Schlagwort: Californication

  • Aus dem Tagebuch eines Serienjunkies Teil II.

    Sodala, nachdem’s im ersten Blogeintrag zur aktuellen Fernsehseason hauptsächlich negative Kritik gab, wird’s nun endlich Zeit, auch ein paar Lorbeeren zu verteilen.

    Heroes.Am wenigsten verdient hat die sich die aktuell dritte Staffel von Heroes. Klar, die ist wieder spannend in Szene gesetzt und macht Spaß. Außerdem können Hiro und Sylar praktisch tun und lassen was sie wollen, ich werd‘ die beiden immer toll finden. Aber wirklich Neues hat die Staffel nicht zu bieten. Immer noch das Schema X aus den ersten 23 Folgen aus dem Jahr 2006/07: Erstmal massig Charaktere mit ihrem eigenen Handlungsstrang einführen von denen man nicht weiß, ob sie gut oder böse sind (dazwischen gibt’s wohl leider nix, was auch die Schlagwörter „Heroes“ und „Villains“ untermauern). Dann sich die Handlungsstränge fleißig kreuzen lassen, sodass ein Graphtheoretiker seine wahre Freude daran hätte um zum Schluss auf den großen Showdown hin zu arbeiten (darauf wird’s wohl hinaus laufen).
    Dabei kommt es auch zu dem von mir postulierten „Fluch der Karibik II & III“-Effekt: Man muss sich eigentlich gar nicht merken, wer gerade welche Ideologie welcher Seite vertritt, denn zwei Folgen später wechselt er oder sie ohnehin wieder die Fronten oder ein eben erst geschlossenes moralisches Bündnis zerbricht. Außerdem ist Heroes wirklich mit Abstand diejenige Serie, in der der Satz „I’m sorry!“ am allerhäufigsten vorkommt. Muss er auch, schließlich müssen sich die Charaktere auch für ihre ständigen Seitenwechsel entschuldigen.
    Trotzdem macht Heroes Spaß: Oft sind die Charaktere einfach zu cool und/oder speziell, als dass man sie nicht gut finden könnte. Außerdem fesselt das Schema aus der ersten Staffel immer noch, auch wenn man sich da etwas weiter entwickeln könnte. Die letzte Serie in meinem heutigen Trio ist da ’n ganz gutes Vorbild.

    Californication.Californication ist einfach cool. Gut, die Haupthandlung dümpelt die meiste Zeit vor sich hin, aber bereits die erste Staffel der Duchovny-Serie lebte mehr von ihrer Situationskomik und ihrem Hauptdarsteller als von einem tollen Storybogen quer über die ganze Staffel.
    So finde ich eigentlich kein richtiges Argument, auf das ich mit’m Finger zeigen könnte, weshalb mir die aktuelle Staffel richtig Bock macht. Wahrscheinlich sind’s einfach die ganzen Sex-Fettnäpfchen, in die Hank die ganze Zeit tritt. Seifenoper für Männer sozusagen. Auf alle Fälle wieder sehenswert für all diejenigen, die schon die erste Staffel richtig klasse fanden. Bleibt abschließend nur zu sagen: „Don’t be another Brick in the Wall!“ (mein persönlicher Brüller bis jetzt. Naja, wohl nur deswegen, weil mir da mal nicht der popkulturelle Hintergrund gefehlt hat).

    Dexter.Jetzt gibt’s mal richtig fett Lob von mir: War die zweite Staffel von Dexter schon der absolute Hammer (ich würd fast sagen, das war die beste Staffel der letzten Season aller Serien die ich gesehen habe. Wobei’s schwer ist, sich zwischen Lost, House und eben Dexter zu entscheiden), so topt die aktuell dritte fast das Ganze noch. So will ich das sehen: Erste Staffel genial (und innovativ), zweite Staffel noch besser (weil genau richtig aus dem vorhandenen Potential geschöpft wird) und die dritte setzt fast nochmal einen drauf.
    Jede neue Ladung Dexter bringt den Protagonisten in eine völlig andere und abgefahrene Situation, die er bewältigen muss. Dabei schafft es die Serie immer wieder hochklassige Spannung aufzubauen. Nicht zuletzt deswegen, weil’s unerwartete Wendungen am laufenden Band gibt. Ein großes Lob an die Drehbuchautoren für so viel Kreativität. Kreativ war man auch bei den Nebenrollen, mit denen man sich eigentlich allesamt identifizieren kann, weil sie so in sich stimmig und authentisch sind.
    An all diejenigen, die gerade erst die erste Staffel im deutschen Free-TV sehen: Es kommt noch viel besser und danach nochmal viel viel besser.

    Das soll’s wiedermal gewesen sein (will mir nämlich noch ’ne Californication-Folge reinziehen *g*). Aber keine Sorge: Ich bin noch lang ned fertig mit dieser Season. Schließlich gibt’s ja auch noch die ein oder andere Serie, bei der ich noch ned zum gucken der aktuellen Staffel gekommen bin (Star Wars: The Clone Wars, Prison Break, Terminator: The Sarah Connor Chronicles, Knight Rider, …) oder bei der’s in diesem Winter noch gar nichts zum gucken gab (Lost, Nip/Tuck, Battlestar Galactica, …).