Schlagwort: Zeugen Jehovas

  • Unser Vater im Himmel – Wie gut kennen wir ihn?

    Status gelb/rot.

    …steht da auf der Septemberausgabe des Wachturms, den mir gestern die beiden Zeugen Jehovas in die Hand gedrückt haben. Die waren nämlich mal wieder vor meiner Haustüre.

    „Tja“ werden sich meine Leser jetzt denken, „so spektakulär ist das nun auch wieder nicht, als dass man da gleich einen Blogeintrag dazu verfassen müsste“. Stimmt! Komisch an der Geschichte ist nur, dass ich gar nicht erst versucht habe, die beiden etwas älteren Herren so schnell wie möglich wieder los zu werden. Ganz im Gegenteil: Eine geschlagene halbe Stunde hab ich die mit meinem ignostischen Weltbild konfrontiert und das bei offener Tür und frostigen Temperaturen.

    Eigentlich war ich ganz froh auf Leute zu treffen, mit denen man sich über ein geistig höherwertiges Thema unterhalten kann, das nicht mit Informatikdiplomprüfungen zu tun hat. Das hört sich jetzt vielleicht ein wenig besorgniserregend an, aber mir hat’s gut getan. Das ist die Hauptsache. Und so haben die beiden Missionare doch irgendwie ihr Ziel erreicht, bloß vielleicht nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben.

    Erwähnenswert ist noch, dass anscheinend die beiden Frauen der Herren, die mich besucht haben, etwa zeitgleich bei den Haas‘, meinen Nachbarn vorbei geschaut haben. Da waren’s wohl auf verlorenem Posten, denn ich kenne keine Familie, die gläubigere Katholiken sind (im positiven Sinne) als die Haas‘. Und so wird’s den Zeugen Jehovas wohl noch an zahlreichen anderen Türen in Tittling ergangen sein.

    Status gelb/rot.

  • Alles Leid wird bald enden!

    …steht da auf dem kleinen zusammengeklappten Flyer, den mir die beiden Zeuginnen Jehovas am Mittwoch Vormittag in die Hand gedrückt haben. Hinter einem im Gras sitzenden, südamerikanisch anmutenden lächelnden Paar, äsen zwei skandinavische Elche, im Vordergrund Körbe voller südeuropäischer Früchte und im Hintergrund schneebedeckte Berge und saftige Wälder.

    OK, ich geb ja zu, dass es nichts besonderes ist, dass Missionare der Zeugen Jehovas an privaten Haustüren klingeln, sich mit den Leuten über „Gott und die Welt“ unterhalten wollen oder einfach nur ’nen kurzen Spruch aufsagen, der einen zum nachdenken bringen soll. Sowas hör ich von meinen passauer Studienkommilitonen ständig und auch der ein oder andere Kabarettist hat diese Tatsache ja bereits humoristisch aufbereitet.

    Was allerdings besonders ist, ist die Tatsache, dass das mir hier im bayerwäldlichen Tittling passiert, einer 4000 Seelen Gemeinde mitten im tiefsten und urkonservativen Niederbayern. Da wird im Herbst mit’m Traktor auf’s Feld gefahren um die Ernte ein zu holen, komme was wolle; da wird die CSU gewählt, komme was wolle und da wird sonntags in die Kirche gegangen, nach gutem römisch-katholischem Brauch, komme was wolle. Missionare der Zeugen Jehovas sind da wirklich eine Rarität.

    Eines muss man den beiden Mädels von der Wachturmfraktion aber lassen: Sie waren überaus höflich und ließen sich ziemlich schnell abwimmeln, von Aufdringlichkeit keine Spur. Und darüber hinaus waren’s auch noch zwei halbwegs fesche Mädels, die da vor meiner Haustür standen. Da werden Erinnerungen wach. War ja schließlich nicht der erste Kontakt mit den Zeugen.