Schlagwort: Tittling

  • Willkommen in der Provinz und ihrer Politik.

    Eigentlich liebe ich die Idylle, in der ich lebe: Im bayerwäldlichen Tittling kann’s im Winter schon mal mehr Schnee geben, als es einem lieb ist. Dafür nimmt im Sommer der See um die Ecke bei zu viel Sonnenschein schon mal schnell eine „tiefgrüne Farbe“ aufgrund der regionalen „Düngemethoden“ an. Auf dem alljährlichen Volksfest geht’s noch richtig urig zu, jeder kennt jeden und die „Stille der Nacht“ kommt Touristen aus der Großstadt mitunter nicht ganz geheuer vor. Dass aber zu diesem Klischee aber auch durchaus negative Züge gehören, davon möchte ich heute berichten.

    Denn zum weiß-blauen Bayerwaldparadies gehört auch, genau, die CSU, ihre Lokalpolitik und ihre teils skandalösen Verstrickungen in die Lokalwirtschaft. Über einen derartigen Skandal berichtete vor wenigen Wochen das unabhängigen Passauer Monatsmagazin Bürgerblick. Unter der Hand waren die Vorgänge im Tittlinger Rathaus schon länger bekannt, nun haben wir es aber auch schwarz auf weiß: „In selbstherrlicher Manier hat der CSU-Bürgermeister (Waldemar Bloch) jahrelang am Gemeinderat vorbei regiert“ und dabei offensichtlich seinem Parteikollegen Willi Neumeier sämtliche Planungsaufträge der Gemeinde zukommen lassen.

    Dabei handelt es sich jedoch nicht um die einzige Verstrickung im Tittlinger Rathaus: Neben seinem Job als Geschäftsführer der Passauer Neuen Presse bekleidet Rainer Fürst auch das Amt des CSU-Ortsvorsitzenden im Gemeinderat. Dementsprechend einseitig soll in der Vergangenheit die lokale Berichterstattung beim regionalen Quasimonopolisten für Printmedien gewesen sein.

    Das i-Tüpfelchen war jedoch die Reaktion auf den bereits oben verlinkten Artikel im Bürgerblick Passau: Dieser erschien nämlich nicht nur Online sondern auch in der monatlich veröffentlichten Printausgabe. Diese wurde kurzerhand vom einzigen Zeitschräftenhändler im Ortskern aus seinem Sortiment genommen. Man ahnt es schon: Der Inhaber des Marktgeschäfts sitzt als CSU-Mitglied im Gemeinderat.

    OK, ich gebe zu, mein Artikel bietet nicht viel Neues. Derartige Vorgänge gibt es zigfach auch in anderen Gemeinden. Im Vergleich dazu, was dort vorgeht, erscheinen die erwähnten Vorgänge vielleicht sogar als harmlos. Nichts desto trotz gehören solche Geschichten erwähnt und ich kann meiner Leserschaft mal etwas Lokalpolitik aus Tittling präsentieren.

  • Gestern noch im Garten, heute schon auf’m Marktplatz.

    Was macht man mit einem knapp 15 Meter hohen Nadelbaum auf dem Grundstück der Tante, das an unseres angrenzt, der angeblich dem Mieter der Tante das Licht weg nimmt und der deshalb verschwinden soll? Richtig: man vertickt ihn an die Gemeinde, die ihn dann als Christbaum auf’n Marktplatz stellt.

    Der Deal: Die Gemeinde säbelt für lau den Baum um und transportiert ihn schön brav ab, dafür hat der Marktplatz Tittling für Weihnachten 2007 einen Christbaum. Und da der mit 15 Meter Höhe viel zu groß ist, bekommt der Nachbar die unteren sechs Meter des Baums zum Verheizen.

    Wie sich das ganze illuminierter Weise auf’m Marktplatz macht, kann man auf dem Foto unten bestaunen. Leider war ich in der Uni, als der Baum gefällt wurde, deswegen hab ich von dieser Aktion leider keine Fotos, genau so wenig vom Baum, als er noch im Garten stand.