorola SLVR L7, mit dem ich wirklich mehr als zufrieden bin, nicht zuletzt wegen der guten Software und der USB-Schnittstelle) seperat gekauft hatte, hatte ich freie Auswahl. Ich entschied mich für simyo, denn die hatten wirklich faire und übersichtliche Preise und die Idee, sämtliche Transaktionen und Einstellungen online vorzunehmen, gefiel mir. Dass hinter simyo E-Plus steht war mir zum damaligen Zeitpunkt eigentlich egal, denn ich dachte mir, dass es im 21. Jahrhundert eigentlich keine Probleme mit Netzabdeckung mehr geben dürfte.

    Jedoch wurde ich schnell eines besseren belehrt. Bald stellte sich heraus, dass mein heimatlicher Bayerischer Wald eine echte Herausforderung an die Verfügbarkeit des E-Plus Handynetzes stellte. Selbst wenn ich mal Empfang hatte, war dieser so niedrig, dass vernünftiges telefonieren oft nicht möglich war. Also stand schnell fest, dass ein neuer Provider her musste.

    Das Netz von T-Mobile war nun erste Wahl, denn die Jungs bieten bei uns praktisch 100%ige Netzabdeckung, und das mit wirklich gutem Empfang. Alternativ kam noch o2 in Frage, denn die verwenden das Netz von T-Mobile als Fallbacknetz, sprich, sollte o2 mal nicht verfügbar sein, kann man ohne Mehrkosten über das Netz des magentafarbenen Riesen telefonieren.

    Nun galt es nurnoch den passenden Tarif zu finden. Hab ich mich vom Mani überreden lassen, eine Genion Card zu nehmen, denn ein Handy hatte ich ja schon. Zwar kostet die mich 4,95 € im Monat, jedoch bekomme ich dort auch jeden Monat 5,00 € Gesprächsguthaben und da ich ’nen Studentarif habe nochmals weitere 5,00 € Gesprächsguthaben jeden Monat. Mehr brauch ich auch in der Regel nicht. Außerdem gibt’s noch ein Kontigent an Frei-SMS, die ich wohl nie nutzen werde.
    Ein weiterer Vorteil bei o2 ist die Homezone, einem Bereich im Mobilfunknetz, in dem man zu Festnetzkonditionen telefonieren kann und in dem man sogar unter einer eigenen Festnetznummer samt passender Vorwahl erreichbar ist. Ich hab mir jetzt die Homezone auf die Uni gelegt, denn die Homezone mit ihren durchschnittlich 12 km² ist so groß, dass sie das ganze Stadtgebiet Passau abdeckt. Wenn ich in der Stadt bin, werd ich in Zukunft eine Rufumleitung von meinem tittlinger Festnetzanschluss zu meiner Homezonenummer schalten. So verpass ich niemehr ’nen Anruf und mich selbst kostet das gerade mal den einen ct/Min. VoIP-Gebühr von zu Hause. Ist ja shließlich dann ein Festnetztelefonat.

    Nun galt es nurnoch meine alte Handynummer mit zu o2 umzuziehen, was in einen o2-Vertrag kein Problem ist. Also ab am Montag zum Michi in ’n o2-Shop, neue SIM-Karte besorgt, bei simyo gekündigt und die Formalitäten für die Rufnummernmitnahme gefaxt. Lief alles wirklich fix und in dreißig Minuten war alles erledigt. Nun hieß es nurnoch warten, bis das mit der Rufnummer umgestellt war. Meine Homezonenummer und eine provisorische o2-Nummer liefen bereits. Am Dienstag bereits erhielt ich ’ne SMS, dass simyo meine Rufnummer nun freigibt und die gebühr dafür haben’s auch gleich abgebucht. Nun lag’s nurnoch an den Hanseln von o2, ihren Teil zu erledigen. Und siehe da, als ich heute Vormittag meine o2-Karte ins Handy einlege, erhalt ich gleich ’ne SMS, dass mit der Nummer alles hingehaun hat. Hätte wohl auch schon gestern oder vielleicht sogar am Mittwoch so hingehaun.

    Ich hab jetzt zwar ’nen neuen Mobilfunkanbieter, von der Nummer her hat sich aber nichts geändert, dafür in Sachen Erreichbarkeit. Für den, der meine neue Homezonefestnetznummer haben möchte, sollte es kein Problem sein, diese privat bei mir zu erfragen.

