Schlagwort: Vernunft

  • Es geht voran.

    Nachdem ich mit meinen Beiträgen über die Unvernunft der Menschen bzgl. ihrer Gesundheit und den Klimawandel eher negative Berichte über unsere Gesellschaft verfasst habe, gibt’s diesmal einiges durchaus Positives zu berichten.

    Wer in den letzten Tagen das politische Geschehen verfolgt hat wird bestimmt mitbekommen haben, dass die EU nun ernsthaft strenge CO2-Emissionswerte durchsetzen wird. Zwar wird das erst 2012 für die Autohersteller verpflichtend, aber aufhalten wird sich dieser Prozess wohl nicht mehr lassen.
    Ich halte das in der Tat für eine äußerst gute Idee, auch wenn die Autoindustrie (vor allem die deutsche, die vor allem im Kreuzfeuer der Kritik steht) natürlich wieder am jammern ist. Unzählige Arbeitsplätze würde dieses Vorhaben kosten, was natürlich großer Quatsch ist. Selbiges wurde auch bei der verpflichtenden Einführung von Katalysatoren gesagt. Fakt ist, dass so ziemlich jeder (auch deutsche) Autohersteller Motoren in der Schublade haben dürfte, die die geforderten Abgaswerte erfüllen, auch in der gehobeneren Leistungsklasse. Dass sich diese noch nicht auf dem Markt befinden, dürfte wohl wirtschaftliche Gründe haben, denn diese dürften in der Herstellung tatsächlich kostenintensiver sein als die Motoren, die sich momentan auf’m Markt befinden.
    Außerdem blendet die Autoindustrie gerne den Fakt aus, dass Motoren, die weniger CO2 erzeugen, auch weniger Treibstoff, sprich Benzin oder Diesel benötigen, was in Zeiten und knapp werdendem Erdöl und steigenden Preisen für fossile Energieträger ein nicht zu verachtendes Verkaufsargument ist.
    Ich selbst kann mich entspannt zurück lehnen, denn mein Toyota Yaris 1.0 erfüllt bereits jetzt den geplanten Durchschnittswert von 130g CO2 pro Kilometer.

    Darüber hinaus sieht es jetzt tatsächlich so aus, als dass ein strenges Rauchverbot an öffentlichen Orten kommen wird. Zwar haben wir das (wiedermal) wohl eher der EU als unserer Bundesregierung zu verdanken, aber ich persönlich halte sowas für längst überfällig. Neben der Tatsache, dass mir persönlich so sehr viel Passivrauchen erspart bleiben dürfte (was genauso gesundheitsschädlich ist, wie Aktivrauchen) hat das auch den praktischen Vorteil, nicht jedes mal, wenn ich beim Furtgehen war, meine Klamotten in die Wäsche werfen zu müssen, da sie so dermaßen verraucht sind.
    Dass ein solches Rauchverbot tatsächlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, zeigt das Rauchverbot in Italien, nach dessen Einführung die Anzahl der Herzinfarkte global in Italien um 1/3 zurück ging.

  • Die Medizin wird’s schon richten.

    „Zwei Dinge sind meiner Meinung nach unendlich: Das Universum und die Dummheit des Menschen. Beim Universum jedoch bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Dieses mehr oder minder korrekte wiedergegebene Zitat wird dem Physiker Einstein zugeordnet. Zwar bin ich nicht der Meinung, dass die Dummheit des Menschen unendlich ist, bei dessen Unvernunft bin ich mir da aber ab und zu nicht ganz sicher. Konkret geht es mir diesmal darum zu zeigen, wie überaus unvernünftig der Mensch an sich und Sonnenanbeter und Raucher im Allgemeinen mit ihrerer und teilweise der Gesundheit anderer umgehen.

