Irgendwie hab ich im Moment das Gefühl, dass die Medien voll von Berichten sind, die den Klimawandel thematisieren. Klar, der äußerst milde Winter und der Orkan Kyrill bieten im Moment einigen Anlass dafür, aber die Welle der zahlreichen Berichte gab’s ein paar Monate davor auch schon.
Irgendwie scheint es jetzt tatsächlich der Fall zu sein, dass die Tatsache, dass sich unser Planet im Klimawandel befindet, an die breite Bevölkerung heran tritt. Dieser Vorgang ist eigentlich spätestens seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts bekannt, aber solange uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt, ist das Otto-Normalverbraucher herzlich wurscht.
Dabei ist es wahrscheinlich so, dass sowohl vom Menschen verursachte Faktoren wie vermehrter Kohlendioxid- und Methanausstoß als auch natürliche Faktoren zu der extremen Wetterlage führen, wie wir sie nun seit etwa zehn Jahren global sehen und die sich definitiv in den den nächsten Jahrzehnten intensivieren wird.
Trotz dieser Tatsache habe ich jedoch keinesfalls das Gefühl, dass die Spezies Homo sapiens sapiens (seines Zeichens der weise weise Mensch) irgendetwas Konstruktives in die Wege leiten würde, um den angerichteten Schaden einzudämmen (außer der Tatsache, dass es nun nicht mehr Klimakatastrophe sondern Klimawandel heißt).
Dabei hat der Einzelne leider auch nicht die Möglichkeiten, die ihm suggeriert werden. Den Verzicht auf fossile Brennstoffe und den Umstieg auf regenerative können sich viele schlichtweg einfach nicht leisten, vor allem in der zweiten und dritten Welt nicht. Zwar gibt es (in Deutschland) zahlreiche Subventionen für regenerative Energien, jedoch kann das auch kein Dauerzustand bleiben.
In einer vom Kapitalismus und Egoismus regierten Welt wird offensichtlich viel zu kurzfristig gedacht und Gewinne sind offensichtlich wichtiger als der Erhalt des einzigen Planeten im Universum, auf dem bisher organisches Leben definitiv nachgewiesen werden konnte.
Fakt ist, dass der Klimawandel (jetzt sag ich’s auch schon) begonnen hat und die Menschheit wohl vor ihre größte Herausforderung stellen wird, die sie in ihrer jungen Evolutionsgeschichte je zu bewältigen hatte. Er lässt sich nur noch mindern, nicht mehr aufhalten aber die Menschheit akzeptiert dies wohl lieber, als etwas dagegen zu unternehmen.
Die USA (ihres Zeichens Verbraucher von über 25% aller Energie bei nicht einmal 5% der Weltbevölkerung, von Wasser wollen wir erst gar nicht reden) juckt das alles relativ wenig, obwohl sie immer heftiger von Hurrikans, Waldbränden und Blizzards heimgesucht werden. Die europäische Union kommt nicht zu sehr viel mehr als guten Bekundungen, anstatt einen Alleingang zu machen, der besser wäre als gar nichts. China, das Schoßhündchen der Weltwirtschaft, das niemand vergraulen will, kann tun und lassen, was es will. Von Regionen der Welt wie Indien und Südamerika will ich erst gar nicht reden.
Vielleicht führt die eingangs erwähnte vermehrte mediale Berichterstattung zu einem grundlegenden Umdenken. Ich bin zwar eigentlich Optimist, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich rein gar nichts ändern wird, außer, dass der Klimawandel voran schreiten wird. Denn der Mensch scheint trotz seiner unglaublichen und unbändigen Schöpfungskraft und der Tatsache, das komplexeste Gebilde im bekannten Universum im Kopf zu tragen, nicht in der Lage zu sein, seinen Egoismus zu überwinden.
Quo vadis Mensch?