  • Wumms, der Tragödie zweiter Teil.

    Bisher bei Wumms: Sachbeschädigung mit Unfallflucht

    Und nun die Fortsetzung: War am Donnerstag Nachmittag zwei Stunden bei den Zwillingen um mir zam mit ihnen die neue Lost Folge reinzuziehen. Neben zwei SMS und zwei Anrufen die Abendplanung betreffend waren auch zwei Anrufe unseren Zaun betreffend dabei.

    Zuerst mal die Leberkäsfraktion, unsere Freunde in grün, welche sich ja eigentlich schon am Dienstag melden wollten. Am Mittwoch hätten sie’s versucht mich zu errreichen, da wär aber nur meine Mailbox rangegangen. Naja, auf jeden Fall war’s nun Donnerstag und sie haben’s doch noch geschafft mich zu erwischen. Sie hätten herausgefunden, zu welchem Abfallunternehmen das „Fluchfahrzeug“ gehört und sie hätten denen g’sagt, sie sollten sich bei mir mal melden.

    Keine zwanzig Minuten später war’s dann auch soweit. Eine gewisse Frau Graf informierte mich darüber, dass ihr ein Schadensbericht vorliege, dass einer ihrer Laster unseren Zaun zu Schutt und Asche (naja, hauptsächlich zu Schutt) gefahren hätte und sie meine Handynummer von der Polizei habe. Der Schadensfall wäre an deren Versicherung weitergeleitet, die sich mit uns in Verbindung setzen werde.
    Die Lasterfahrer haben sich deswegen nicht an uns persönlich gewandt, da sie meine Hausnummer ned wussten (Alter, die prankt vielleicht in großen Lettern neben unser’m Eingang, sogar zur Straßenseite hin) und gedacht hätten, unser Haus wäre verlassen. OK, mittlerweile wohnen wir nurnoch zu zweit hier, aber gleich davon auszugehen, das Haus wäre verlassen, ist doch ein bisschen übertrieben.
    Die Tatsache, dass wenn unsere Nachbarin nicht Zeugin der ganzen Chose gewesen wäre, das ganze bei denen wohl unter den Tisch gefallen wäre, lässt sich (wohl bewusst) außer Acht. Irgendwie glaub ich auch, dass dieser Schadenbericht frei erfunden ist, damit’s so aussieht, als würden die sich drum kümmern.
    Heute war dann tatsächlich jemand von der Abfallwirtschaft Niederbayern GmbH (die Firma, von der der Unfalllaster stammte) da, hat Fotos gemacht, sich nochmals entschudigt und das ganze mal auf den Punkt gebracht: „Unsere Fahrer sind sich offensichtlich nicht bewusst, dass sie mit so einer Fahrerflucht und damit eine Straftat begehen. Im Moment habe ich fünf von solchen Fällen. Wir müssen da wirklich mal ein ernstes Wörtchen mit unseren Fahrern reden“. Er hat dann noch gemeint, dass sie natürlich Schuld haben und die Versicherung den Schaden übernehmen wird. Wir könnten das richten lassen und die Versicherung würde sich mit uns in Verbindung setzen.

    Das mit dem richten lassen werden wir nun anpacken. Könnte bloß ein bisschen schwierig werden, da der Winter jetzt über uns hereingebrochen ist.
    Bleibt abschließend zu sagen, dass wir wohl verdammt Glück gehabt haben, dass es Zeugen für den Unfall gab denn ich wage zu bezweifeln, dass sich irgendjemand von der Abfallwirtschaft Niederbayern jemals bei uns gemeldet hätte und wir ansonsten wohl auf den Kosten der Reperatur sitzen geblieben wären.

  • Was lange währt, wird endlich gut(?): Osmanien meets Europa.

    Seit Anbeginn der Geschichte an sich ist diejenige zwischen Europa und Osmanien im Speziellen ein integraler Bestandteil eben dieser. Von den (wenig rühmlichen) Kreuzzügen bis hin zur arrabischen „Besetzung“ des 17. Bundeslandes Teutonistans (Mallorca): Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Selbst als geschichtlich ungebildeter Grundschüler wird man im Heimat- & Sachkundeunterricht darauf gestoßen, dass es eben diese Osmanen sogar bis vor die Tore Wiens geschafft haben und es wohl nur eine Vielvölkerarmee Europas (wer wittert hier schon nicht die ersten Anzeichen einer Europäischen Union) zu „verdanken“ ist, dass wir heute nicht alle zu Allah beten.