    Dass die „gesunde Bräune“ alles andere als gesund ist, ist unter Fachleuten absolut unbestritten. In Zeiten von globalem Ozonloch hat die Strahlenexposition von UV-A- und UV-B-Strahlung so stark zugenommen, dass ein mittellanges Aufhalten in der Sonne niemanden mit weißer Haut mehr zu empfehlen ist.
    Nur irgendwie ist das an unserer Gesellschaft vollkomen vorbeigegangen. Da muss im Sommer jede Sonnensekunde zum Sonnenbaden ausgenutzt werden und anstatt sich im Urlaub etwas von der regionalen Kultur und Landschaft zu gönnen muss man sich den Pelz bräunen wo und wann’s auch nur geht. Dass aber eben dies zu Hautkrebs führt, ist zwar irgendwie jedem klar, hält aber die Meisten keineswegs davon ab. Dabei ist Bräunen eigentlich eine Stressreaktion der Haut und daher alles andere als gesund. Viele haben meiner Meinung auch die Vorstellung, dass Hautkrebs kein wirkliches Problem darstellt: Kann man ja einfach rausschneiden. Dabei bleibt jedoch meist ein ziemlich großes Loch in der Haut zurück und dass Hautkrebs der wohl am agressiv metastasierende Krebs überhaupt ist, weiß wohl keiner. Und hat man erst solche Metastasen, sieht’s ziemlich düster aus. Sowas führt nämlich früher oder später zu ’nem alles anderen als schönen Tod. Die Einzelheiten erspar ich (ausnahmsweise) meiner Leserschaft.
    Wer nun denkt „aber ich crème mich ja ein, da kann ja nichts passieren“, den muss ich leider enttäuschen: Sonnencrème hilft nur gegen Sonnenbrand, also die unmittelbare Reaktion der Haut auf zu intensive Sonneneinstrahlung. Hierfür verantwortlich ist die UV-A-Strahlung, die die meisten Sonnencrèmes auch brav herausfiltern. Für den Hautkrebs verantworlich ist jedoch die UV-B-Strahlung (außer man hat zu oft oder zu intensiv ’nen Sonnenbrand), die sich von ersterer so unterscheidet wie rot von grün. Und trotz vollmundiger Werbung gibt es praktisch kein erschwingliches Produkt auf dem Markt, welches effektiv gegen diese Form der Energie schützt.

    Im Moment wird ja wieder vermehrt eine Diskussion über ein Rauchverbot an öffentlichen Stätten, zumindest aber in der Gastronomie debattiert. Fakt ist, dass Rauchen für ein Drittel aller Krebserkrankungen verantwortlich ist, das Herz schädigt, den Blutdruck steigert, die Leistungsfähigkeit mindert, das Gehirn von Nikotin abhängig macht, praktisch jedem Organ Schaden zufügt und die Haut altern lässt, um nur ein paar wenige Konsequenzen zu ändern. Das gilt sowohl für Aktiv- als auch für Passivraucher und das ist keine schlechte Gewissenmacherei sondern unwiederlegbarer Fakt. Warum sich die Politik trotzdem schwer mit einem Rauchverbot tut ist mir in Folge dieser Argumente vollkommen schleierhaft. Jeder Mensch, der täglich eine zweistelliuge Anzahl von Glimmstingeln konsumiert, verliert für je zwei Jahre Rauchen mindestens ein Jahr seines Lebens. Wohlgemerkt mindestens.
    Nichts desto trotz halten auch die hohen Tabakpreise die Leute nicht davon ab, sich selbst aktiv zu vergiften. Ist da die Sucht (oder oft viel mehr die Gewohnheit) so viel größer als die menschliche Vernunft, die uns ja unter anderem vom Tier unterscheiden soll?
    OK, ich muss zugeben, dass ich in meinem Leben auch schon das ein oder andere mal meine Lunge mit Teer, Blausäure, Nitrosaminen, Nikotin und weiteren weit über 100 krebserregenden Stoffen geflutet habe. Zusätzlich gönne ich mir so einmal im Monat (je nachdem ob’s was zu feiern gibt oder nicht) eine Zigarre. Jedoch verzichte ich mittlerweile vollständig auf Zigarretten und bei den Zigarren erspare ich mir immerhin die Giftstoffe, die durch die Aromastoffe entstehen.

    Wie ich jetzt auf diese Thematik komme, wo doch im Moment (mehr oder weniger) offensichtlich Winter ist und sich deshalb die Sonne ohnehin nicht all zu oft zeigt? Naja, als angehender Medizinquaksalber bekommt man in der Vorlesungen so einiges mit. Ob ich damit wie viele andere vor mir nur schocken will um die Leute aufzurütteln? Ja, eigentlich schon und es ist mir eigentlich auch ganz egal, wie effektiv das Ganze ist und ob die betroffenen Leute das ohnehin schon wissen. Das ist nunmal eben meine Art, auf schwerwiegende und verdrängte Probleme hinzuweisen.