Schlagwort: Radtour

  • Tour de Niederbayern.

    Nachdem letztes Jahr die Radtour mit’m Stefan zum Moldaustausee so toll geklappt hat und sie uns beiden wirklich riesig Spaß machte, war für uns beide klar, dass ein solches Event unbedingt ein weiteres mal aufgezogen werden muss. Vergangenes Wochenende hatten wir beide dann endlich mal gemeinsam Zeit und so konnten wir uns auf einen Zweitagestripp nach Regensburg begeben.

    Los ging’s am Samstag am späten Vormittag beim Stefan zu Hause in Pleinting. 125km lang fuhren wir auf dem Donauradweg in die Bezirkshauptstadt der Oberpfalz, weshalb der Titel meines Artikels nicht 100% korrekt ist. Nichts desto trotz radelten wir die meiste Zeit durch Niederbayern, entlang der Städte Deggendorf und Straubing (und zahlreicher kleinerer) und entlang der blauen Donau mit ihrem neuen und alten, ursprünglichen Flusslauf. Nach 5 Stunden und 20 Minuten kamen wir ziemlich fertig und hundemüde in Stefan’s regensburger Studentenbude an. Dort gab’s dann bei schmerzenden Beinen und Sitzorganen das wohlverdiente Abendessen.

    Später am Abend kamen dann noch ein Studienkollege vom Stefan und dessen neuer Mitbewohner vorbei, mit denen bei ein zwei Bier der Elektrolythaushalt regeneriert wurde.

    Tags darauf brachen wir nach einem späten Frühstück zurück in Richtung Dreiflüssestadt auf. Petrus bescherte uns wie bereits Tags zuvor perfektes Wetter bei strahlendem Sonnenschein, optimalen Temperaturen und kaum Wind. Trotzdem war die Etappe zurück nochmal eine Herausforderung für Beine und vor allem unsere Hintern. Die Erfahrung, die wir schon am Samstag machen mussten, dass man ab Überschreiten der 100km-Marke die Zähne schon richtig zusammen beißen muss, stellte sich auch am Sonntag ein: Die letzten 25km nach Hause waren abermals richtig hart.

    Aber flott waren wir insgesamt unterwegs: An beiden Tagen kam ein Schnitt von über 22km/h raus, auf den ich trotz der flachen Strecke ziemlich stolz bin. Am Sonntag brauchten wir für die Distanz auch nur 10 Minuten länger als auf der Hinfahrt, was aufgrund schmerzender Hintern durchaus respektabel ist.

    Sobald jedoch die Wehwehchen der Tour abgeklungen sind (vor allem meine Handgelenke tun mir weh und der Spruch „der Arsch ist im Arsch“ passt wirklich gut), dürfte wieder mal eine sehr schöne Erinnerung zurück bleiben. Denn das Wetter war in der Tat nicht mit zu übertreffen mit Hochsommerfeeling Sonnenuntergang. Außerdem gibt’s auf einer so langen Distanz wirklich viel zu entdecken von Donau, den Städten, die sie durchfließt und den wenigen verbliebenen, einigermaßen unberührten Ufern des blauen Stroms.

    Ein paar Fotos hab ich auch wieder gemacht, von denen hier einige folgen.


    Stefan bei unserer ersten großen Pause auf der Hinfahrt.


    Auch ich versorge meinen Körper mit frischen Kohlenhydraten.


    Eine der Sehenswürdigkeiten auf unserer Radtor: Die Walhalla vor Regensburg.


    Stefan bei einer Pause am Rande des Donaunaturschutzgebiets.

    Die ein oder andere Radltour steht bereits auf Stefan’s und meiner Liste. Also war das hier wahrscheinlich nicht der letzte Eintrag zu diesem Thema in diesem Jahr.

  • Zurück in die Kindheit: Radtour zum Moldaustausee.

    Gestern habe ich eine sehr schöne Kindheitserinnerung nacherlebt. Zusammen mit’m Steffen bin ich von der deutsch-tschechischen Grenze mit’m Fahrrad durch den Böhmerwald zum Moldaustausee geradelt. Eine ähnliche Strecke bin ich vor vielen Jahren schon mal zusammen mit meinem Dad und Bekannten der Familie gefahren, was mir aufgrund der tollen Nationalparklandschaft in bester Erinnerung blieb. Aus diesem Grund war’s nun an der Zeit, dieses Erlebnis gestern zu wiederholen.

