Schlagwort: Hype

  • Scheint die Sonne nicht, geht die Welt unter.

    Verfolgt man Gelegentlich so die Medien (allen voran die Radiosender „für die breite Masse“ Bayern 3) kann man den Eindruck gewinnen, dass des Leben ausschließlich lebenswert ist, wenn die Sonne scheint und das Quecksilber über Temperaturen von 25°C steigt.

    Anstatt ihrer eigentlichen Aufgabe nach zu kommen (nämlich Musik zu spielen) hat man das Gefühl, ununterbrochenes zentrales Thema bei diesen Sendern sei das Wetter. Melden die selbsternannten Wetterexperten einmal der Jahreszeit angepasstes Wetter (im Winter wäre das ja „katastrophaler“ Frost mit Schnee und die jetzige Jahreszeit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C), scheint der einzige Ausweg die Flucht in wärmere Gefilde wie Adria oder Südsee zu sein. Offenbar ist es unmöglich ein Gefühl des Glücks zu empfinden, ohne karibisches Wetter vor’m Fenster zu haben. Es wirkt, als wäre das zentrale Lebensziel, ununterbrochen Sonnen zu baden, sich vom Chef frei geben lassen, um in den Biergarten zu gehen oder in ein RTL-Mikrophon zu reden, wie lang und unerträglich kalt der Winter war und das momentan schöne Wetter das Einzige ist, was einem im Leben jemals positives widerfahren ist. Regnet es einmal, dass sinkt die Wirtschaftsleistung dieses Landes ins bodenlose. Alle menschen dieser Nation sind dann wohl deprimiert und man sollte die tunlichst nicht ansprechen.

    Ich für meinen Teil muss sagen, dass mir dieses affige Getue sauber auf’n Sa…, ähh…, auf’m Keks geht. Eine konkrete Lieblingsjahreszeit hab ich nicht. Im Winter darf’s ruhig mal ’n paar Tage -15°C haben und eineinhalb Meter Schnee, genauso wie’s im Sommer mal tropische 35°C haben soll. Und genauso darf’s da auch mal bei 15°C regnen oder im Frühling oder Herbst Schmuddelwetter mit Sturm geben. Glücklich bin ich trotzdem!