Schlagwort: The original Series

  • Beam me up, Scotty.

    …kommt tatsächlich kein einziges Mal in der Original Star Trek Serie „The original Series“, also der Serie mit Kirk, Spock und Pille, vor. Woher ich das weiß? Na, ich hab mir in den letzten Wochen alle drei Staffeln der Star Trek Urserie reingezogen.

    Als Trekkie war das schon längst überfällig, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich von allen anderen Star Trek Serien bereits alle Episoden kenne. Aber irgendwie hat mich dann doch sehr lange der Gedanke abgeschreckt, dass alle alten Episoden gleich aufgebaut sind: Crew landet auf uraltem Planeten, auf dem einst eine hoch entwickelte Zivilisation lebte, die nun aber verschwunden ist und deren Hinterlassenschaften gleich mal den ersten Redshirt tötet. Zum Glück wurde ich eines besseren belehrt.

    Zu aller erst muss ich eingestehen, dass die Folgen sehr abwechslungsreich und vor allem spannend sind. Und das gar nicht unter dem Vorbehalt, dass die Serie bereits über 40 Jahre alt ist. Nein, auch nach heutigen Maßstäben weiß sie durchaus noch zu unterhalten. Mal spielt die Folge auf der guten alten Enterprise selbst, mal auf einem anderen Raumschiff und dann wieder auf oder unter einem Planeten. Einige Episoden spielen in der (unterschiedlich weit entfernten) Vergangenheit und andere in der Gegenwart. Gesellschaftskritische und ernste (Stichwort: kalter Krieg mit ständiger nuklearer Bedrohung, erste Mondlandung) Geschichten wechseln sich mit eher märchenähnlichen und humorvollen ab. Oft dient die Geschichte der Erde als Aufhänger (wilder Westen, drittes Reich) aber auch viele rein fiktive Geschichten werden erzählt. Es mag am Serienstil der 60er Jahre liegen, aber ich fand viele Episoden sehr spannend, auch wenn sie nicht gerade rasant erzählt wurden oder viel Action über die Mattscheibe flimmerte. Dafür weiß man bei vielen Episoden lange Zeit nicht, wie’s weitergeht und das Ende der Geschichte bleibt bis zum Schluss offen.

    Mir als Informatiker fiel auf, dass sämtliche Technik analog ist. Klar, vom digitalen Zeitalter hatte man damals überhaupt keine Vorstellung. Damit will ich nicht sagen, dass analoge Technik alt und unfähig ist. Sämtliche Technologien wie Computer lassen sich analog genau so realisieren wie digital, nur eben anders, was viele wohl als den „Charme“ der Serie bezeichnen. Informationen werden auf Magnetbändern gespeichert, Rechner bestehen aus Platinen voll mit Spulen und Röhren (anstatt aus Transistoren auf Chips) und anstatt pixeliger Flachbildschirme gibt’s an jeder Ecke die gute alte braun’sche Röhre.

    Dass die Brückencrew des Flaggschiffs der Förderation aus den unterschiedlichsten Nationalitäten zusammen gesetzt ist, lockt heute keinen Hund mehr hinter’m Ofen hervor. Auch die weibliche Emazipation wurde mittlerweile von der Realität überholt. Die Freizügigkeit, mit der die Nebendarstellerinnen unterwegs sind, ist aber selbst heute noch eher ungewöhnlich, vor allem in einer amerikanischen Serie für’s Nachmittagsprogramm.

    Schön waren auch die Zusammenhänge, die sich mit dem Rest des Star Trek Universums ergeben. So ist die Episode Der schlafende Tiger der Prolog zum zweiten Star Trek Kinofilm Der Zorn des Khan. Und woher die Seite Memory Alpha ihren Namen hat, weiß ich jetzt auch. Was mich dagegen gewundert hat, war das seltene und vor allem passive Auftreten der Klingonen. Da fiel ja fast öfter der Name Romulaner. Vom großen Konflikt zwischen Föderation und klingonischem Imperium ist da noch nicht viel zu merken.

    Zusammenfassend war The original Series für mich eine große positive Überraschung. Die Serie kann auch in der heutigen Zeit noch durchaus mithalten (mit Ausnahme der Special Effects).

    Eine nächste, bereits komplett abgedrehte Serie hab ich bisher noch nicht im Blick. Stattdessen gilt’s zahlreiche in letzter Zeit ausgelaufene Serien wie Battlestar Gallactica, Nip/Tuck und Prison Break zu ersetzen. Kandidaten dafür gibt’s ja zur Genüge: V, Chuck, Dollhouse, Flash Forward und so weiter…