Schlagwort: Karlsruher Nuklidkarte

  • Weltmeisterschaft der Isotope.

    Ich hatte ja bereits gebloggt, dass ich mir vor ein paar Wochen eine Karlsruher Nuklidkarte angeschafft habe und dass es sich dabei um ein herrliches Spielzeug für „dumm daher Schmatzer“ wie mich handelt, wie man ja auch bereits auf dem letzten Nagus‘ all in! feststellen konnte.

    In den letzten Wochen bin ich beim Studium meiner Karlsruher Nuklidkarte über zahlreiche Extreme und Besonderheiten aus Physik und Chemie gestoßen, die ich gern mal in Form eines Blogeintrags zusammenfassen will. Die Rekorde der Isotope sozusagen.

    • Element mit der größten Ordnungszahl:
      • künstlich: Dabei handelt es sich auch um das Element mit der größten Ordnungszahl überhaupt und mit den meisten Nukleonen. Es ist das Element Ununoctium, welches aus 118 Protonen besteht. Das einzige bisher erzeugte Isotop 294Uuo enthält 176 Neutronen.
      • natürlich: Das natürlich vorkommende Element mit der größten Ordnungszahl ist Plutonium. Es besitzt 93 Protonen. Jedoch entstand es nicht als Produkt von Prozessen in Sonnen sondern aufgrund des β–-Zerfalls von Uran, das lange Zeit als schwerstes natürlich vorkommendes Element galt.
      • stabil: Das schwerste stabile, also nicht radioaktive, Element ist Blei mit der Ordnungszahl 82. Es kommt natürlich vor.
    • Erstes, ausschließlich radioaktiv vorkommendes Element:
      Technetium hat die Ordnungszahl 43 und hat als erstes Element ausschließlich radioaktive Isotope (insgesamt 43 Stück). Es wurde 1937 zunächst künstlich hergestellt. Erst 1962 konnte auch sein natürliches Vorkommen nachgewiesen werden. Aus diesem Grund erklärt sich auch der Name Technetium.
    • Element mit den meisten stabilen Isotopen:
      Das Element Zinn mit der Ordnungszahl 50 besitzt mit 112Sn, 114Sn, 115Sn, 116Sn, 117Sn, 118Sn, 119Sn, 120Sn, 122Sn und 124Sn insgesamt zehn stabile Isotope. Kein anderes Element besitzt mehr davon.
    • Element mit den meisten bekannten Isotopen:
      Vom Element mit der Ordnungszahl 55, Caesium, konnten bisher 40 Isotope erzeugt werden. Zusammen mit dem einen natürlich vorkommenden Isotop 133Cs, welches stabil ist, sind somit 41 Isotope von Caesium bekannt.
    • Radioaktives Isotop mit der kürzesten/längsten Halbwertzeit:
      • lang: Das Tellur Isotop 128Te besitzt eine Halbwertzeit von 7,2×1024 Jahren und ist somit das langlebigste, nicht stabile Isotop.
      • kurz: Das künstlich erzeugte Wasserstoff Isotop 7H besitzt eine Halbwertzeit von gerade einmal 23×10-24 Sekunden.
    • Erstes Auftreten charakteristischer radioaktiver Strahlung:
      • α: Der α-Strahler mit der kleinsten Nukleonenzahl ist das Beryllium Isotop 8Be.
      • β+: Das Element Beryllium besitzt mit dem Isotop 7Be auch den β+-Strahler mit der niedrigsten Kernteilchenzahl.
      • β–: Das erste Isotop, das β– strahlt ist das Wasserstoff Isotop Tritium.
      • Neutronenstrahlung: Mit gerade vier Nukleonen ist 4H der Neutronenstrahler mit den wenigsten Kernteilchen.
      • Protonenstrahlung: Ebenfalls gerade einmal vier Nukleonen machen das Lithium Isotop 4Li zum leichtesten Protonenstrahler.
      • Spontaner Zerfall: Das Thorium Isotop 232Th zerfällt neben α auch spontan, jedoch nur zu 10-9%. Das erste Isotop, das ausschließlich spontan zerfällt ist das Californium Isotop 237Cf.
    • Element mit dem häufigsten Vorkommen:
      Das Element Sauerstoff kommt zu 23 Massenprozent in der Atmosphäre und zu 85 Massenprozent in der Hydrosphäre vor und ist somit das auf der Erdoberfläche am häufigsten vorkommende Element.
      Eisen hingegen ist das Element, das auf und vor allem in der Erde vermutlich am häufigsten vertreten ist und Wasserstoff das Element, das man am häufigsten im Weltall antrifft.
    • Element mit dem seltensten Vorkommen:
      Das Element Astat mit der Ordnungszahl 85 ist das schwerste bekannte Halogen und darüber hinaus das auf der Erde am selten vorkommenste Element. Es wird vermutet, dass sich gerade einmal 25 Gramm dieses Stoffs in der Kruste unseres blauen Planten finden lassen.

    Ich glaub‘, ich werd diese Liste immer mal wieder überarbeiten weil mir bestimmt weitere Kriterien und Disziplinen einfallen werden, die einen Rekordhalter brauchen. Sollten meine Leser diesbezüglich einen Vorschlag haben, dann nur her damit.

  • Dinge, die die Welt nicht braucht.

    Nach meiner erfolgreich bestandenen Diplomprüfung im Nebenfach Medizinische Informatik habe ich mich ja bereits mit einer großen Belohnung ausgestattet. Zum Ende der Semesterferien habe ich mir dann noch ein kleines nerdig/geekiges Schmankerl gegönnt: Eine Karlsruher Nuklidkarte.

    Dabei handelt es sich um ein DIN-A0 Querformatposter, auf dem alle chemischen Elemente mit all ihren Isotopen (egal ob natürlicher oder künstlich hergestellter Weise) verzeichnet sind. Darüber hinaus enthält die Karte noch Informationen über Art des radioaktiven Zerfalls des Isotops, Anteil des Isotops am Element und viele andere physikalische Informationen.

    Nun bin ich jetzt zwar weder ein richtiger Chemiker noch Physiker, aber schon damals in meiner Schulzeit wollte ich so ein Ding haben, denn für den naturwissenschaftlich Interessierten gibt es viele tolle Zahlen zu entdecken. Und wie gesagt: Jeder muss was nerdig/geekiges in seinem Zimmer hängen haben *gg*.

    Wie so eine Karte aussieht, kann man auf dem kleinen Bild links oben sehen. Dieser zeigt leider nur einen kleinen Ausschnitt aus der Nuklidkarte. Da das Ding aber copyrighttechnisch geschützt ist, verwende ich mal lieber keinen größeren Ausschnitt. Man weiß ja nie.

    Wer sich selbst auch so ein Ding anschaffen will, der muss inklusive Porto und Steuern 20,44€ berappen und eine E-Mail an marktdienste@haberbeck.de senden. Dort gibt man dann neben seiner Postanschrift noch die ISBN-Nummer der Karte an (92-79-02431-0) und wie viele Exemplare man gerne hätte. Eine Bestellbestätigung bekommt man zwar keine, dafür wird innerhalb von zwei Werktagen geliefert und gezahlt wird per Rechnung, also nicht per Nachname oder Vorkasse.