    Dummerweise handelt es sich hierbei um allerlei kriegerische Auseinandersetzung, was wohl auch in der doch grundsätzlich unterschiedlichen Kultur dieser beiden Gruppen von Weltbevölkerern begründet ist. Aber der Mensch wäre nicht Mensch und würde vor allem nicht im 21. Jahrhundert leben, würde er nicht dazu lernen: Nach jahrzentelangem Köpfeeinschlagen vertragen sich Franzosen und Deutsche, der kalte Krieg ist Geschichte, Franken gehört zu (Alt-) Bayern und ich denke, dass selbst Gott ab und zu mit Satan ’n Bier trinken geht (wobei es sich hierbei wohl in der Tat nicht um Menschen im eigentlichen Sinne handeln dürfte), wenn den beiden mal wieder langweilig ist.
    Also warum auch keine „Aussöhnung“ von (uns) Europäern mit den Osmanen. Und als Zeichen des guten Willens, nehmen wir die Türkei (heutiger Stammhalter der Osmanen) in die Europäische Union auf. Super Idee; Friede, Freude, Eierkuchen.

    Aber Moment einmal: Wogegen einer größeren Tolleranz zwischen West und Ost nichts einzuwenden ist (im Gegenteil), sollten wir vielleicht nochmal kurz über diesen „EU-Beitritt“ reden:

    Eines vorneweg. Ich habe nichts gegen Türken und die türkische Kultur im Allgemeinen. Dies soll auch in keinster Weise unobjektive Hetze sein. Auch werde ich versuchen, nur auf politische und nicht auf religiöse Punkte einzugehen, denn das wär nochmal eine (äußerst lange) Geschichte für sich.
    Ich bin mir vollkommen bewusst, welche z.B. wirtschaftliche Leistung immigrierte Türken in Deutschland erbringen. Und auch wenn das jetzt wohl das unbedeutenste Argument ist, weiß ich doch die türkische Kultur in Form ihrer mit Fleisch, Dressing und Salaten gefüllten Fladenbrote zu schätzen. Darüber verallgemeinert man bei solchen Diskussionen zwangsläufig, weshalb immer nur auf Tendenzen eingegangen wird und nicht auf jede kleine Randströhmung, welche ich eventuell persönlich für richtiger halten würde.
    Aber nun zum Thema. Zwar sind meine Argumente nicht wirklich neu, aber für mich sind sie ausreichend einen EU-Beitritt der Türkei äußerst kritisch zu beurteilen:

