Utopie des technischen Fortschritts.

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Habe gerade in der c’t geschmökert und bin dabei auf einen Artikel gestoßen, der ein Thema anspricht, das mir in letzter Zeit auch öfter durch den Kopf gegangen ist.

Anlass war die Action- und Realtimeserie 24, in der ein superschnelles, niemals Fehler machendes, auf zig Systeme Zugriff und niemals Kompatibilitäsprobleme habendes Computersystem der CTU den Bundesagenten viel Arbeit abnimmt. Etwas weiter gedacht bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass Hollywoodfilme und Boulevardmedien oft den Eindruck erwecken, in der Zukunft würden perfekte Computersysteme (und Maschinen im Allgemeinen) dem Menschen praktisch jede Arbeit abnehmen (oder jedes Problemchen lösen).

Nun ist diese Idee nicht ganz neu. Bereits Autoren und Visionäre vergangener Jahrhunderte äußerten ähnliche Gedanken, jedoch schien diese Utopie noch nie so nahe, wie im aktuellen Computerzeitalter.

Zurecht verwende ich an dieser Stelle das Wort Utopie, denn ich bin nicht der Meinung (und als Informatiker darf ich mir wohl einbilden, von dieser Materie etwas Ahnung zu haben), dass uns eine solche Zukunft bevor steht.
Im Gegenteil bin ich vielmehr der Meinung, dass die zunehmende Komplexität zukünftiger Entwicklungen erst recht nicht die Probleme löst, die mit heutigen Systemen bestehen. Jedem von uns ist bekannt, dass heutige Software nun einmal fehlerhaft ist; in Zukunft, ob nun kurz- oder langfristig, wird sich das wohl kaum ändern. Darüber hinaus ist es fahrlässig anzunehmen, dass in Zukunft die Interaktion Mensch/Maschine durch neue Schnittstellen grundlegend revolutioniert wird. Und der Gipfel der Übertreibungen ist meiner Meinung nach die Behauptung, Roboter könnten in Zukunft nur annähernd menschlich sein, mit Gefühlen, menschlich-logischem Verhalten und so etwas wie Kreativität und Individualität. Jeder, der sich einmal auch nur ein wenig mit Künstlicher Intelligenz auseinander gesetzt hat, wird mir in diesem Punkt zustimmen müssen.

Angenommen, obige (technische) Punkte ließen sich auf irgend eine Weise lösen, bleibt immer noch das „Problem“ Mensch. Gerade von uns Deutschen weiß man ja, dass wir Neuem grundsätzlich pessimistisch und skeptisch gegenüber stehen. Diese Einstellung hält uns davon ab, auf neue Möglichkeiten von technologischem Fortschritt ein zu gehen. Und wie bereits erwähnt erfordern immer komplexere Systeme auch eine adäquate Schnittstelle zum Menschen, auch wenn diese komplexeren Systeme vielleicht leistungsfähiger und vielseitiger sind.

Abschließend will ich zusammenfassen, dass der Fortschritt zwar immer leistungsfähigere Maschinen und Systeme hervor bringen wird, man aber sich nicht der Utopie hingeben darf, dass solche Systeme fehlerfrei sind, von jedem intuitiv und ohne Einarbeitung zu bedienen sind und diese alle Aufgaben erfüllen, wie uns gerne von verschiedenen Seiten vergegaukelt wird. Das ist genau der selbe Unterschied wie zwischen „Werbung“ und „Realität“ oder „was ein System theoretisch kann“ und „was ein Benutzer aus ihm herausholt“. Und mit Fehlerfreiheit meine ich jetzt keine Amok laufenden Roboter à la Terminator sondern eben diejenigen Probleme, die man heute schon bei der Bedienung von Software hat.

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