Schlagwort: Bürokratie

  • Muss das denn sein?

    Fleißige Leser meines Blogs und exklusiv Informierte wissen, dass ich am 17. September und am 5. Oktober meine Diplomprüfungen im Nebenfach Medizinische Informatik ablege und ich deshalb einen Großteil meiner Ferienzeit mit Lernen verbringe.

    Im Rahmen dessen möchte ich an dieser Stelle eine kleine Geschichte zum Besten geben.
    In den Hauptrollen:

    • Frau F., ihres Zeichens verantwortlich für Klausuren und Prüfungen am Lehrstuhl vom Herrn D., der mein Nebenfach betreut.
    • Frau Z., ihres Zeichens verantwortlich für den Diplomstudiengang Informatik (und damit auch für mein Nebenfach) im Prüfungssekretariat.
    • Herr R., seines Zeichens… meine Wenigkeit, der Prüfling.

    Besagter Herr R. möchte im Prüfungszeitraum Anfang September bis Mitte Oktober seine Diplomprüfung im Nebenfach Medizinische Informatik ablegen. Natürlich möchte er möglichst bald genau wissen, wann die Prüfungen stattfinden, damit er weiß, was er zuerst lernen muss. So grob weiß er das schon, denn er konnte Wunschprüfer angeben. Deshalb kann sich Herr R. schon recht genau denken, was er lernen muss, bloß die genauen Prüfungstermine kennt er eben noch nicht. Das war im Juni 2007.
    Anhand der Prüferwünsche von Herrn R. nimmt Frau F. Kontakt mit den entsprechenden Ärzten am Klinikum auf und macht mit ihnen auch gleich die Termine der beiden Prüfungen aus. Da Frau F. den Studenten (darunter auch R.) sehr entgegenkommend ist, informiert sie diese über die soeben ausgemachten Daten der Prüfungen. Das soll sie eigentlich nicht, denn eigentlich sollten die Prüflinge über das Prüfungssekretariat (wie der Name schon vermuten lässt) über die Prüfungszeitpunkte unterrichtet werden. Deshalb leitet Frau F. die eben ausgemachten Termine auch an das Prüfungssekretariat weiter. Das war am 6. August 2007.
    Kurze Zusammenfassung: Prüfungstermine stehen fest, Prüflinge sollten vom Prüfungssekretariat darüber informiert werden, Prüfungssekretariat hat die Prüfungstermine, Prüflinge warten auf Prüfungstermine und kennen diese eigentlich noch nicht.
    Das schon mehrmals erwähnte Prüfungssekretariat ist verpflichtet, spätestens 14 Tage (oder umgerechnet zwei Wochen) vor der Prüfung die Prüfungstermine bekannt zu geben. Das hat es heute durch Frau Z. gemacht, denn den ersten Prüfling ereilt am 12. September sein Schicksal. Das war/ist am 28. August 2007.

    Ich rekapituliere: Obwohl das Prüfungssekretariat die Prüfungszeitpunkte schon seit dem 6. August kennt, werden diese erst am 28. August, also über drei Wochen später bekannt gegeben. Welchen Zweck hat das? Wem ist damit gedient, wenn Studenten erst auf den letzten Drücker ihre Prüfungstermine mitgeteilt bekommen? Frau Z. persönlich trifft dabei bestimmt keine Schuld, denn dieses Vorgehen war in vorherigen Semestern auch schon gang und gäbe, als Frau Z. noch nicht in ihrer jetzigen Tätigkeit dort tätig war. In anderen Nebenfächern des Diplomstudiengangs Informatik wie Mathematik und Medien & Design scheint das ja auch kein Problem zu sein.

  • Outsourcing vs. Bürokratie.

    Als ich mir in den Ferien ’nen eineinhalbfachen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen hab, hat mich ja da Tom gleich am selben Abend ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde ich zuerst mal geröntgt (1) und anschließend (ganz klischeehaft, weil ja schon 22.30 Uhr am Abend war) vom Assistenzarzt untersucht (2). Dann haben’s mir noch Krücken (3) mitgegeben und ’ne Schiene (4) die ich halt anlegen sollte, sobald’s die Schwellung das zulassen würde.

    Da ich dank (?) meines Vaters privat krankenversichert bin, werden mir ja alle Rechnungen bezüglich meiner Gesundheit per Post zugeschickt und ich muss sie dann bei meiner Krankenversichrung einreichen. Also bekomm‘ ich halt auch zu sehen, was das alles für Rechnungen sind und vor allem, wie viele: Für’s Röntgen (1) hat mir die entsprechende Abteilung in der Notfallaufnahme ’ne Rechnung geschickt. Für die Untersuchung durch den Assistenzarzt (2) bekam ich ’nen zweiten Brief. Die Krücken (3) stammten von ’ner Rehainstitution hier in Passau, also haben die mir ’ne Rechnung geschickt und zu guter letzt hab ich noch ’nen vierten Brief vom Hersteller meiner Schiene (4) bekommen.

    Vier Einzelposten, vier Briefe, vier Rechnungen. Nun seh ich’s ja ein, wenn’s Krankenhaus sich Kosten und Verwaltungsaufwand spart, wenn sie mir nur die Leistungen in Rechnung stellen, die sie auch direkt erbracht haben, aber unter’m Strich bekommt meine Krankenversicherung jetzt vier Rechnungen von mir, wo’s eine auch getan hätte.

    In Zeiten von spezialisierten Softwarehäusern, weltweiter Vernetzung und IT-geschultem Personal könnte man doch erwarten, dass es ’ne interdisziplinäre Anwendung gäbe, die halt dann im Endeffekt für den Patienten eine Rechnung erstellt und dann vollautomatisch die Abrechnung mit den beteiligten Partnern abweickelt. Natürlich als Teil eines digitalen Gesamtverwaltungssystems des Gesundheitswesens, das nach Aussage meiner Medizindozenten auch wirklich nötig und wünschenswert wäre.
    Aber womöglich seh ich jetzt das als Informatikstudent zu idealistisch und zu wenig an den tatsächlichen Begebenheiten orientiert. Auf jeden Fall hab ich jetzt wieder ’ne Idee mehr, die mich vor der Arbeitslosigkeit schützt.