    • Was in meinen Augen auf jeden Fall ein Problem ist, weniger im Sinne der Aufnahmekriterien als vielmehr im Sinne von Moral und Anstand ist der „Kurdenkonflikt“. Diese Thematik beginnt ja bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Türken am Ende des ersten Weltkrieges praktisch Genozid an dieser Volksgruppe verüben, was sich historisch und archäolojisch beweisen lässt. Jedoch bestreitet bis heute die türkische Regierung diese Tatsache und in der Bevölkerung allgemein zeigt man keinerlei Reue diesbezüglich.
      Bis heute ist diese Problematik keineswegs ausgestanden. Bestes Beispiel dafür sind die Ereignisse rund um die PKK und deren in Haft sitzender Anführer Abdullah Öcalan, der wohl nur deswegen noch lebt, weil die Türkei nach Außen einen guten Eindruck machen will.
      Ich halte ein solches Vertuschen und Ignorieren der nicht all zu rühmlichen Vergangenheit und Gegenwart für bedenklich.
    • Immer wieder hört man in Deutschland von so gegannten Ehrenmorden, welche die Ehre einer Familie wieder herstellen sollen, welche angeblich durch das nicht ehrwerte Verhalten eines meist weiblichen Familienmitglieds abhanden gekommen ist. Bei diesem nicht ehrenwerten Verhalten handelt es sich meist um die Emanzipation eben dieser Frauen im westlichen Sinne. Nun ist es noch garnicht lange her, dass in der Türkei ein Gesetz verabschiedet wurde, welches Ehrenmorde zwar nicht legitimiert, diese jedoch keinesfalls eindeutig verurteilt und sogar in Einzelfällen die Straffreiheit von Ehrenmördern vorsieht.
      Die EU ist meiner Meinung nach eine westliche Organisation welche auf westlich-demokratischen Prinzipien aufbaut. Eine freie Entwicklung eines jeden Menschen ist integraler Bestandteil eben dieser Prinzipien, was selbstverständlich auch für alle Frauen gilt.
    • Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Türkei ein ganz schön großer Fisch ist. Knapp 75.000.000 Einwohner sind jetzt nicht gerade wenig. Damit wäre die Türkei nach Deutschland der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat. Hierbei handelt es sich also nicht um eine Art Juniorpartner der EU wie z.B. Zypern und sollte deshalb doppelt gut überlegt sein.
    • EU steht für Europäische Union. Wer ein wenig fit in Geografie ist weiß jedoch, dass nur ein verschwindend kleiner Bruchteil der Türkei auch tatsächlich auf europäischem Gebiet liegt, ein Großteil jedoch in Asien. Länder wie die Ukraine oder Serbien sind da doch eher die Beitrittskandidaten, die einem da einfallen würden.
    • Die große Bedrohung des 21. Jahrhunderts, zumindest in der ersten Hälfte, scheint der Terrorismus, egal welcher Motivation zu werden. Länder wie Iran, Irak und Afghanistan gelten als Hochburgen von Hetzpredigern und antiwestlicher Ideologie. Man sollte durchaus beachten, dass mit einem Beitritt der Türkei zur EU die Außengrenze der EU bis an den Irak heranreichen wird, welches die USA zur Achse des Bösen zählen/zählten. Alle Sicherheitsdiskussionen nach den Anschlägen auf die New Yorker Zwillingstürme würden eine ganz neue Dimension bekommen, wenn die EU direkt an die Hochbrugen von islamischem Fundamentalismus hinreichen.
    • Sehr oft wird bei dieser Diskussion von den Befürwortern des Beitritts das Argument angeführt, dass die Staatsoberhäupter der EU der Türkei schon sehr lange das Versprechen gegeben haben, dass ein Beitritt immer näher rücke und dass es nun endlich Zeit wird, diese Versprechen in die Tat umzusetzen.
      Hier muss ich offen zugeben, dass ganz offensichtlich große Fehler seitens der EU und ihrer Vertreter in der Vergangenheit gemacht wurden. Solche Versprechen sind immer fatal, denn ein flexibles Anpassen an internationale Veränderungen sind hierbei nicht miteinbegriffen.
      Im gleichen Atemzug wird dann immer erwähnt, dass die Türkei so viele Reformen und Veränderungen auf den Weg gebracht hat, um die Aufnahmekriterien zu erfüllen.
      Da kann ich nur sagen, dass sich das oft so anhört, als hätte die Türkei das nur für den Beitritt getan. Ich denke, dass ganz unabhängig von Beitritt oder nicht diese Neuerungen der Türkei keinesfalls geschadet haben. Weder wirtschaftlich, noch gesellschaftlich.

    Abschließend sollte ich vielleicht dazu sagen, dass (vor allem die Einleitung) obiger Text in vielen Passagen ironisch gemeint ist, auch wenn er grundsätzlich meine Meinung zum Beitritt der Türkei in die EU widerspiegelt. Dementsprechend sollten ironische Texte eher für ein Schmunzeln da sein, als bierernst genommen zu werden.
    Und wer mit meiner Ironie nichts anfangen kann, dem ist es nicht verboten, diese zu igorieren und sich zu denken, dass der Autor dieses Textes ihm gestohlen bleiben kann.

  • Von drauß‘, vom (bayerischen) Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es wintert sehr.

    OK, muss zugeben, dass sich der Winter nichtnur auf mein heimatliches Tittling beschränkt, denn in Passau sind die Dächer auch „gezuckert“, aber das ist’s mir ’nen Blogeintrag wert.

