Auf feindlichem Territorium.

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Der Favorit dieser Fußball Europameisterschaft scheint ganz eindeutig Holland zu sein. Zuerst fertigen sie den Weltmeister Italien mit 3:0 ab, dann fängt sich Vizeweltmeister Frankreich ’ne 4:1 Klatsche. Allerdings ist noch nicht aller Tage Abend. Auch eine so gut spielende Mannschaft Mannschaft wie die Niederlande kann sich im Viertel- oder Halbfinale eine unglückliche 1:0 Niederlage einfangen.

Somit ist die Überraschung perfekt, denn vor dem heutigen letzten Spieltag in der Gruppe C belegen Holland und Rumänien die Qualifikationplätze für’s Viertelfinale. Bei einem Sieg der Rumänen heute wären die beiden großen Mannschaften Italien in Frankreich bereits in der Vorrunde ausgeschieden, egal wie toll sie heute spielen. Und wer weiß, vielleicht wird den Rumänen der Sieg heute ja geschenkt. Schließlich würde sich die Wohnwagenfraktion somit zwei äußerst unangenehme potentielle Halbfinalgegner vom Hals halten.

Weniger verwundert das Ausscheiden des Titelverteidigers Griechenland, die an ihren Überraschungserfolg vor vier Jahren nicht anknüpfen konnte, was ja auch ein wenig absehbar war.

Das bisher spektakulärste Spiel der EM fand meiner Meinung nach am vergangenen Sonntag statt, als die Türken einen 2:0 Rückstand gegen die Tschechen innerhalb von knapp 20 Minuten in einen 3:2 Sieg umwandelten. Fast hätte es ein Elfmeterschießen in der Vorrunde gegeben, was allerdings den Türken gegenüber etwas unfair gewesen wäre, da sie dann mit einem Feldspieler im Tor antreten hätten müssen. Der reguläre Torwart hatte kurz vor Ende die rote Karte gesehen. Wer sich aber so dumm wie die Tschechen hinten rein stellt, der hat’s auch nicht anders verdient, als doch noch auszuscheiden.

Gestern ging’s dann für uns Deutsche um Alles oder Nichts gegen Gastgeber Österreich. Der Sieger hätte sich für’s Viertelfinale qualifiziert, uns Teutonen hätte sogar ein Unentschieden gereicht.

Wir (also ich und ein paar Uni-Spezeln von mir, vielen Dank an die Zwillinge an dieser Stelle für Organisation, Essen und Logis) haben uns zu diesem Zweck auf feindliches Territorium nach Österreich, genauer nach Salzburg zum Public Viewing begeben. Viel zu früh waren wir am Residenzplatz, auf dem Platz für 25.000 Fußballfans war. Dafür hatten wir dann echt Top Plätze und mit diversen Kartenspielen und Animation seitens der Veranstalter wurde die lange Zeit bis zum Anpfiff rumgebracht. Leider öffnete der Himmel eine Stunde vor Spielbeginn seine Pforten und aufgrund des strömenden Regens wurden wir pitschnass. Kurz vor dem Anstoß hatte der Wettergott jedoch erbarmen und da 25.000 Fußballfans gut wärmen, waren wir auch recht schnell getrocknet. Ich würde sagen, dass etwa ein Drittel der anwesenden Schlachtenbummler zur Löw-Truppe hielten, der Rest drückte den Rot-Weiß-Roten die Daumen.

Wie von so einem wichtigen Spiel nicht anders zu erwarten, war es sehr kampfbetont. Vor allem die Österreicher konnten ihre offensiven Ziele nur selten durchsetzen und fingen sich stattdessen die ein oder andere gelbe Karte ein. Aber auch wir taten uns schwer, vor allem weil wir bis zum Ende zahlreiche hochkarätige Chancen nicht im Tor unterbringen konnten. So brachte auch eine Standardsituation, ein Freistoß von Ballack in der 49. Minute die Entscheidung, ein 1:0. Zwar wehrten sich die Österreicher anschließend noch nach Kräften gegen den Untergang, aber deren Brechstangenfußball ohne viel Einfallsreichtum war dann letztendlich doch keine große Bedrohung für unsere diesmal recht solide aufspielende Abwehr. Abschließend kann man sagen, dass es zwar kein all zu schönes, dafür ein umso spannenderes und durchaus unterhaltendes Fußballspiel war, in dem letztendlich die bessere Mannschaft auch gewonnen hat.

Gegen Portugal, unserem Viertelfinalgegner, muss aber noch wesentlich mehr Überzeugung auf dem Platz her, sonst wäre der Traum vom vierten Europameistertitel ganz schnell ausgeträumt. So wie’s aussieht, sehen wir uns das vierte und hoffentlich drittletzte Spiel unserer Nationalkicker im Hacklberger Biergarten an.

Auch diesmal gibt’s wieder ein paar visuelle Impressionen vom Public Viewing.


Das ist doch mal ein erster Eindruck: Grad erst in Salzburg angekommen und schon haben die Deutschen die größte Flagge.


Die Ruhe vor dem Sturm. Rechts im Vordergrund, das sind wir, zumindest teilweise. 4½ Stunden später werden 25.000 Fans auf’m Residenzplatz jubeln.


Auf der linken Seite formierte sich der deutsche Fanblock…


…während rechts die Österreicher „Stellung bezogen“.


Deutschland beim Eckball. Und die Hände gehen hoooch.


Zur Halbzeit stand’s 0:0. Dementsprechend wedelten noch beide Seiten mit ihren Fahnen.

Abschließend möchte ich wieder auf die Einträge im Blog vom Dom zur Europameisterschaft verweisen, die er seit meinem letzten Blogeintrag verfasst hat:

Kommentare

Ein Kommentar zu „Auf feindlichem Territorium.“

  1. Avatar von Corny

    Die Fahne gibts übrigens hier im Handelshof zu kaufen! Für läppische 9 Euronen! 🙂

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