Schlagwort: Universität Passau

  • No Nerd.

    Unter dem Motto „No Nerd“ kann man in der aktuellen c’t (Ausgabe 14/2009) auf Seite 149 obige Werbung finden. Das Besondere daran: Derjenige, der hier Werbung macht, ist die Universität Passau, genauer gesagt die Fakultät für Informatik und Mathematik, an der ich Student bin.

    Aus diesem Grund war ich positiv überrascht, eine derartige Werbung in einer Computertechnik-Fachzeitschrift zu finden. Allerdings macht diese Sinn: Denn obwohl die Universität Passau zu den neuesten Universitäten überhaupt zählt, deren idyllische Lage am Inn einmalig ist und laut CHE Ranking der ZEIT die Fakultät für Informatik und Mathematik zu den besten der Republik zählt, haben die Informatiker in Passau ein eher ungewöhnliches Problem: Viel zu wenige Studenten.

    Da ist es ganz logisch, Werbung für sich zu machen, denn wie bereits aufgezählt, haben die Informatiker in Passau einiges an Vorzeigbarem. Der Weg, der in der Anzeige in der c’t beschritten wird, zielt darauf ab, dass Informatiker schon lange nicht mehr nur im Keller hockende, Sonnenschein scheuende, ewig jungfräuliche, Pizza verschlingende, fettig fette Sesselpfurzer sind. Das ist an anderen Universitäten zwar bestimmt nicht viel anders als in Passau, aber noch immer ist dieses Klischee zu Unrecht weit verbreitet und in der Gesellschaft verankert. Dass dies nicht der Realität entspricht, kann ich nur bestätigen: Die Zeiten, in denen man einen Informatikstudenten allein durch kurzes Hinschauen erkennen konnte, sind definitiv vorbei.

    Jedoch schafft eine derartige Anzeige auch ein Problem: Zwar werden auf diese Weise potentielle Studenten geworben, denen Informatik bisher einfach zu geekig und nerdig war. Es entsteht so aber auch der Eindruck, Informatik sei für Jedermann etwas. Denn es wird gern außer Acht gelassen, dass ein guter Informatiker eben doch ein fundiertes Verständnis für Mathematik, Logik und theoretische (technische) Grundlagen benötigt. Viele setzen Informatik immer noch mit Programmieren und Windows reparieren gleich, was es nun ganz und gar nicht ist.

    Insgesamt habe ich mich nichtsdestotrotz über diese Werbung gefreut, auch wenn sie nun nicht gerade das brillianteste ist, was eine PR-Abteilung jemals heraus erdacht hat. Der Zweck heiligt jedoch die Mittel: Mit dieser Aktion erreicht man eine große Anzahl potentieller zukünftiger Studenten der Informatik, die in Passau wirklich exzellente Voraussetzungen zum Studieren vorfinden, wie auch die eigens eingerichtete Webpräsenz zeigt.