    Kaum wird der Monat November auf Handydisplays und Digitaluhren angezeigt, schlägt Väterchen (Nacht-) Frost zu und beschert uns den ersten Schnee des Winters 2006/07 (Zu behaupten, das wäre der erste Schnee des Jahres, wäre wohl nicht treffend in anbetracht der Tatsache, dass der große Tittlinger Schneeberg auch Anfang Mai 2006 noch nicht komplett abgeschmolzen war, was noch nichtmal ein Jahr her ist.). Auf jeden Fall hat uns der erste Nachtfrost auch die ersten gezuckerten Landschaften gebracht. Zugegeben, von über zwei Metern Schnee wie letzten Jahr sind war noch ’n ganz schönes Stückchen entfernt, aber immerhin bleibt der Schnee schonmal bis Mittag liegen. Dabei haben die meisten Bäume noch nichtmal ihr Blattwerk zu Laubwerk verarbeitet. Ja der Ahorn am Ludwigsplatz hat noch nichtmal daran gedacht (oder wohl eher verpasst), seine Blätter zu verfärben.
    Kann mir jetzt schon gut vorstellen, dass viele aufgrund der Kälte (die im Moment ja noch äußerst moderat ausfällt) wieder ’s Jammern anfangen. Der wirklich sehr lange und warme goldene Herbst hat denen wohl nicht gereicht. Da werden wohl bald wieder die Wünsche nach Weihnachten unter Palmen laut.

    Kann ich irgendwie nicht verstehen denn ich mag den Winter voll gern. Das mag wohl auch daran liegen, dass ich halt im Januar geboren bin und ’s da tendentiell frostig ist. Außerdem hat der bayerische Wald auch im Winter seine äußerst schönen Zeiten. Als Freund des Wintersports kommt mir Schnee im Winter auch sehr gelegen, sofern das mein Außenbandriss im linken Sprunggelenk diese Saison zulässt. Überhaupt bin ich ein Freund der extremen Temperaturen. Konkret heißt das, dass es im Winter ruhig mal -15°C oder noch weniger haben darf. Wie heißt’s so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung.

    Da Dom hat neulich gemeint, dass die Meteorologen einen besonders kalten Winter prognostizieren. Weiß zwar jetzt ned, ob das stimmt, aber dagegen hätt ich eigentlich nichts.

    Nur ganz so viel Schnee wie im letzten Winter muss nicht wieder sein: Es ist wirklich depremierend die Einfahrt zu räumen, den Schnee auf bereits drei Meter hohe Schneeberge zu werfen nur um festzustellen, dass man gleich wieder von vorne anfangen kann, wenn man fertig ist, weil Schneewehen und Neuschnee schon wieder die Einfahrt verstopfen.

  • Sodom & Gomorrha.

    Wie man das am ersten November jeden Jahres so macht, war auch ich heute Nachmittag auf’m Friedhof. Für alle, die ’n bisschen auf der Leitung stehen: An Allerheiligen macht man das so.

    Früher als kleiner Christoph fand ich das immer voll ätzend: Saisonbedingt war das Wetter immer nichtmehr das optimalste, der Unterhaltungswert (ja, ich weiß, Gottensdienste dienen nicht der allgemeinen Unterhaltung. Aber mal ehrlich: Es heißt ja immer, ein Gottesdienst ist ein Fest mit Gott, da werd ich mich doch wohlfühlen dürfen.) solcher Veranstaltungen konvergierte immer recht schnell gegen Null und die ganze Zeit rumstehen ist für so’n Kind jetzt auch ned das, was es sich zu Weihnachten oder zum Geburtstag wünscht.

    Ein bisschen hat sich das geändert, als meine eigene Oma starb: Voher besuchten wir an Allerheiligen immer nur Leute, die bereits das Zeitliche gesegnet hatten, bevor ich die Welt bereicherte. Dient jetzt natürlich auch nicht der Motivation. Wie gesagt änderte sich das mit dem Tod meiner Oma. Darüber hinaus war ich dann da schon etwas älter, hatte ein etwas reiferes Verhältnis zu Gott und Kirche und konnte solche Sachen einfach schon besser beurteilen. Seitdem find ich Allerheiligen garnichtmehr so schlimm: Immerhin sieht man die Verwandtschaft mal wieder und ich bin mir sicher, meine Oma würd sich richtig freuen, wenn sie weiß, das ich ab und zu mal bei ihr am Grab vorbeischau.

    Heute jedoch war ein ganz spezielles Allerheiligen: Man ist’s zwar gewohnt, dass man Anfang November keine tropischen Verhältnisse mehr hat, vor ein paar Jahren hatten wir um diese Zeit schon den ersten Schnee, aber die Herbststürme heute waren schon was besonderes. Ich fand das alles irgendwie sehr spannend und abenteuerlich und war wohl der Einzige auf’m Friedhof, der nicht sofort dem Sauwetter entfliehen wollte. Irgendwie hatte das Ganze schon etwas Episches, denn so starker Wind wie heute ist doch eher selten (zumindest im Bayerwald) und die Wolken, die vorbeizogen, waren schon äußerst bizarr. Zartbesaiteteren Gemütern mag wohl ein Gedanke des Weltuntergangs dort den Kopf geschossen sein und im Ernst: Irgendwie haben nurnoch die Reiter der Apokalypse gefehlt.

