Schlagwort: Vollanschluss

  • Gut Ding will Weile haben.

    Vor gut einem Jahr, genauer gesagt im Juni 2009, habe ich mich mal mit der Optimierung meiner Ausgaben für Internet und Telefon beschäftigt. Bis dahin hatte ich folgende, für die Anfangszeit der DSL-Reseller typische Konstellation: Mein Telefonanschluss, genauer gesagt ein ISDN-Anschluss, lag bei der Telekom, meinen DSL-Zugang hatte ich bei 1&1, die die Leitung beim ehemaligen Staatsmonopolisten angemietet hatten. Summa summarum war das aus heutiger Sicht ganz schön kostenintensiv. Ohne Telefongebühren waren das pro Monat etwa 25€ ISDN-Grundgebühr und 40€ DSL-Grundgebühr und -Flatrate. Das musste doch billiger gehen.

    Also hatte ich ein bisschen recherchiert. 1&1 hätte ich gerne als Provider behalten, denn mit ihrer Verfügbarkeit war ich sehr zufrieden. Seit August 2006, als ich 1&1-Kunde wurde, gab’s keinerlei Störungen, weshalb auch nie der Kundenservice herhalten musste. Somit war ich schnell für einen 1&1-Komplettanschluss zu begeistern. Der würde mich nur noch 30€ pro Monat kosten, bescherte mir anstatt einer 6.000er eine 16.000er DSL-Leitung und des teuren ISDN-Anschlusses könnte ich mich auch entledigen. Den hatte ich nur noch, weil ich neben unserer Haupttelefonnummer auch meine eigene Nebenstellennummer behalten wollte. Der Tarifwechsel wäre auch vor Ablauf der Vertragslaufzeiten von bisherigem DSL- und ISDN-Anschluss möglich. Ersterer lag ohnehin bereits bei 1&1, für letzteren würden mir pro Monat etwa 17€ im Gegenwert eines T-Net Anschlusses gutgeschrieben. Die Differenz von monatlich 8€ zum ISDN-Anschluss war ich dann gerne bereit zu zahlen, denn am Ende der Umstellung sollte dann ein Komplettanschluss von einem Anbieter herausspringen. Alles aus einer Hand ohne den kostspieligen Umweg des magentafarbenen Riesen.

    Soweit die Theorie. Am 11.06.2009 wurde mir der Tarifwechsel bestätigt. Das Upgrade auf die schnellere DSL-Leitung erfolgte kurzfristige drei Tage später. So weit, so gut. Aber nun begann die Warterei, auf dass 1&1 auch mein Telefonprovider würde und ich der Telekom endlich adieu sagen könnte. Auf Nachfrage teilte mir 1&1 mit (von selbst hätten die mir das natürlich nicht mitgeteilt), dass der Wechsel des Telefonanschlusses erst erfolgen könne, wenn 1&1 seine Netze in Tittling entsprechend ausgebaut hätte. Wann das der Fall sein würde, konnte mir niemand mitteilen. Auch welche Art von Telefonanschluss – ISDN, VoIP oder analog – ich bekommen würde, blieb ein Rätsel. Gegen ISDN spricht, dass es für 1&1 wohl zu teuer ist, ihn zu realisieren. Gegen VoIP spricht, dass dafür wohl kaum die Netze ausgebaut werden müssten, da ich über meinen bisherigen DSL-Anschluss bereits VoIP genutzt habe. Gegen analog spricht, dass es sich hiermit wohl kaum realisieren lässt, dass ich alle drei alten Rufnummern behalten kann, wie es mir versprochen wurde.

    Letzte Woche, also gut 14 Monate, nachdem ich die Umstellung in die Wege geleitet habe (und ich selbst zwischenzeitlich in eine ganz andere Stadt gezogen bin), bekam ich Post von 1&1. Kommenden Freitag sei es nun endlich soweit. Auch mein Telefonanschluss könne zu 1&1 umziehen. 14, in Worten vierzehn Monate haben die mich darauf warten lassen. Die haben mir ein Produkt verkauft, von denen sie (zumindest in Teilen) nicht wussten, wann sie es liefern bzw. bereitstellen konnten. Ein starkes Stück, wie ich finde.

    Jetzt hoffe ich mal, dass bei der Umstellung alles klappt, ich unsere Telefonanlage richtig konfigurieren kann, wir unsere drei Rufnummern behalten und das Sparen nun endlich in vollem Umfang beginnen kann, auch wenn davon jetzt nur noch meine Mama profitiert.