    Los ging’s in der Früh in Neureichenau. Von dort aus fuhren wir auf dem Adalbert-Stifter-Radweg nach Haidmühle und dort über die deutsch-tschechische Grenze. Nächste Station war Stožec, von wo aus uns der Radweg in einem großen Bogen entlang der Eisenbahnstrecke nach Nová Pec führte, dem nördlichsten Zipfel des Moldaustausees. Nächstes Etappenziel war Přední Zvonková weiter im Süden und anschließend bei Bližší Lhota wieder zurück an den See. An dieser Stelle war die Hälfte unserer Tour geschafft und wir strampelten wieder direkt zurück nach Nová Pec, ohne den kleinen Umweg über Přední Zvonková. Ebenfalls auf einer anderen Route war der vorletze Tourabschnitt wieder Haidmühle. Ohne ’n Steffen hätte ich aber da beim besten Willen nicht mehr zurück zur Grenze gefunden, da die Radwege dort sehr verkreuzt sind. Letztendlich galt wieder Neureichenau als Endziel zu erriechen. Insgesamt etwa 80 Kilometer.

    Die Strecke war doch etwas anspruchsvoller. Schließlich liegt der See auf etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel, die höchsten Stellen im Böhmerwald, die wir besuchten, auf knapp 1000 Meter. Dazwischen gings die ganze Zeit mal mehr mal weniger steil bergauf/bergab. Dafür war die Landschaft wirklich grandios. Zwar ist man umgeben von Fichtenmonokulturen, die sind aber unterbrochen von zahlreichen Hochmooren, Bächen und natürlich dem lang gezogenen Stausee. Aus kindheitserinnerungstechnischer Sicht war die Tour deshalb ein voller Erfolg.

    Wettertechnisch hätte es auch schlimmer kommen können. Mit Fahrtwind war’s auf der einen Seite oft mehr als frisch, da wir aber sehr flott unterwegs waren und es wie gesagt eine recht bergige Strecke war, wurde uns auf der anderen Seite nicht so schnell kalt. Und es regnete bis auf zwei kleinere Schauer nicht. Darüber hinaus hatten wir aufgrund mangelden Nebels meistens auch eine tolle Aussicht. Baden konnten wir aber natürlich nicht mehr, was bei der Erstauflage in meiner Kindheit schon noch der Fall war. Naja, da war’s ja auch Hochsommer und nicht Ende September.

    Genau bei der Hälfte der Strecke im am weitesten entfernten Ort Bližší Lhota musste uns auch der Unfall des Tages passieren: Da Steffen blieb an seinem Fahrrad hängen und kippte in einem lauten Knall um. Dabei zog er sich nicht nur eine große Kniewunde zu sondern zerdepperte auch noch seinen Fahrradsattel, was die Rückreise für ihn wesentlich anspruchsvoller machte.

    Abschließend kann ich sagen, dass das gestern wirklich eine wunderschöhne Fahrradtour war und es sich trotz der großen Anstrangen wirklich mehr als gelohnt hat: Tolle Landschaft (sehr urig bis auf die Fichtenmonokulturen) und toller Radweg (sehr abwechslungsreich) mit vielen Alternativen.


    Steffen und ich zu Beginn unserer Radtour am deutsch-tschechischen Grenzübergang bei Haidmühle.


    Der Moldaustausee ist erreicht. Bei Nová Pec mündet die Moldau vorerst in den See.


    Weiter unten am See bei Bližší Lhota.


    Mittagspause. Gäste hatten wir auch.


    Kann man auf dem verkleinerten Bild leider nicht mehr so gut erkennen, aber man merkte doch, dass wir in den Bergen unterwegs waren: Links 731 Meter Seehöhe, rechts 911 Meter Seehöhe. Was man aber sehr gut erkennen kann ist die zwar romantisch anmutende aber nicht immer hilfreiche Beschilderung in alle Richtungen.