    Aber siehe da: Kaum ist die Zeremonie mit Gräbergang und Dergleichen vorbei, lugt die Sonne aus der mittlerweile einzigen Lücke in der Wolkendecke. Hatte schon irgendwie was Hoffnungsvolles und vermittelete irgendwie eine Art Aufbruchsstimmung. Naja, irgendwie kann sich da jetzt jeder seinen Teil zu denken.

  • Ein kleiner Wumms für den Mülllaster, ein großer Wumms für die Familie Riesinger.

    Montag Abend, 18.30 Uhr: Hock grad vor’m Fernseher und zieh mir’s Simpsonsholloweenspecials rein, da läutet’s an der Tür. „Na super“ denk ich mir, „kommen die Kinder ebba schon heute und wollen ihr Hollweenzeugs abholen?“. Schau aus’m Fenster, denn sollte ich tatsächlich ’ne Gruppe von diesen kleinen Nervensägen erspähen, stell ich mich einfach Tod und mach ned auf. Hab ohnehin keine Süßigkeiten zu Hause und Geld geb ich dann doch wirklich ned her. Aber sieh da sieh da, nur eine einzelne Person vor der Türe, also mach ich auf. Da Nachbar is’s und meint, ob ich schon gesehen hätte, dass unser Zaun vor’m Haus beschädigt ist.

    Dazu muss man wissen, dass unser Zaun auch gemauerten Granitsäulen besteht, zwischen denen sich ein ganz schlichter Holzlattenzaun befindet. Ganz alt das Ganze, noch aus frühen Omas Zeiten.

    „Nö, hab i no ned“ mein ich, denn normalerweise kann ich unseren Zaun ned einsehen, wenn ich aus der Stadt komm‘ und da ich nicht täglich davon ausgehe, dass jemand unseren Zaun demoliert, schau ich auch ned explizit nach. Das tu ich aber jetzt und muss feststellen, dass tatsächlich eine der Granitsäulen über’n Haufen geworfen ist. Totalschaden nennt man sowas. „Mei Frau hat’s g’sehen“ meint da Nachbar. „Des war so’n Containertransporter, der wohl von gegenüber Industriebehälter abgeholt hat. Zu zweit haben’s rangiert“, teilt er mir mit. Sind aber offensichtlich trotzdem volle Knecke gegen unser’n Zaun gewummst. „Den Schaden am eigenen Laster haben’s schon bemerkt“, bekomm ich noch als Info.

    OK, angerufen hat am Nachmittag niemand, obwohl ich den ganzen Tag zu Hause war und im Briefkasten war auch keine Info, gescheige denn am Ort des Geschehens. „Klassischer Fall von Sachbeschädigung mit Fahrerflucht“, denk ich mir. Ein Fall für die helfenden Freunde in grün. Also gleich ab zur lokalen Polizeistation, die glücklicherweise nur ’n paar hundert Meter von zu Hause weg ist und dort den Sachverhalt geschildert.

    Die hätten g’meint, sie schau’n sich das Ganze mal an und geben mir Bescheid. Sollte ja auch nicht all zu schwer herauszufinden sein, wer Montags immer die Container beim Haus der Gesundheit leert und ’ne Zeugin (in Form meiner Nachbarin) hab ich ja auch.

    Also schau ma mal, was da noch so passiert. To be continued…

  • Studierst du auch das richtige?

    Montag, 8.00 Uhr, Hörsaal 12: Grundlagen der Bild- & Signalverarbeitung bei Herrn Prof. Donner.

    Traditionell werden die Vorlesungen im Hauptstudium von Herrn Donner von eher wenigen Studenten besucht, da Herrn Donner der Ruf anlastet, er sei ein knallharter Mathematiker, der’s mit’m Mathematikkalkül ab und zu etwas zu genau nimmt. Dieser Ruf stammt hauptsächlich von Studenten aus’m Grundstudium, die ihn in Analysis I/II haben. Nun kann ich gut verstehen, dass viele Lehrämtler sich über den Schwierigkeitsgrad seiner Vorlesungen aufregen, denn schließlich sollen Lehrer Schüler unterrichten und keine diplomierten Mathematiker werden. Sogar das Jammern einiger Informatiker über ihn kann ich ab und zu verstehen, die Informatik einfach nur als Advanced Programming verstehen. Und eben diese beiden Gruppen machen das Groß der Hörerschaft bei Herrn Donner im Grundstudium aus. Dies führt dazu, dass viele Studenten die weiterführenden Vorlesungen von Herrn Donner kathegorisch ausschließen ohne sich darüber zu informieren, worum’s darin eigentlich geht, was zu oben erwähnten geringen Besucherzahlen seiner Vorlesungen führt.

    Das hat natürlich auch Vorteile, denn zu fünft in ’ner Vorlesung bei ’nem wirklich sehr kompetenten (und sehr viel praxisorientierteren als viele glauben) Professor zu hocken verleiht dem ganzen einen sehr persönlichen Charakter und das Fragen seitens der Studenten fällt doch wesentlich leichter. Da denkt man voller Schadenfreude an die überfüllten BWLer-Vorlesungen, für die teilweise selbst der große Audimaxhörsaal viel zu klein ist. Daher auch der Topictitel.

    Langer Rede, kurze Geschichte: Hock also heute in der Früh im Hörsaal 12 und warte auf weitere Zuhörer. Allerdings konnte ich lange warten, denn es kam niemand mehr. Im Ernst: ich saß heute mutterseelenalleine vor Herrn Donner in der Vorlesung. Kein einziger Zuhörer außer mir.

    Da kommt man sich wirklich hervorragend betreut vor. Ein Professor pro Student *hämisch zu den BWLern zwinker*, an welcher hochbezahlten Eliteuni gibt’s das schon? Und trotz der tatsache, dass ich der einzige Student war, den Herrn Donner etwas fragen konnte hatte ich jetzt nicht das Bedürfnis, den Hörsaal zu verlassen oder beim nächsten mal nichtmehr zu kommen.

  • Hader muss(te) weg. (Zum Glück nach Passau.)

    Endlich war’s gestern Abend soweit: Zusammen mit da Karin und’m Tom hab ich mir das aktuelle Programm „Hader muss weg“ von Josef Hader angesehen. Als Fan seiner Filme (u.a. „Komm süßer Tod“ und „Silentium“) und Schätzer des österreichischen Humors eigentlich ein Muss.

    Anfangs wurden meine Erwartungen auch vollstens erfüllt. Das richtig gute Intro ließ des Publikum keine ruhige Sekunde mehr. Typisch Hader bekam jeder sein Fett weg: Ausländer (vor allem die Kroaten, welche wohl das österreichische Äquivalent zu unseren Türken sind), soziale Gruppen (wobei er auch vor seinem eigenen Berufszweig der Kabaretisten und sich selbst nicht halt hielt) und selbst die österreichische NS-Zeit musste dran glauben. Wer jetzt denkt, dass es sich hierbei einfach nur um plumpes Eindreschen auf allerlei Leute handelte, der irrt. Denn eigentlich hat er lauter Sachen gesagt, die jeder von uns schonmal gedacht hat und die Späßchen blieben (für österreichische Verhältnisse) über der Gürtellinie.

    Allerdings flaute das Programm dann ein bisschen ab: Wer Hader kennt, kennt auch seinen Humor, deswegen sank im Laufe der Zeit die Zahl der neuen Ideen und Brüller. Nichts desto trotz immer noch ein äußerst kurzweiliges Programm.

    Zum Schluss hinaus gab’s dann doch nochmal ein Feuerwerk (Stichwort: Die fette Katze) und vor allem die Zugabe war der Hammer.

    Summa Summarum war’s ein richtig unterhaltsamer Abend. ‚N klitzekleines bisschen war ich zwar enttäuscht, was aber wohl an meinen überzogenen Erwartungen lag. Schließlich waren die Kritiken von SZ und co. ja gigantisch. Dennoch gab es schönen schwarzen österreichischen Humor vom Feinsten, der wohl auch nur bei den Bayern als Vertreter Deutschlands richtig gut ankommt.
    Und zu guter letzt kann man sagen, dass ich nun auch endlich mal die Redoute von Innen gesehen habe, was für ’nen passauer Studenten wie mich doch eher ungewöhnlich ist.